Welches Material hätten Sie denn gern?

Werkstoffe 08. 05. 2016
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Veranstaltung Praxiszeit Material des Netzwerkes surface.net am 3. März 2016 in Hattingen

Zweifellos ist die Suche nach einem geeigneten Material für ein innovatives Produkt eine der wichtigsten Herausforderungen bei der Entwicklung. Es geht aber nicht nur um das Substrat selbst sondern auch um den Gesamtverbund für die geforderten Funktionen. Und – immer wichtiger – um das, was nach dem Lebensende des Produkts mit dem verbleibenden Material geschieht.

Verschiedene Netzwerke und Initiativen nehmen sich diesen Themen an. Eine davon ist das netzwerk-surface.net Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e. V. gemeinsam mit dem FachwerkMetall in Nordrhein-Westfalen. Für die Betriebe, die sich den Anforderungen der Kunden zur Realisierung der gewünschten Funktionen stellen müssen, ist die Auswahl von geeigneten Materialien wesentlich. Und damit auch die Kenntnis, was überhaupt zur Verfügung steht. Hier die Informationen zusammenzustellen und zur Verfügung zu stellen – darin sieht das Netzwerk seine Aufgabe. Auf der Veranstaltung Praxiszeit Material wurden diese Punkte aufgegriffen, im Schwerpunkt die Wechselwirkung der Oberflächeneigenschaften mit den Substrateigenschaften.

Es wurde deutlich, dass es keine Funktion gibt, die nicht durch eine Materialkombination erreicht werden kann. Neben den wesentlichen Zielsetzungen der Lebensdauererhöhung der Bauteile und die Anpassung an das Verwendungsmedium (z. B. Biokompatibilität) nehmen automatische Reaktionen der Materialien auf Reize von außen als Smarte Materialien einen immer größeren Raum ein. Hier helfen bewährte regionale Forschungsinfrastrukturen und aktiver Technologietransfer den Betrieben, Informationen zu erhalten.

Darüber hinaus werden Zusammenstellungen der Materialien selbst und Erfahrungen über deren Nutzung mittels geeigneter Datenbanken immer wichtiger. Doch Datenbanken alleine sind nicht ausreichend. Die intelligente Interpretation der Informationen kann nicht automatisiert werden – dafür gibt es zu viele Möglichkeiten, die auf den ersten Blick keine Unterschiede zeigen.

Es stellt sich also die Frage, wie Entscheidungen erfolgen können oder sollen. Zunächst: Konkretisierung der Anforderungen,­ dann viele Informationen. Diese werden typischerweise mit den eigenen rationalen Erfahrungen interpretiert. Doch eine Entscheidung wird sehr häufig aufgrund von Gefühlen und Einschätzungen getroffen, die rational durchaus schwer zu begründen sind.

Gezeigt hat die Veranstaltung wieder einmal, dass Information und Informationsvermittlung wesentlich sind. Allerdings ist es notwendig, die zur Verfügung stehenden Informationen aufgearbeitet zu präsentieren. Ein reiner Austausch von Erfahrungen trägt zu einer Entscheidung bei, ist aber nicht ausreichend. Auch ist die Fokussierung auf eine einzelne Branche oder ein einzelnes Produkt nicht mehr tragfähig. Das Produkt muss als Teil einer Kette betrachtet werden – wie auch die Veranstaltung durch die Materials Chain im Ruhrgebiet eindrucksvoll bestätigte.

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