DGO e.V.  /  VOA e.V.

Verbände 10. 04. 2016
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Deutsche Gesellschaft für Galvano- und Oberflächentechnik e. V. (DGO)
Bezirksgruppe Thüringen

Fehlercharakteristik und Ursachen bei der dekorativen Vernicklung

Nach dem erfolgreich durchgeführten Leipziger Fachseminar fand im März 2016 die DGO-Bezirksgruppenveranstaltung zum Thema Fehlercharakteristik und mögliche Ursachen bei der dekorativen Vernicklung an der Technischen Universität Ilmenau statt. Als Referent konnte Rolf Profalla, Mitarbeiter der MacDermid Enthone Industrie Solutions gewonnen werden.

Rolf Profalla stellte die Fehlerproblematik bei der dekorativen Vernicklung als ein ständig auftretendes Phänomen dar. Fehler können auftreten, wenn sich Elektrolytzusammensetzung oder Arbeitsparameter verändern, eine nachlässige Wartung stattfindet oder wenn bei peripheren Einrichtungen Störungen unterliegen. Im Schichtaufbau Kupfer-Nickel-Chrom mindern Fehler die Qualität des Überzugs und können­ im dekorativen Bereich die Ausschussquote spürbar erhöhen. Dabei werden Fehler in sichtbare, wie Pickel, Erhebungen, Poren, Vertiefungen, und verdeckte, wie Haftung, Korrosion und Risse, unterschieden. Eindrucksvolle Fotos zeigten die Fehlerbilder.

Die nicht immer abgestimmte Vorbehandlung von den Grundmaterialien Eisen/Stahl, Messing, Zink-Druckguss, Aluminium oder Kunststoffe beeinflusst wesentlich das Auftreten von Fehlern. An konkreten Beispielen, wie ungenügende Reinigung der Substratoberfläche, unsaubere Anodensäcke, pulverförmige Abscheidung infolge zu hoher örtlicher Stromdichte oder durch anhaftende Gasblasen veranschaulichte Pofalla die verschiedenen Arten von Fehlern. Wildabscheidungen auf Gestellen und ungenügend ausgerichtete Blenden können auslösende Faktoren für das Auftreten von Fehlern sein, wenn nicht eine regelmäßige Pflege und Kontrolle erfolgt. Profalla schloss seinen Vortrag mit der These, dass sich Fehler nicht zu 100 Prozent vermeiden, aber wirkungsvoll reduzieren lassen.

In der anschließenden Diskussion wurde das Problem von offenen Stellen, Fehlern im Grundmaterial, Pickel auf Zink-Druckgussoberflächen und deren Beseitigung angesprochen. Die Kunststoffbeschichtung mit Nickel führt oft zu dunklen Flecken oder zu ungenügender Haftung der Schicht. Als Ursache werden fehlerhafte Vorbehandlung oder hohe innere Spannungen, besonders bei Glanznickelabscheidung, vermutet. Auch das Kreislaufwasser kann Initiator von Beschichtungsfehlern sein, wobei die alleinige Kontrolle der Leitfähigkeit noch keine verlässliche Aussage über die Qualität des Wassers gibt. Die Fachkollegen fühlten sich in der Aussage bestätigt, dass unsauberes Arbeiten und ungenügende Elektrolyt- und Anlagenpflege maßgebliche Fehlerquellen bei der galvanischen Beschichtung sind.

Zum Abschluss der Veranstaltung bedankte sich DGO-Bezirksgruppenleiter Jens Heinze bei Rolf Profalla und informierte die Teilnehmer über die nächste Veranstaltung im April.   Dr. Peter Kutzschbach

Verband für die Oberflächenveredelung von Aluminium e. V. (VOA)

VOA veröffentlicht Lagebericht der Branche 2015/2016

Der VOA vertritt als Wirtschaftsverband in Deutschland die Interessen von etwa 150 Mitgliedern aus den Bereichen Eloxieren, Beschichten und Entlacken. Er ist in Europa im europäischen Dachverband ESTAL vernetzt und steht in Deutschland für die internationalen Qualitätszeichen Qualanod, Qualicoat, Qualideco und Qualistrip. Jedes Jahr erhebt der Verband einen Lagebericht, der den Unternehmen dabei helfen soll, sich selbst einordnen zu können und der zudem ein Gesamtbild der Branche vermitteln soll. Neben nackten Zahlen gibt es auch interessante Rückschlüsse. Die Erhebung der Daten erfolgte anonym.

