PaintExpo: Nachhaltigkeit und Effizienz als Kernthemen

Oberflächen 06. 03. 2024
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Nachhaltigkeit und Effizienz sind Kernthemen der bevorstehenden Ausgabe der PaintExpo vom 9. bis 12. April 2024 in Karlsruhe. Um die Umwelt zu schonen und den Ressourcenverbrauch zu senken, machen sich zum Beispiel Anbieter für ­Lacke, Forschungseinrichtungen, Hersteller von Prozesschemikalien für die Metall- und Kunststofflackierung sowie Recyclingunternehmen Gedanken darüber, wie Schadstoffbelastungen reduziert werden können und auf welche Weise Altmaterial sinnvoll recycelt werden kann. Die Aussteller der Fachmesse für industrielle Lackiertechnik berücksichtigen dabei zusätzlich stets auch, die Lackierprozesse wirtschaftlich und fertigungstechnisch optimal zu gestalten.

Das Publikum der diesjährigen PaintExpo erhält unter anderem an den Ständen von Anbietern für Lacke sowie an den Ständen von Ausstellern aus der Forschung, der chemischen Industrie und der Recyclingbranche tiefgreifende Informationen, wie Schadstoffe reduziert, Ressourcen eingespart und Materialien clever recycelt werden können. Neue Ideen für mehr Nachhaltigkeit und Effizienz im Lackierprozess bringen beispielsweise das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Geholit+Wiemer sowie Karl Bubenhofer, Kluthe, Nelco und Sherwin-Williams mit zur Weltleitmesse für industrielle Lackiertechnik nach Karlsruhe.

Die Produkte und Dienstleistungen, die im Rahmen der Messe präsentiert werden, decken die komplette Bandbreite der industriellen Lackierung ab. Gebündelt sind Beschichtungslösungen für alle Industriezweige, Anwendungen und ­Materialien, ob Nasslackierung, Pulverbeschichtung oder Coil Coating. Das Spektrum reicht von der Oberflächenbearbeitung über Lacke und Anlagen bis hin zur ­finalen Qualitätssicherung.

Das Publikum kann sich nach Aussage von Projektdirektorin Mariella Riedel auf eine große Fülle an zukunftsweisenden Neuheiten freuen. So bringen die Aussteller zum Beispiel viele Welt- und Deutschlandpremieren mit nach Karlsruhe und stellen damit ihre Innovationskraft unter Beweis. An den vier Messetagen können die Besucher und Besucherinnen darüber hinaus pragmatische Lösungsansätze zur Steigerung der Qualität, ressourceneffizienten Produktion und Digitalisierung ihrer Fertigungsprozesse live ­erleben.

CO2-Ausstoß reduzieren, ­Digitalisierung und Automatisierung steigern

Am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart forscht die Abteilung Beschichtungssystem- und Lackiertechnik an Ideen zur Steigerung der Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit und entwickelt zukunftsorientierte Lösungen speziell für die lackverarbeitende Industrie. Aktuell im Fokus steht die Reduktion des CO2-Fußabdrucks. Dafür wird anwendungs­orientiert an neuen Energieformen für Lackierprozesse, der Verbesserung der Materialeffizienz, an alternativen Materialkonzepten und der optimalen Nutzung von Ressourcen im Produktionsablauf geforscht. Für neue und bestehende Lackierprozesse werden innovative, nachhaltige Lösungen entwickelt, um gemeinsam mit Lackierbetrieben die aktuellen umwelttechnischen und wirtschaftlichen Herausforderungen zu meistern.

(Bild: Fraunhofer IPA)

 

Ebenfalls beschäftigen sich die Forschenden am Fraunhofer IPA mit der Simulation, um neue Automatisierungskonzepte schnell zu implementieren. Damit werden Prozesse systematisch optimiert, eine nachhaltigere Produktion umgesetzt und verbesserte Wirtschaftlichkeit erzielt. Ein Ansatz dabei ist, den Automationsgrad in Unternehmen mit großer Form- und Teilevielfalt zu erhöhen. Dafür werden Tools entwickelt, die aus gegebenen 3D-Modellen von Bauteilen und Produkten direkt in der Simulation ein Lackierprogramm erstellen und unter dem Motto #simulierenstattprobieren das aufwendige Teach-In am Roboter erübrigen.

