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Verbände 08. 08. 2019
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Verband für die Oberflächenveredelung von Aluminium e. V. (VOA)

Verstärkung im Bereich Technik

Die Geschäftsstelle des Verbands für die Oberflächenveredelung von Aluminium e. V. (VOA) in München begrüßt Matthias Krämer in der Funktion des Leiters Technik.

Dr. Alexa A. Becker (VOA-Geschäftsführerin), Matthias Krämer (Leiter Technik VOA), Michael Oswald (Vorsitzender VOA) (von links nach rechts) (Quelle: VOA)

 

Matthias Krämer wird die Technische Kommission leiten, sowie bei der Vergabe der internationalen Qualitätszeichen Qualanod, Qualicoat, Qualideco und Qualistrip für den deutschen Verband tätig sein. Besonders am Herzen liegt dem Diplom­ingenieur, der aus der Beschichtungsbranche kommt und langjährige Erfahrungen als Geschäftsführer eines solchen Unternehmens mitbringt, der pragmatische aber dennoch wissenschaftliche Ansatz. Er freut sich darauf, die Eloxal- und Entlackungsbranche sowie die Beschichtungsindustrie in technischen Themen zu unterstützen und die Fortbildung in den Fokus zu rücken. VOA-Geschäftsführerin Dr. ­Alexa A. Becker freut sich auf die Ergänzung in der Geschäftsstelle: Matthias Krämer zeichne seine professionelle Expertise aus, die er als ehrenamtlich tätiger Vorstand des VOA schon bewiesen habe. Mit dem Wechsel in die Geschäftsstelle beschreiten wir neue, für die Mitglieder und die Industriebranche überaus effektive Wege.

Deutsche Gesellschaft für Galvano- und Oberflächentechnik e.V. (DGO)

Bezirksgruppe Thüringen

Galvanotechnik – ­Anwendungen für Lithiumionenbatterien?

Die Fortsetzung der Bezirksgruppenveranstaltung an der Technischen Universität Ilme­nau beschäftigte sich mit dem aktuellen Thema Galvanotechnik für die Batterie. Dazu referierte Dr. Michael Stich, ­wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Ilmenau, ­Fachgebiet Elektrochemie und Galvanotechnik. Nach einleitenden Worten zu seiner fachlichen Entwicklung stellte er den klassischen und bipolaren Aufbau von Lithiumionenbatterien vor.

Die bipolaren Zellenanordnungen mit ­hohen Zellspannungen, einfachem ­Batterieaufbau bei günstiger Bauraumausnutzung ­sowie gleichmäßiger Strom- beziehungsweise Potentialverteilung erfordern eine ­langlebige Dichtheit zwischen den Elektroden und eine sichere Ableitung des Stroms. In diesem Zusammenhang wurden wichtige Anforderungen an Stromableiter für Lithiumionenbatterien, wie gute Leitfähigkeit, chemische/elektrochemische Stabilität und vertretbare Kosten, genannt. Besonders das Korrosionsverhalten der bipolaren Stromableiter kann durch galvanische Beschichtungen positiv beeinflusst werden. Dazu stellte Dr. Stich sowohl anoden- als auch kathodenseitig mehrere Varianten vor, die durch cyclovoltammetrische Korrosionsuntersuchungen an Stromableitern untermauert wurden.

Als Bipolarstromableiter kamen Nickel, Kupfer/Aluminium und Nickel/Aluminium zum Einsatz. Zu diesem Zweck wurde im Labormaßstab Nickelfolie auf Edelstahlzylinder abgeschieden und außerdem aus Gewichts-/Kostengründen beidseitig vernickelte Aluminiumfolie für Testzwecke eingesetzt. Die Herstellung dieser Folien erforderte einen beachtlichen experimentellen Aufwand, um qualitativ gute Schichten zu erhalten. Diese Folien können jedoch nur als Stromableiter eingesetzt werden, wenn sie porenfrei sind.

Die Tests der verschiedenen Stromableiter erfolgten im Batterieelektrolyten unter Inertgasatmosphäre mit anschließender Aufnahme von cyclovoltammetrischen Kurven. Die Ergebnisse zeigten, dass sich Nickelfolie stabil bei niedrigen Stromdichten im gesamten Potentialbereich der Lithiumionenbatterie verhielt. Ähnliche Ergebnisse zeigte auch die mit Nickel beschichtete Aluminiumfolie, wenn die Nickelfolie dicht anliegt und porenfrei ist. Mit Kupfer beschichtete Aluminiumfolie zeigt nur bei niedrigem Potential solche Werte.

Die Auswertung von Stromdichte-­Potential-Kurven zeigt deutlich höhere Korrosionsstromdichten von Kupfer gegenüber Nickel und Nickel/Aluminium. Die Untersuchungsergebnisse bestätigen, dass Nickel und mit Nickel beschichtetes Aluminium gegenüber Kupfer und Kupfer/Aluminium eine hohe Stabilität im gesamten Spannungsbereich im Batterieelektrolyten aufweist. Voraussetzung ist jedoch eine absolute Porenfreiheit der galvanisch abgeschiedenen Folie.

Mit der Ankündigung, weiterführende Untersuchungen zu dieser Problematik durchzuführen, beendete Dr. Michael Stich seinen interessanten Vortrag mit dem Hinweis, dass detaillierte Angaben zum Korrosionsverhalten von bipolaren Stromableitern für Lithiumionenbatterien in der Fachzeitschrift Galvanotechnik 12/2018, S. 2330 ff und Galvanotechnik 1/2019, S. 67 ff enthalten sind.

Dr. Peter Kutzschbach

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