Die ordentlichen Mitglieder mit Unternehmen im Bereich der Oberflächenveredelung beschäftigen als Arbeitgeber zwischen­ sechs und 160 Mitarbeiter bei in etwa gleichbleibendem Personalstamm in den letzten Jahren. Knapp die Hälfte der Unternehmen plant Neueinstellungen, wobei die Inanspruchnahme von Zeitarbeitsfirmen im Gegensatz zum Vorjahr sank.

Aus- und Fortbildung wird bei den VOA-Mitgliedsunternehmen groß geschrieben: Mehr als die Hälfte der Unternehmen bildet aus, knapp 90 Prozent der Unternehmen bieten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Qualifizierungsmaßnahmen an und knapp 70 Prozent ergreifen Maßnahmen zur Bewältigung des demographischen Wandels. Die Zahl der Unternehmen, die den Facharbeitermangel als relevant einschätzen, sank um zehn Prozentpunkte vom letzten Jahr nun auf 63 Prozent.

In mehr als der Hälfte der Eloxalabteilungen wird dreischichtig gearbeitet, in Beschichtungsbetrieben überwiegend zweischichtig und im Entlackungsbereich in der Regel einschichtig.

Die Attraktivität der Branche wird durch die Aussage erhöht, dass fast 60 Prozent der Unternehmen flexible Arbeitszeiten anbieten und in etwa ein Drittel der Unternehmen mit einem Betriebsrat zusammengearbeitet wird. Die Zahlung nach Tarifvertrag erfolgt bei 15 Prozent der Unternehmen.

Die Kapazitätsauslastung der Unternehmen­ im Eloxal lag bei knapp 90 Prozent – ein leichtes Plus zum Vorjahr. Etwa 80 Prozent werden für den inländischen Markt produziert. Der Konjunkturverlauf 2015 wird mengenmäßig überwiegend mit gut bezeichnet. Ertragsmäßig liegt die Beurteilung bei befriedigend. Die aktuelle Preis­situation im ersten Quartal 2016 wird – wie 2015 – mit befriedigend beurteilt.

Im Bereich Beschichtung ergibt sich eine gleichbleibende Kapazitätsauslastung zum Vorjahr mit Fokus auf den inländischen Markt (ca. 70 %). Sowohl mengen- als auch ertragsmäßig wird der Konjunkturverlauf mit befriedigend bis schlecht beschrieben. Die Preissituation im ersten Quartal 2016 wird als schlecht beurteilt.

Bei der Entlackung liegt die Auslastung bei etwas mehr als 50 Prozent. Das bedeutet, dass hier noch Kapazitäten genutzt werden können, wobei fast ausschließlich für den inländischen Markt produziert wird. Im Bereich der Entlackung wird der Konjunkturverlauf sowohl mengen- als auch ertrags­mäßig mit befriedigend beurteilt. Die aktuelle Preissituation im ersten Quartal 2016 wird als befriedigend beurteilt.

Alle Unternehmen, die sich an der Erhebung der Daten beteiligt haben, planen für das Jahr 2016 Investitionen; dies vor allem in den Bereichen Energieeinsparung, Ersatzbeschaffung, Erweiterung und Umweltschutz. Das beruht ein Stück darauf, dass mehr als ein Viertel der Unternehmen davon ausgeht, dass sich das laufende Jahr konjunkturell besser entwickeln wird. Ebenso ergreifen fast alle Unternehmen Werbemaßnahmen.

Die Hälfte der Unternehmen befürchtet eine relevante Steigerung der Energiekosten.­ Knapp 80 Prozent der Unternehmen prognostizieren andere Erhöhungen der Produktionskosten; sie gehen mehrheitlich davon aus, dass sie die Erhöhung nicht an den Kunden weitergeben können. Nahezu alle Unternehmen wünschen sich den Abbau von Bürokratie.

Der Lagebericht der Branche spiegelt trotz geringer Beteiligung die Trends wieder. ­Unternehmen im Bereich des Eloxierens, Beschichtens und Entlackens sind Teil der globalen Lieferkette, produzieren derzeit insbesondere für den inländischen Markt. Die Unternehmen kümmern sich um die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, um qualitativ hochwertige Produkte herstellen zu können, welche die Kunden zufriedenstellen.

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