Unter den drei Schwerpunktthemen Digita­lisierung, Nachhaltigkeit und Automatisierung präsentiert das Fraunhofer IPA neue Verfahren, Konzepte und Technologien, für die eine Fledermaus, ein Krebs und eine Drohne Pate stehen.

Energie sparen mit ­Flüssig- und Pulverlacken

Als Systemanbieter für Pulverlacke und Flüssiglack präsentieren Geholit+Wiemer sowie Karl Bubenhofer auf der PaintExpo traditionell gemeinsam ihre neuesten Innovationen.

Im Bereich Flüssiglack stehen aktuell High-Solid-Beschichtungsstoffe mit einem Festkörper-Masse-Anteil von über 70 Prozent im Fokus, die bei den Produktionsabläufen den Energieverbrauch senken und Kosten sparen. Durch den geringeren Anteil an VOC wird der Verbrauch gesenkt. Gepaart mit einer schnelleren Trocknung, bilden High-Solids die Basis für einen effizienten Beschichtungsprozess. In der Praxis haben viele Anwender bereits auf solche Systeme umgestellt und dabei von mehrschichtigen auf einschichtige Beschichtungssysteme reduziert. Neben kompletten Arbeitsgängen fallen auch Trocknungszeiten zwischen den einzelnen Schichten weg, was in einer Zeit-, Energie- und Kosten­ersparnis resultiert.

Auch im Bereich Pulver spielt die ­Auswahl der Materialien zur Verbesserung des CO2-Fußabdrucks eine wichtige Rolle. Dazu unterstützt Karl Bubenhofer aktiv Firmen bei der Umstellung auf das System Polyflex PES-165-NT-GU. Damit werden vor allem schnellere Einbrenndurchlaufzeiten erzielt, was den Energiebedarf reduziert. Das schnellreaktive Polyesterpulver ist für den Außeneinsatz geeignet und weist gute entgasende Eigenschaften auf. Zusammen mit dem passenden Primer kann das Pulver problemlos ohne zusätzliche Vorbereitung verarbeitet werden. Unter dem Strich verringert sich nachweislich der Energiebedarf und die Kosten werden gesenkt. KABE Farben verfügt über ein großes Niedertemperatursortiment in vielen weiteren Bereichen und Anwendungen, die hohen Kundennutzen generieren.

Senkung der Schadstoffemissionen in der Vorbehandlung und im Paintshop

Kernelemente von innovativen Neu- und Weiterentwicklungen bei Kluthe sind nachhaltige Rohstoffe, ein verringerter Verbrauch von Chemikalien sowie reduzierte Anwendungstemperaturen, um den Energiebedarf und die damit einhergehenden CO2-Emissionen bei Kunden weitestgehend zu verringern. So sparen die Dünnschichttechnologie sowie die Niedertemperatur-Zink-Phosphatierungen des Unternehmens nicht nur Energie und CO2-Emissionen ein, sondern schonen auch limitierte Ressourcen, reduzieren Abfälle und senken Kosten. Durch kontinuierliche Optimierung reduzieren wir den Verbrauch knapper Ressourcen, steigern die Energieeffizienz und senken CO2- und Schadstoff-Emissionen sowohl bei uns als auch bei unseren Kunden, sagt Stefan Lenzer, Head of Global Business Unit Pretreatment bei Kluthe.

