Deutsche Gesellschaft für Galvano- und Oberflächentechnik e.V.(DGO)
DGO-Bezirksgruppe Thüringen
Die Mitglieder der DGO -Bezirksgruppe Thüringen trafen sich am 24. Februar 2026 in der Thüringer Industrieforschungseinrichtung Innovent e. V. an zwei Standorten in Jena.
Am Hauptstandort in der Prüssingstraße stellte Dr. Andreas Pfuch, Bereichsleiter Oberflächentechnik, die 1994 gegründete Industrieforschungseinrichtung mit ihren rund 130 Beschäftigten vor. Die Forschungseinrichtung fokussiert derzeit auf Entwicklungsarbeiten in den Kompetenzfeldern:
- Oberflächentechnik
- Analytik – Werkstoffe – Verbunde
- Biomaterialien
- Magnetische und optische Systeme
Speziell mit Blick auf den Forschungsbereich Oberflächentechnik wurden einige zukunftsorientierte Innovationsfelder mit maßgeschneiderten Lösungen in verschiedenen Technologiebereichen aufgezeigt. So werden Oberflächenfunktionalisierungen wie Dünn- und Dickschichtabscheidungen, elektrochemische Untersuchungen und Oberflächenanalytik durchgeführt. Die plasmabasierten und flammenpyrolytischen Anwendungen eignen sich unter anderem für die Herstellung dünner Funktionsschichten, antimikrobiellen sowie biokompatiblen Beschichtungen, die auf Sol-Gel-Basis zusätzlich hydrophil oder hydrophob eingestellt sein können.
Die PCO®-Technik gestattet die Herstellung von dicken Funktionsschichten, die lichtabsorbierend, verschleiß- und korrosionsbeständig, biokompatibel und katalytisch sein können. Die Beschichtung erfolgt derzeit ausschließlich auf Leichtmetalllegierungen (Al, Mg, Ti). Das Kaltplasmaspritzen in Kombination mit der Plasmachemischen Oxidation (PCO®) erweitert allerdings den Anwendungsbereich auch auf andere Substratwerkstoffe; dies ist aktueller Forschungsgegenstand.

PCO®-Beschichtungsanlage bei Innovent e.V. (Bild: Innovent)
Durch die chemische Abscheidung von Nickel lassen sich verschleiß- und korrosionsbeständige Schichten herstellen; auch die Abscheidung schwarzer chemisch-Nickelschichten ist Inhalt laufender Entwicklungsarbeiten. Durch die Einbettung von Partikeln in die aufwachsenden chemisch-Nickelschichten sind zudem Dispersionsschichten herstellbar. Mit der Plasmatechnologie sind Klebeverbindungen von PTFE/Stahl und PTFE/ABS sowie das Verkleben carbonfaserverstärkter Kunststoffe (CFK) Stand der Technik. Anhand einiger Beispiele wurden diese Schicht- beziehungsweise Materialkombinationen eindrucksvoll diskutiert. Nach dem Ende des Vortrags wurden den Teilnehmern in einem kurzen Rundgang das Atmosphärendruckplasma-Applikationslabor von Innovent e. V. sowie das chemische und oberflächenanalytische Labor einschließlich der Möglichkeiten zur Schichtcharakterisierung vorgestellt. In der anschließenden Diskussion wurden unter anderem Fragen zur Abscheidung auf Glas und zur Beherrschung der Beschichtung von unterschiedlichen Kunststoffen gestellt.
Am zweiten Standort von Innovent, ebenfalls in Jena in der Ilmstraße, wurden die Exkursionsteilnehmer von den Kollegen Toni Munteanu, Björn Noske und Felix Düppengießer begrüßt. Anschließend besichtigten sie neben der PCO®-Laboranlage auch die erst kürzlich mit größeren Elektrolytbehältern ausgestattete PCO®-Produktionsanlage.
