Energie- und Ressourcenbedarf im Blick

Werkstoffe 07. 08. 2021

Die aktuelle Situation in vielen Bereichen der Wirtschaft macht zum einen die hohe Abhängigkeit von vor allem asiatischen Lieferanten deutlich, weist zum anderen aber auch auf die Probleme einer globalen Logistik hin. Dabei wird zunehmend die starke Fokussierung auf die Kosten zur Herstellung von Produkten und Zwischenprodukten in Frage gestellt. In diesem Hinblick wird die Forderung nach Produktionskapazitäten in Europa wieder stärker hörbar. Zugleich wird deutlich, dass Verfahren und Technologien mit geringem Ressourcen- und Energiebedarf die Zukunft bedeuten. Unter Umständen wäre es zudem angebracht, dass jeder Einzelne seinen Konsumbedarf daraufhin überprüft, was wirklich sinnvoll und nötig ist.

Die Oberflächentechnik und insbesondere die Beschichtungstechnik sind im Hinblick auf den Ressourcenverbrauch in einer guten Position. So zeigt einmal ein Autorenteam des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU und der TU Chemnitz in einem Beitrag auf Seite 22 der vorliegenden Ausgabe, wie sich durch Anpassung des Beschichtungsprozesses deutlich bessere Eigenschaften der Oberfläche erreichen lassen, und zugleich der Werkzeugeinsatz für die Bearbeitung optimiert werden kann, so dass der Anwender einen erkennbaren Wettbewerbsvorteil erzielt – wie die Autoren als Fazit betonen.

Im Hinblick auf den Ressourcenverbrauch bietet sicherlich auch die ALD-Beschichtung (ALD – atomic layer deposition bzw. Atomlagenabscheidung) Vorteile. Bezüglich der Geschwindigkeit im Vergleich zu anderen Verfahren ist ALD eine sehr langsame Technologie, wenn es um den Aufbau der Schichten geht. Allerdings weist das Verfahren eine kaum zu übertreffende Bedeckungsfähigkeit des Substrats auf, da der gasförmige Ausgangsstoff für die Schicht eigentlich jeden noch so ungünstig liegenden Bereich eines Substrats erreicht. Auch wenn die finale Schicht im Verhältnis zu anderen Schichttypen sehr dünn ist, zeigt das Autorenteam der Hochschule Furtwangen (Beitrag Seite 15 ff), dass die Barrierewirkung der Schicht exzellent und so deren Einsatz in der Medizintechnik, der Elektronik oder der Lebensmittelverpackung von großem Vorteil ist.

Diese Beispiele zeigen, dass die Welt der Oberflächentechnik in Zukunft immer vielfältiger werden wird, aber für die vielen Herausforderungen Lösungen anbieten kann. Die WOMag wird ihren Teil dazu beitragen und auch in Zukunft interessante und zukunftsweisende Technologien verständlich darstellen und Leser und Leserinnen auf dem Laufenden halten.

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