Die ressourceneffiziente DECORRDAL Dünnschichttechnologie wird ebenfalls auf der PaintExpo präsentiert. Sie ist der Schlüssel zur Gestaltung einer umweltbewussten und zukunftsfähigen Vorbehandlung. Mit Produkten für den Paintshop wie CYCLOSOL, einem Spülmedium, das sich durch seine effiziente Kreislaufführung und Recyclingmöglichkeiten auszeichnet, trägt Kluthe aktiv zur Reduzierung von Abfall und Ressourcenverschwendung bei. Die nachhaltigen CONTROX-Entlacker sind VOC-frei und können sparsam eingesetzt werden, was zu einer erheblichen Verringerung von schädlichen Emissionen beiträgt. Zusätzlich dazu bietet das Unternehmen mit NIKUTEX ein wasserbasiertes Reinigungsmittel an, das nicht nur ökonomisch ist, sondern auch die Umweltbelastung deutlich reduziert.

Mit innovativen Nachhaltigkeitstools werden auch die Umweltauswirkungen der Prozesse der Kunden kalkuliert und eine Beratung angeboten, wie Emissionen, Abfälle und Kosten gleichzeitig reduziert werden können.

Nachhaltiges Recycling von Altpulver

Das belgische Unternehmen Nelco recycelt als offizieller Fachverwertungsbetrieb jährlich rund 10 000 Tonnen Altpulver, das in Filtern und Absaugungen von Pulverbeschichtungsanlagen übrigbleibt. Unser Unternehmen ist in Europa einzigartig, denn wir geben dem Altpulver neues Leben und bereiten es so auf, dass es als Formteile für die Automobilindustrie oder die Maschinenindustrie wieder verwendet werden kann, erklärt CEO Arnd Nelde. Nach dem zweiten Leben können diese Formteile sogar wieder recycelt werden.

Im Rahmen der bevorstehenden ­PaintExpo präsentiert das Unternehmen sein nachhal­tiges und umweltverträgliches Verfahren, das nach eigenen Angaben seit 22 Jahren erfolgreich betrieben wird und das von rund 800 Partnerfirmen genutzt wird, um das Altpulver umweltgerecht zu entsorgen. Bei Nelco ist in den letzten Jahren die Forschung und Entwicklung stark vorangetrieben worden. Mit modernen Pressen werden neue Rezepturen und Mischungen erprobt, die den Anwendungskreis erweitern sollen. Das Unternehmen nimmt gerne alle Sorten Altpulver zurück. Dazu gehören laut Arnd Nelde Feinstäube, Overspray, Frischpulver, überlagerte Ware, Restbestände und Zyklonpulver. Diese könnten alle gängigen Typen wie Epoxidpulver, Epoxy-Polyester, Polyester, Acryl und PUR umfassen und in der Originalpackung, als Mischung oder in einem BigBag bereitgestellt werden, sagt Nelde. Interessenten können sich auf der Messe bei ihm und seinen Fachleuten darüber informieren, wie aus ihrem Altpulver in Zukunft nachhaltige Bauteile entstehen können.

Spannende Weltpremieren im Blickpunkt

Walther Trowal stellt zum ersten Mal den neuen Rotamat R 100 für die Beschichtung von Dichtelementen aus Elastomeren mit Gleit- und Dekorationslacken vor. Die neue Anlage beschichtet pro Charge dreimal so viele Teile wie das bisher größte System der Baureihe, berichtet der Aussteller. Einer der Auslöser für die Entwicklung der neuen Maschine war nach Angaben des Unternehmens der Wunsch einiger Lohnbeschichter, großformatige Flachdichtungen in hohen Stückzahlen in derselben Charge zu verarbeiten.

Eine Weltpremiere ist am Stand von OptiSense zu sehen: die Lasersensoren ­PaintChecker Line und PaintChecker Angle mit einem neuen Design, das eine zusätzliche Gehäusehalterung überflüssig macht. Dies spart Zeit beim Einbau und vereinfacht die Montage. Die neue Generation der Sensoren ist durch das robuste Industriegehäuse laut OptiSense selbst in rauesten Umgebungen stark belastbar. Die Sensoren besitzen einen Diodenl­aser als Lichtquelle, der Vorteile der Halbleitertechnik wie eine lange Lebensdauer, eine hohe Effizienz und eine absolute Vibrationsfestigkeit aufweist.