In diesen Anlagen kann unter Verwendung von speziell angepassten Elektrolyten und durch die Erzeugung von Funkenmikroentladungen an den Bauteiloberflächen das Einbrennen von Elektrolytbestandteilen in die aufwachsende oxidkeramische Schicht erfolgen. Da der PCO®-Prozess bei etwa 25 °C Badtemperatur ablaufen sollte, ist eine aktive Kühlung des Elektrolytbades unbedingt erforderlich. Beschichten lassen sich auf diese Weise Al-, Ti- und Mg-Legierungen. Die Beschichtung kann so gesteuert werden, dass zum Beispiel 0,5 µm bis 3,5 µm dicke, stark absorbierende, schwarze nichtreflektierende Oberflächen entstehen. Für die Medizin- und Implantattechnik ist unter Verwendung anderer Elektrolyte die Herstellung von bioinerten oder bioaktiven Schichten möglich. Zudem können in den Anlagen bei Innovent chemisch-Nickel-Beschichtungen, optional auch nach einer entsprechenden Plasmavorbehandlung, erfolgen. So lässt sich beispielweise auch Glas mit Nickel beschichten.

Besucher der DGO-Bezirksgruppe bei Innovent (Bild: Innovent)
Alle diese elektrochemischen Beschichtungsverfahren erfordern eine ständige Elektrolytkontrolle. Deshalb existiert für diese Zwecke ein gut ausgestattetes chemisches Labor unter anderem mit einer Röntgenfluoreszenzanalyse. Nach einem kurzen Blick in das chemische Labor wurden die Besucher zu einem Imbiss eingeladen. Dabei entwickelte sich eine rege Diskussion zu den vorgestellten Anlagen, Geräten und Verfahren. Nach Beantwortung der umfangreichen Fragen dankte DGO-Bezirksgruppenleiter Mathias Fritz Dr. Andreas Pfuch für seinen interessanten Vortrag und den Kollegen Toni Munteanu, Björn Noske und Felix Düppengießer für ihre interessante Führung durch die Werkhallen.
Dr. Peter Kutzschbach
- www.dgo-online.de
DGO-Bezirksgruppe Thüringen
Die unmittelbar an der Autobahn A71 gelegene Müllverbrennungsanlage des Zweckverbands für Abfallwirtschaft Südwestthüringens (ZASt) war am 14. April 2026 das Ziel der Mitglieder der DGO-Bezirksgruppe Thüringen. Die Anlage wurde 2007 in Betrieb genommen.
Der Betriebsleiter Ulf Haferkorn begrüßte die Teilnehmer und stellte in einer interessanten Präsentation die Einrichtung, ihren Aufbau, ihre Aufgaben und Ergebnisse eindrucksvoll vor. Der nicht mehr verwertbare Müll (Restmüll) aus Haushalt und Gewerbe sowie Klärschlämme werden professionell verbrannt, wobei die dabei entstehende Energie in Strom und Wärme genutzt wird. Des Weiteren fällt durch die Verbrennung mit Eisen- und Nichteisenmetallen angereicherte Schlacke an. Sie kann nach entsprechender Nachbehandlung auf Deponien als Deckschicht und im Straßenbau als Unterbauschicht eingesetzt werden. Die im Verbrennungsprozess entstehenden Rauchgase werden in modernen Reinigungsprozessen gereinigt und über einen 90 Meter hohen Schornstein gefahrstofffrei in die Atmosphäre entlassen.
Im Vortrag wurden einige Zahlen, bezogen auf ein Jahr, genannt:
- 160.000 t Müll, inklusive Klärschlamm werden verbrannt,
- 40.000 t Schlacke mit Eisen- und Nichteisenmetallen,
- 8.000 t Reststoffe aus der Abgasreinigung,
- max. 13,7 MW Strom und max. 30 MW Wärme entstehen.
Nach der theoretischen Vorstellung der einzelnen Bereiche der Müllverbrennungsanlage und ihrer Aufgaben erfolgte die Besichtigung ausgewählter Bereiche unter Führung von Ulf Haferkorn. Ein Blick in die Entladehalle für die Müllfahrzeuge, auf die Beschickung des Kessels und in dessen Verbrennungsraum sowie in den Schlackebunker war sehr eindrucksvoll. Den Abschluss der Besichtigung bildeten der Besuch der Krankanzel im Abfallbunker und der Leitwarte der Verbrennungsanlage. Dort erfuhren die Besucher, dass die Anlage im Vierschichtbetrieb teilautomatisch gefahren wird und dafür im Normalfall nur fünf Personen erforderlich sind, um die Prozesse zu überwachen und eventuell einzugreifen. Damit endete der Rundgang durch die Müllverbrennungsanlage.

