Exzellente Forschung: IWT wird Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft

Werkstoffe 07. 05. 2017
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Große Freude in Bremen: Zum 1. Januar 2018 wird die Stiftung Institut für Werkstofftechnik (IWT) neues Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Dies gab die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) Anfang April 2017 bekannt. Dem Beschluss ging eine Evaluierung durch die Leibniz-Gemeinschaft und den Wissenschaftsrat voraus.

In ihrer Sitzung am 7. April hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) beschlossen, die Stiftung Institut für Werkstofftechnik (IWT) Bremen in die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL) aufzunehmen. Das IWT wird zukünftig die Sektion D (Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften) der Wissenschaftsgemeinschaft verstärken. Professor Zoch, geschäftsführender Direktor und Leiter der Hauptabteilung Werkstofftechnik des IWT, freut sich sehr über die Aufnahme des Instituts in die Leibniz-Gemeinschaft und die damit verbundene Anerkennung der Forschungs­arbeit. Nun müsse die als Verein organisierte Leibniz-Gemeinschaft, der aktuell 91 Forschungsinstitute angehörten, der Aufnahme des IWT bei der Mitgliederversammlung im November noch ­zustimmen. Das gilt nach seinen Worten aber als Formsache. Zum 1. Januar 2018 werde das IWT dann ganz offiziell ein Leibniz-Institut.

Erfolgreicher Abschluss des mehrjährigen Bewerbungsverfahrens

Der Entscheidung ging ein mehrjähriges Bewerbungsverfahren voraus. Bereits 2015 beantragte das Wissenschaftsressort bei der Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz der ­Freien Hansestadt Bremen die Aufnahme des IWT in die Leibniz-Gemeinschaft. Im März 2016 leitete die Begutachtung durch eine Gutachterkommission der Leibniz-Gemeinschaft die zweite Phase des Bewerbungsverfahrens ein. Die Kommission beurteilte in diesem Zuge die Eignung und Passfähigkeit des IWT für die Wissenschaftsgemeinschaft. Im Juli letzten Jahres folgte eine zweitägige Evaluation durch eine zwölfköpfige Kommission des Wissenschaftsrates, des höchsten wissenschaftlichen Gremiums der Bundesrepublik. Professor Scholz-Reiter, Rektor der Universität Bremen, war ebenfalls in die Evaluation des IWT durch den Wissenschaftsrat einbezogen. Wir freuen uns sehr darüber, dass die Stiftung Institut für Werkstofftechnik zusammen mit den ­assoziierten Fachgebieten Werkstoff-, Verfahrens- und Fertigungstechnik der Universität Bremen diesen Erfolg erreicht hat. Die Aufnahme des IWT in die Leibniz-Gemeinschaft schaffe neues ­Potential für eine hervorragende Weiterentwicklung der Materialwissenschaften innerhalb und im Umfeld der Universität Bremen, so ­Scholz-Reiter.

Bereits im Januar 2017 hatte der Wissenschaftsrat das positive Resultat seiner Evaluation bekannt gegeben und auf seiner Homepage veröffentlicht. Sowohl die wissenschaftliche Qualität der Arbeit des IWT als auch die strukturelle Relevanz des IWT für das gesamte Wissenschaftssystem bewertete der Wissenschaftsrat als exzellent. Das Bewerbungsverfahren war nach den Worten von Professor Brinksmeier, Leiter der Fertigungstechnik im IWT, eine intensive und arbeitsreiche Zeit für alle Beteiligten. Erst das begeisternde Engagement und das Zusammenwirken aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis hin zum Betriebsrat des IWT habe den Erfolg ermöglicht. Professor Brinksmeier betonte namens des IWT insbesondere auch die hervorragende Kooperation mit dem Wissenschaftsressort und der Universität ­Bremen.

Zukunft braucht Herkunft – IWT Bremen forscht am Puls der Zeit

Seit 1950 wird am IWT, damals noch als Institut für Härterei-Technik (IHT), auf dem vielschichtigen Gebiet der Metallbe- und -verarbeitung geforscht. 1975 wurde das IWT in eine Stiftung der Arbeitsgemeinschaft Wärmebehandlung und Werkstofftechnik (AWT) und des Landes Bremen überführt. Die vorhandene Stiftungsstruktur wird auch nach der Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft beibehalten.

Seit 1986 forscht das IWT neben werkstofftechnischen Themen zudem auf den Gebieten der Verfahrens- und Fertigungstechnik – ein deutschlandweites ­Alleinstellungsmerkmal. Inzwischen angesiedelt auf dem Campus kooperiert das IWT eng mit der Universität Bremen und deren Fachbereich Produktionstechnik. Das IWT betreibt sowohl Grundlagenforschung als auch anwendungsorientierte Forschung bis hin zum direkten Erkenntnistransfer in die Praxis.

Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft zu sein, bietet den Forschern nach Aussage von Professor Mädler, der im IWT die Verfahrenstechnik leitet, viele Anknüpfungs­punkte und Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Leibniz-Instituten. Hier sehe man großes Potenzial. Die Aufnahme in die Bund-Länder-Finanzierung bietet dem Institut zudem verbesserte Möglichkeiten, die Forschung an Zukunftsthemen zu intensivieren. Das IWT, das sich als Mission der Erforschung von Prozessketten hochbeanspruchter metallischer Bauteile verpflichtet fühlt, sieht große Chancen und Herausforderungen bei der Ressourcen- und Energieeffizienz, dem Leichtbau und der Werkstoff-, Verfahrens- und Fertigungsentwicklung, bei der in Sonderforschungsbereichen gerade unkonventionelle, neuartige Wege beschritten werden.

 
Text zum Titelbild: Direktoren des IWT (v.l.n.r.: Prof. Lutz Mädler, Prof. Hans-Werner Zoch, Prof. Ekkard Brinksmeier)
 

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