Schnelle, präzise Automatikspritzapparate und effiziente Anlagentechnologien

Auf das Fachpublikum warten noch zahlreiche weitere Premieren und Highlights: Am Stand von Krautzberger kann beispielsweise der neue Automatikspritzapparat DUO A 22 entdeckt werden. Er ermöglicht sehr schnelle und präzise Schaltzeiten sowie ein perfektes Sprühbild mit geringem Overspray und hoher Materialeffizienz. Diese Vorteile werden, wie Krautzberger betont, durch die neue Vor- und Nachluftsteuerung, innovative Detail­lösungen, das geringe Gewicht und das Luftdüsensystem realisiert.

Heimer Lackieranlagen und Industrielufttechnik präsentiert auf der Messe unter anderem eine noch effizientere und ressourcenschonendere Anlagentechnologie. Die weiterentwickelten Brennkammern erzielen laut Heimer feuerungstechnische Wirkungsgrade von mehr als 93 Prozent. Die aktuellen Ergebnisse in der Wärmerückgewinnung im Bereich der Zu- und Ablufttechnik von Lackierkabinen mit Rotationswärmetauschern und Wärmerückgewinnungsgraden von über 70 Prozent bedeuten dem Unternehmen nach eine deutliche Effizienzsteigerung.

Biologische ­Abluftreinigungsanlage mit geringem Energieverbrauch

Mit AFOTEK Clean präsentiert der Anlagenbauer Afotek aus Bad Hersfeld auf der Paint­Expo 2024 eine biologische Abluftreinigungsanlage. Aktuell sind nach Aussage von Kai Sinning, Mitglied der Geschäftsleitung bei Afotek, thermische Nachverbrennungsanla­gen, die in der Regel mit Gas beheizt ­werden, am Markt vorherrschend. Unser patentiertes Produkt bietet dazu ein Pendant, das zum Abbau von Schadstoffen, wie etwa lösemittelbehaftete Abluft, kaum Energie benötigt. Denn der Abbau erfolge bei dieser Anlage ausschließlich durch biologische Oxidation.

Abluftreinigung (© Afotek)

 

Wesentlicher Bestandteil der biologischen Abluftreinigungsanlage sind zwei zylindrische Reaktortürme, die mit einem speziellen Trägermaterial befüllt werden. Dieses wird mit einem mit Nährstoffen angereicherten Befeuchtungsmittel beaufschlagt. Der Wirkmechanismus basiert auf der Verwendung aerober Mikroorganismen, welche die gasförmigen, organischen Schadstoffe ­biochemisch in unbedenkliche beziehungsweise geruchsneutrale Produkte umwandeln, indem sie zu Kohlendioxid und Wasser oxidieren.

Dieses rein biologisch-chemische Verfahren benötigt im Gegensatz zu ­konventionellen Lösungen zur Reinigung der Abluft in sehr geringem Umfang externe Wärme- oder Heiz­energie, sodass mit Lösemitteln belastete Abluftströme ohne Aufkonzentration kostengünstig gereinigt werden können. Bei heißen Abluftströmen können dem Prozess Wärmerückgewinnungsmaßnahmen vorgeschaltet werden, sodass die überschüssige Wärme genutzt werden kann, um sie anderen Prozessen zuzuführen.

