Der Werkstoff Wasser in der Industrie – Anlagentechnik für höchste Ansprüche

Oberflächen 09. 12. 2019
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Anlagen- und Verfahrenslieferant aqua plus GmbH stattet eine der größten Anlagen zur galvanischen Kunststoff­beschichtung bei der Hansgrohe Group am Standort Offenburg aus und unterstreicht damit seine Leistungsfähigkeit

Seit Anfang des Jahres ist die neue, von der Atotech Deutschland errichtete Anlage bei der Hansgrohe Group in Offenburg in Betrieb. Diese Anlage setzt Maßstäbe für das moderne Beschichten von Kunststoffen für ­höchste dekorative Anforderungen. Die hierfür genutzten wegweisenden Technologien im Bereich der Nasschemie setzen eine besonders effektive Nutzung der Ressource Wasser voraus. Ein entsprechendes hochwertiges Wassermanagement umfasst sowohl die Wasser­aufbereitung als auch die Aufarbeitung von verbrauchtem Wasser in unterschiedlicher Zusammensetzung. Für das in den Prozess eingebrachte Rohwasser (in der Regel das ortsübliche Trinkwasser) muss gewährleistet werden, dass keinerlei Fremdstoffe den Beschichtungsprozess beeinflussen und insbesondere für die Schlussreinigung am Ende der Beschichtungsfolge jede Art von Rückständen auf den hochdekorativen Oberflächen vermieden wird. Die verbrauchten Spülwässer wiederum müssen so aufgearbeitet werden, dass die anfallenden metallhaltigen Abfälle nach Möglichkeit einer Wiederverwertung zugeführt werden können. Zugleich sollte die Menge an nicht mehr nutzbarem Abwasser so gering wie möglich sein. Da sich Hansgrohe für die Beschichtung aus einem sechswertigen Chromelektrolyten entschieden hat, muss zudem dafür gesorgt werden, dass kein toxisches Chrom(VI) freigesetzt werden kann.

In Zusammenarbeit mit Hansgrohe und dem Anlagenhersteller Atotech Deutschland entstand für die aqua plus GmbH eine ihrer größten Anlagen zur Wasser- und Abwasser­behandlung im Bereich der Galvanotechnik. Die Anlage erfüllt alle Anforderungen des Auftraggebers und sie kann in ihren Dimensionen als beeindruckend bezeichnet werden:

  • Frischwasseraufbereitung mittels VE-Anlage mit einer Leistung von 10 m3/h
  • Kreislaufanlage für saure Spülwässer und separat für chromhaltige Spülwässer mit einer Gesamtleistung von 20 m3/h
  • Kreislaufanlage für Schlussspüle mit einer Leistung von 8 m3/h (Leitfähigkeit < 1 µS)
  • Behandlung von kupferhaltigem Wasser mit Zerstörung des Komplexbildners aus der chemischen Verkupferung mit einer Leistung von 17 m3/Tag und Kupferelek­trolysezelle mit vorgeschalteter Aufkonzentrierung mittels Ionenaustauscher
  • Behandlung von nickelhaltigem Abwasser mit einer Leistung von 30 m3/Tag, Mono-
    Schlammbehandlung sowie Kammerfilterpresse für Nickelschlamm
  • Behandlung von chromhaltigem Wasser (automatischer Behandlungsablauf) mit einer Leistung von 60 m3/Tag sowie einer absolut vollautomatischen Kammerfilterpresse für chromhaltigen Schlamm
  • Chargenanlage für ammoniumhaltige Abwässer aus der Stufe elektrolytisches Strippen mit automatischem Behandlungsablauf mit Abtrennen des Ammoniums durch Membrantechnik mit einer Gesamtleistung von 5 m3/Charge
  • Pendel-Chargenanlage für saure und allgemeine Abwässer mit automatischem ­Behandlungsablauf und einer Leistung von 32 m3 pro Einzelcharge
  • Schlussfiltration und Schlussneutralisation mit Kiesfilter, Selektivaustauscher und pH-Kontrolle, automatische Messung für Chromsäure, automatische Verriegelung nach pH-Endkontrolle und elektronische Registrierung der Messwerte einschließlich Online-Messung von Chromat mittels Analysenautomat
  • Kammerfilterpressen, bei denen die Filtertücher im eingebauten Zustand automatisch abgesäubert werden
  • Chemikalienversorgung in Form von Betankungsstation, Lagertanks, Ansetz-/Dosierstationen, automatischer Kalkmilch­station
  • Schaltschrank mit einer S7-Steuerung und PC-gesteuerter Prozessvisualisierung

Blick in die Reihe mit den großdimensionierten Behältern für das Wassermanagement der neuen Galvanikanlage bei Hansgrohe

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