Die DGO Bezirksgruppe Thüringen besucht die Müllverbrennungsanlage des ZASt (Bild: Ulf Haferkorn ZASt)
Sowohl für den interessanten Vortrag als auch für die kompetente Führung durch den Betrieb bedankte sich DGO-Bezirksgruppenleiter Mathias Fritz bei Ulf Haferkorn und wünschte den Teilnehmern einen angenehmen Heimweg.Dr. Peter Kutzschbach
- www.dgo-online.de
Seminar Wasserstoffversprödung für Praktiker in Hagen komplett ausgebucht
Am 17. und 18. März führte die DGO gemeinsam mit dem Deutschen Schraubenverband das mit 38 Teilnehmern ausgebuchte Seminar in den Räumen des Deutschen Schraubenverbandes in Hagen durch – ein starkes Zeichen für die hohe Relevanz des Themas entlang der Wertschöpfungskette hochfester Verbindungselemente.
In acht Fachvorträgen wurden zentrale Mechanismen, Einflussgrößen und Präventionsstrategien beleuchtet. Die Schwerpunkte lagen insbesondere auf wasserstoffinduzierten Schädigungsmechanismen in hochfesten Stählen und auf prozessbedingten Eintragsquellen in galvanotechnischen Beschichtungsverfahren sowie beim Feuerverzinken. Ergänzend wurden praxisorientierte Maßnahmen zur Risikominimierung vorgestellt, von der Prozessüberwachung über optimierte Vor- und Nachbehandlungsstrategien; letzteres insbesondere hinsichtlich der Wärmebehandlung.
Die Abendveranstaltung im Restaurant Artischoke bot ausreichend Möglichkeiten, um die fachlichen Inhalte zu vertiefen und Erfahrungen aus unterschiedlichen Anwendungsfeldern auszutauschen.
Eine moderierte Fachdiskussion, bei der vorab eingereichte Fragestellungen aus der Praxis aufgegriffen und gemeinsam analysiert wurden, rundete die Veranstaltung inhaltlich ab. Zielgruppe des Seminars waren Technologen, Verfahrensingenieure, Meister, Qualitätsmanagementbeauftragte und Schichtleiter von Oberflächenbeschichtern und deren Kundenkreis.
- www.dgo-online.de
Verband für die Oberflächenveredelung von Aluminium e. V.(VOA)
VOA-Mitgliederversammlung in Augsburg
Der Verband für die Oberflächenveredelung von Aluminium e. V. (VOA) lädt seine Mitglieder und interessierte Gäste zu seiner 62. Mitgliederversammlung vom 17. bis 19. Juni 2026 nach Augsburg ein. Neben der Möglichkeit zum intensiven fachlichen Austausch legt der Verband den Schwerpunkt auf technische Themen und präsentiert vor dem Hintergrund der aktuellen, politischen Diskussion sowie der Kostenentwicklung für die Arbeitgeber auch drei interessante Vorträge zu den Themen Sozialversicherungssysteme und generationenübergreifendes Arbeiten in der Zukunft. Außerdem stehen in diesem Jahr turnusmäßige Vorstandswahlen an sowie die Wahl des Rechnungsprüfers.
Die Veranstaltung startet mit der Sitzung des Technischen Kreises am 17. Juni für alle technisch Interessierten aus den Mitgliedsunternehmen. Auf der Tagesordnung finden sich relevante Themen der Branche ,wie beispielsweise das Prüfwesen und die Weiterentwicklung der internationalen Qualitätszeichen Qualanod, Qualicoat und Qualistrip oder die aktuelle Überarbeitung des BREF STM (Best Available Techniques Reference Document Surface Treatment of Metals and Plastics).
Im öffentlichen Teil der Mitgliederversammlung am 18. Juni bietet der VOA drei Vorträge hochkarätiger Referenten an: Dr. Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern, spricht über Krankenversicherungen aus Arbeitgebersicht, Brigitte Iding, Vorsitzende der Geschäftsführung Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd, referiert zum Thema Rentenversicherung aus dem Blick der Arbeitgeber: Arbeitsleistung erhalten; ihr folgt Dr. Rüdiger Maas vom Institut für Generationenforschung Augsburg, mit seinem Vortrag Herausforderung im Unternehmen: Vielfalt der Generationen als Stärke nutzen. Der Verband legt nach Aussage von VOA-Geschäftsführerin Dr. Alexa A. Becker großen Wert darauf, die Veranstaltung als Branchentreff zu nutzen, bei dem selbstverständlich auch Gäste und Nichtmitglieder willkommen seien. So ermöglichen wir den fachlichen Austausch mit wichtigen Vertretern der Oberflächenveredelungsindustrie, die Teilnahme an aktuellen und interessanten Fachvorträgen und gleichzeitig lernen Interessierte den Verband besser kennen.