Energetische ­Optimierung ­bestehender Anlagen

Die Firma Eisenmann beobachtet bei den Kundinnen und Kunden in Europa eine Verschiebung von Greenfield- zu Brownfield-Projekten. Das sind Investitionen in die Modernisierung und energetische Optimierung der teilweise 25 bis 30 Jahre alten ­Anlagen, um Materialien und Emissionen zu ­sparen, was aufgrund von steigenden Preisen in der energieintensiven Lackierbranche und dem Wunsch nach wirtschaftlicher Wertbeständigkeit nachvollziehbar ist. Dafür entwickelt Eisenmann individuelle Lösungen, mit denen die Kunden mit innovativen Produkten in unterschiedlichen Bereichen wertvolle Ressourcen einsparen können. Ein Beispiel dafür ist die Weiterentwicklung der Fördertechnik, mit der ein wichtiger Schritt hin zur skidlosen und damit energieeffizienteren Lackiererei gelang. In Anknüpfung an diesen Erfolg entstand das fahrerlose Transportsystem für den gesamten Prozess in der Fahrzeuglackiererei, der VarioMover.

Mit dem E-Cube bietet Eisenmann die optimale Technologie zur effizienten Trocken­abscheidung an und damit eine Antwort auf die gesteigerte Nachfrage nach alternativen Systemen zur früher weit verbreiteten Nassabscheidung. Darin liegt ein großes Energieeinsparpotenzial, das auch die Umrüstung von Lackierkabinen von Zu-/Abluftbetrieb auf Umluftbetrieb bietet.

Der SmartOven des Unternehmens schafft im Trocknungsprozess eine hervorragende Energiebilanz bei gleichzeitig hoher Lackierqualität. Er lässt sich mit Strom, Gas, Thermalöl und Wasserstoff beheizen und gewährleistet dank der Wahl der eingesetzten Energiequellen wichtigen wirtschaftlichen Spielraum.

Nachhaltige ­Wärmequellen und moderne Software

Der schweizerische Anlagenbauer e. Luterbach präsentiert auf der PaintExpo 2024 verschiedene Ideen für mehr Nachhaltigkeit in der Lackier- und Anlagentechnik. Für Trockner und Einbrennöfen sieht CEO und Mitinhaber Fabian Luccarini die Renaissance alter Heizmedien: Es werde viel über Wasserstoff als Heizmedium gesprochen. Bestehende Öfen und Anlagen könnten aber aufgrund physikalischer Parameter nicht umgerüstet werden. Aber mit Thermoöl könne von einer zentralen Wärmequelle aus Fernwärme auf hohem Niveau zu den Einsatzorten transportiert werden. Solche Entwicklungen werden jetzt vorangetrieben, sagt Luccarini.

Weitere Entwicklungen für mehr Nachhaltigkeit und vorausschauender Wartung sind bei e. Luterbach im Bereich Software und IT zu finden. So wurde das IoT-Portal weiter ausgebaut und alarmiert bei Unregelmäßigkeiten die Verantwortlichen mit vordefinierten Telefonanrufen und Sprachnachrichten. Die Vernetzung in Echtzeit wird einfach mit der SPS vor Ort verknüpft. Die Daten werden als MQTT-Protokoll bis zu zwei Wochen gespeichert und gehen auch bei Internetausfällen oder Stromunterbrechungen nicht verloren.

Auch die PinCH-Software wurde laufend weiterentwickelt. Mit der Pinch-Analyse können mit der Zielsetzung eines minimalen Gesamtbetrags von Investitions- und Energiekosten die optimalen Verknüpfungen der verschiedenen Energieströme bestimmt werden, so Luccarini. Daraus würden in einer strategischen Planung Maßnahmen zur Wärmerückgewinnung für die verbesserte Energie­versorgung abgeleitet. Das Potenzial zur Senkung des Primärenergiebedarfs durch eine Pinch-Analyse beträgt Luccarini zufolge bis zu 40 Prozent.

Energie- und Prozesskosten mit neuen Lacken einsparen

Auch im Bereich Lackhersteller stehen viele neue Entwicklungen während der ­PaintExpo 2024 im Fokus: So sind beispielsweise die Anforderungen an Industrielacke hinsichtlich der Beständigkeiten und auch der ­Optik in den Branchen Maschinen- und Anlagenbau sowie Antriebs- und Fördertechnik stark gestiegen. Dabei gelten weiterhin die wirtschaftlichen Aspekte dieser Beschichtungsstoffe, wie arbeitsgangsparende Einschicht­qualität und kurze ­Trocknungszeiten. Der neue einschichtige 2K-PUR-Strukturlack WIEREGEN-D133S-Struktur von Geholit+Wiemer gewährleistet dank einer hohen Chemikalien- und Kratzbeständigkeit mit gleichmäßiger Struktur einen sicheren Schutz und eine hervorragende Optik. Da der Lack auf unterschiedlichen Untergründen haftet und in einem Arbeitsgang aufgebracht wird, werden Energie- und Prozesskosten eingespart.

Am Stand von FreiLacke können sich die Besucher und Besucherinnen unter anderem über eine verbesserte Lackrezeptur für die Landtechnik informieren. Der Lackhersteller hat ein UltraHighSolid-System für die Landtechnik neu aufgesetzt und konnte so die Emissionen maßgeblich senken. Zusätzlich wurde auch der Lackaufbau optimiert, der für Industriegüter sowie Baumaschinen aller Art bestens geeignet ist. Beide Komponenten – Grundierung sowie Decklack – sind lösemittelhaltig und basieren auf Polyurethan/isocyanatvernetzendem Polyacrylatharz als Bindemittel. Die lösemittelhaltige Grundierung bietet nach Angaben des Unternehmens einen hohen Korrosionsschutz und eine gute Haftung auf verschiedenen Untergründen, wozu Stahl – auch gestrahlt oder eisenphosphatiert – und Edelstahl gehören.

Effiziente und ­umweltfreundliche Lackierprozesse

Sehon Innovative Lackieranlagen bietet ein breites Produkt- und Dienstleistungsprogramm für nachhaltige, umweltfreundliche und effiziente Lackierprozesse. Bei Neubau oder Modernisierung bestehender Lackierbetriebe wird das Unternehmen regelmäßig beauftragt, den gesamten Betrieb energetisch zukunftssicher und nachhaltig zu gestalten. Als Resultat benötigen Lackierbetriebe nur einen Bruchteil des vorangegangenen Energiebedarfs oder werden sogar energieautark. Nach Aussage von CEO Tiemo Sehon gehören seit über 40 Jahren Umweltschutz, Energiesparen und Nachhaltigkeit zur Produkt- und Unternehmensphilosophie. Das Unternehmen kommuniziert laut Sehon mit seinen Kunden die positiven Auswirkungen der Nachhaltigkeitsmaßnahmen bereits vor Auftragserteilung schriftlich exakt mit Zahlen, Daten und Fakten, belässt es also nicht nur bei theoretischen Zielen. So werde jede geplante Investition in Nachhaltigkeit präzise kalkulierbar und könne mit maximaler staatlicher Förderung ausgestattet werden. Es lohnt sich immer, bei geplanten Neubau-, Umbau- oder Modernisierungsmaßnahmen von Lackieranlagentechnik, Lackierprozessen oder des gesamten Betriebs mit uns zu sprechen, sagt Tiemo Sehon.

Moderne energiesparende Hightech-Lackierkabine für PKW (© Sehon)

 

Auch auf der PaintExpo 2024 zeigt das Unternehmen seine innovativen Lösungen rund um die Themen Energie, Qualität, Effektivität und Wirtschaftlichkeit in Lackierbetrieben.