Die satzungsgemäße Mitgliederversammlung, die nur VOA-Mitgliedern vorbehalten ist, findet direkt im Anschluss an den öffentlichen Teil statt. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Wahl des Vorstands für die Jahre 2026 bis 2030 sowie die Wahl des Rechnungsprüfers. Der VOA freut sich in diesem Zusammenhang besonders über das Interesse auch jüngerer Vertreter aus den Mitgliedsunternehmen an diesem wichtigen Ehrenamt.
Ob weltberühmte Fuggerei, das Augsburger Rathaus mit dem Goldenen Saal im prachtvollen Renaissance-Stil, gemütliche Cafés oder das UNESCO-Welterbe, das einzigartige Wassermanagement-System: Augsburg begeistert mit seiner unverwechselbaren Mischung aus Geschichte, Technik, Kultur und Lebensfreude. Die Stadt verbindet Tradition und Gegenwart auf einzigartige Weise und bietet als starker Industriestandort bedeutenden Unternehmen eine Heimat. Neben einer Werksführung bei Everllence SE, ehemals MAN Energy Solutions, die wertvolle Einblicke in die Industrie bietet, gilt das Augenmerk natürlich auch immer dem fachlichen Austausch in professioneller Atmosphäre, etwa beim gemeinsamen Abendessen mit Sitzplatzwechsel im Hotel Maximilian’s. Die Mitglieder des VOA und alle Teilnehmer dürfen gespannt sein auf das diesjährige Rahmenprogramm der Mitgliederversammlung.
Weitere Informationen finden Interessierte auf der Homepage des VOA.
- www.voa.de
Industrieverband Blechumformung e.V.(IBU)
Vorstandswechsel beim IBU
Neuer Vorstandsvorsitzender beim Industrieverband Blechumformung e. V. (IBU): Ulrich Flatken übergibt den Staffelstab an Angelo Castrignano. Nach acht Jahren an der Verbandsspitze will sich Flatken künftig ganz auf seine Arbeit als Präsident des Wirtschaftsverbands für Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) konzentrieren. Sein Nachfolger Castrignano war zuvor bereits Mitglied im Vorstand; in dieser Runde wird auch Flatken weiterhin für den IBU aktiv sein.

Vorstandswechsel beim IBU: Ulrich Flatken (l.) übergibt den Staffelstab an Angelo Castrignano (Bild: Industrieverband Blechumformung IBU)
Beide Verbandsvertreter sind Unternehmer, die die Herausforderungen der Blechumformer aus eigener Praxis bestens kennen: Ulrich Flatken ist Geschäftsführer der Mecanindus-Vogelsang Group, unter anderem in Hagen. Angelo Castrignano leitet die Schürholz GmbH & Co. KG Stanztechnik, unter anderem im westfälischen Plettenberg. Zwei von insgesamt rund 240 meist mittelständisch geprägten Unternehmen, die der IBU vertritt.
Die Kombination aus unternehmerischem und industriepolitischem Know-how ist nach den Worten von IBU-Geschäftsführer Bernhard Jacobs enorm wichtig, um den Verband durch die aktuell herausfordernden Zeiten zu führen. Künftig wird nun Angelo Castrignano seine Erfahrung in die Verbandsarbeit einbringen. Der studierte Maschinenbauingenieur ist seit 15 Jahren Geschäftsführer bei Schürholz; zuvor leitete er dort unter anderem den Bereich Qualitätssicherung und -management. Das Unternehmen ist Anbieter von Präzisionsteilen, Baugruppen und Komponenten und arbeitet überwiegend mit der innovativen Bihler-Stanzbiegetechnologie. Angelo Castrignano will in seiner neuen Position dazu beitragen, die Stellung der Blechumformer zu stärken und die Transformation in den blechumformenden Unternehmen weiter voranzutreiben.
- www.industrieverband-blechumformung.de