Pulverlack aus Plastikflaschen und Trend-Pulverlacke Vision 2030

Sherwin-Williams zeigt auf der PaintExpo 2024 mit den Powdura ECO-Pulverbeschichtungen eine außergewöhnliche Innovation. Dabei werden Plastikflaschen (Post-Consumer-rPET) in ein haltbares, hochleistungsfähiges Polyesterharz umgewandelt. Jedes Kilogramm Powdura ECO-Beschichtung beinhaltet den gleichwertigen Anteil von 35 recycelten Plastikflaschen und minimiert die CO2-Emission um ein Kilogramm. Powdura ECO bietet nach Firmenangaben dieselben Eigenschaften wie herkömmliche Polyester­pulverlacke. Die Powdura ECO-Beschichtun­gen eignen sich für den Einsatz im Innen- und Außenbereich. Zudem bieten sie erhöhte Flexibilität und Schlagfestigkeit sowie herausragende Balance der mechanischen Eigenschaften, großartige Farbbeständigkeit und Lösungsmittelresistenz. Die Lacke dieses Systems lassen sich sämtlichen Anforderungen anpassen und eignen sich für Zertifizierungen durch Dritte wie LEED, GREENGUARD und BIFMA Level.

Ebenfalls wird die neue Vision 2030-Pulverlack-Kollektion, die den modernen Stil von Syntha Pulvin in vier inspirierenden Farbpaletten zum Ausdruck bringt, gezeigt. Alle 48 Beschichtungen erfüllen die Anforderungsprofile der Qualitätsgemeinschaften: GSB Florida 3 und Qualicoat Class 2. Inspiriert von Nostalgie, Auswirkungen der Technologie auf Großstädte, Natur und Gemeinschaftsgefühl, rufen die Farben Emotionen hervor, definieren globale Kulturen und regen die Vorstellungskraft an.

Internationale Aussteller mit zahlreichen Neuheiten

Die PaintExpo hat auch in diesem Jahr international viel zu bieten; so liegt der Anteil an internationalen Ausstellern Stand Januar 2024 bei über 40 Prozent. Unter anderem gehört Ecoline dazu: Das polnische Unternehmen gibt auf der Weltleitmesse Auskunft über eine neue robotergesteuerte Pulver­beschichtungsanlage, bei der eine Reihe von patentierten Lösungen und modernen Technologien zum Einsatz kommen. Darunter ist beispielsweise eine modulare Roboter-Pulverbeschichtungskabine, die nach Angaben des Ausstellers durch die sandwichartige Schichtwandstruktur eine schnelle Pulverentfernung garantiert. Das Absorptionssystem besteht aus einem Verbindungskanal und aus einem Zyklon mit sehr hohem Wirkungsgrad.

Der Schweizer Aussteller coatmaster präsentiert die nächste Generation des ­coatmaster Flex, eine mobile Lösung zur berührungs­losen Schichtdickenmessung. Neu daran ist die beschleunigte Messgeschwindigkeit. So können jetzt nach Ausstellerangaben über zehn Messungen in weniger als 20 Sekunden abgeschlossen werden. Zudem konnte der Messbereich sowie die Genauigkeit der Messungen, sowohl im oberen als auch im unteren Schichtdickenbereich, deutlich optimiert werden. Die Anwender profitieren darüber hinaus davon, dass die Verbesserungen vollständig in der Cloud vorgenommen wurden und somit keine manuellen Eingriffe am Gerät erforderlich sind.

Ticketshop geöffnet

Das Fachpublikum kann ab sofort im Online-Ticketshop auf der Website der ­PaintExpo Eintrittskarten für die Messe kaufen. Das Aussteller- und Produktverzeichnis, in dem die Besucher vor, während und nach der PaintExpo zu Firmen- und Produktinformationen recherchieren können, ist ebenfalls auf der Website online.

Darüber hinaus wartet eine Neuerung auf die Messeteilnehmer: Special Interest Themen werden im Rahmen der diesjährigen Paint­Expo eingeführt. Das neue Angebot umfasst die Schwerpunkte Nachhaltigkeit, Karriere sowie Ausstelleraktionen und ermöglicht den ausstellenden Unternehmen, ihre thematisch passenden Angebote im Aussteller- und Produktverzeichnis im Vorfeld der Messe vorzustellen. So können die Besucher mithilfe der digitalen Ergänzung auf der PaintExpo in Karlsruhe gezielt Entdeckungen zu diesen Schwerpunkten machen.  Matthias Horber

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