Mit geballtem Know-how gegen Bakterien und Pilze

Medizintechnik 10. 04. 2016
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Oberflächenentwicklung: 4,7 Millionen Euro für Interreg-Projekt

Bakterien und Pilze haben in Sanitärbereichen, Krankenhäusern, Klima- und Lüftungsanlagen, Küchen und Lebensmittelbetrieben nichts zu suchen. Jetzt sagt ein Verbund aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen den Mikroorganismen den Kampf an. Der Kick-off zu dem grenzübergreifenden Forschungsprojekt zur Fortentwicklung antimikrobieller Oberflächen und Membrantechnologien­ erfolgte am 10. März 2016 im Kennispark Twente in Enschede. Vor zirka 130 Teilnehmern nahmen Initiator Martin Gründkemeyer, ­Geschäftsführer Netzwerk Oberfläche NRW, und Victor van den Chijs, Präsident der Universität Twente in Enschede, den Bewilligungsbescheid über 4,7 Millionen Euro von Karl-Uwe Bütof aus dem NRW-Wirtschaftsministerium entgegen.

An dem vom Netzwerk Oberfläche NRW ­initiierten Interreg-Projekt sind 19 Partner aus Holland und Deutschland beteiligt. 150 Personen sind direkt involviert. Elf Stellen in der Wissenschaft wurden geschaffen. Die Produkt- und Prozessinnovationen der Oberflächentechnologie in der Grenzregion werden durch das Projekt nachhaltig gesteigert, erklärt Geschäftsführer Martin Gründkemeyer die Motivation der Beteiligten. Er sitzt im Technologiehof Münster und wird das Projekt mit einem Volumen von mehr als 6,5 Millionen Euro leiten.

Bakterien und Pilze können nicht nur die Gesundheit gefährden, sondern auch in Produktionsanlagen die Materialien schädigen oder den Energieaufwand in die Höhe schnellen lassen. Zur Erzielung antimikrobieller Oberflächen wird nach den Worten von Gründkemeyer auf den Einsatz konventioneller Biozide und Schwermetallverbindungen konsequent verzichtet. Alternativ würden intrinsisch antimikrobielle Poly­mere und hochenergetische Nanopartikel untersucht und anwendungsspezifisch weiterentwickelt.

Der Schwerpunkt des Projekts Sustainable Surfaces & Membranes (S²M) liegt in der Entwicklung vo antimikrobiellen Oberflächen. Diese kommen in Beschichtungen für den Außeneinsatz, in hygienisch sensiblen Bereichen oder in antimikrobiellen Kleb- und Dichtstoffen in Sanitärbereichen­ und Kühlräumen zum Einsatz. Des Weiteren liegt der Fokus auf der Entwicklung und Optimierung von Membranen, die in Lebensmittelverpackungen, in der Lebensmittelproduktion – zum Beispiel in der Trinkwasseraufbereitung und Milchfiltra­tion – oder in Brennstoffzellen genutzt werden. Ergänzend werden eine appara­tive Methode zur Charakterisierung von Biofilmen und ein Standardtestverfahren für die Charakterisierung der Verkeimung bei Dispersionsfarben entwickelt.

Beiträge aus Münster leisten das Institut für Molekulare Mikrobiologie und Biotechnologie der Universität Münster sowie die Fachhochschule Münster, das Institut für Nachhaltige Ernährung (iSuN) der FH Münster und die Transferagentur FH Münster GmbH.

Zu dem Kreis zählen auch die nanoAnalytics GmbH und die Mikrobiologisches Labor Dr. Michael Lohmeyer GmbH. Aus dem Umland bringen sich der Bauspezialist Wedi, der Haushaltswarenhersteller Emsa und der Farbenproduzent J. W. Ostendorf ein. Die Akteure auf holländischer Seite kommen aus Apeldoorn, Hengelo, Dinxperlo, Zwolle, Zutphen und Enschede. Die Fragestellungen der Unternehmen werden in Kooperation mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen bearbeitet.

Das Projekt Sustainable Surfaces & Membranes (S2M) wird im Rahmen des Interreg-­Programms Deutschland-Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes NRW, des Ministerie van Economische Zaken, der Niedersächsischen Staatskanzlei sowie den Provinzen Gelderland en Overijssel kofinanziert.

 

Text zum Titelbild: Martin Gründkemeyer (r.), Geschäftsführer des Netzwerks Oberfläche NRW, und Victor van den Chijs (Mitte), Präsident der Universität Twente in Enschede, nahmen den Förderbescheid über 4,7 Millionen Euro von Karl-Uwe Bütof (l.) aus dem NRW-Wirtschaftsministerium entgegen. Gründkemeyer ist Initiator und Leiter des Projekts „Sustainable Surfaces & Membranes (S²M)“ (Foto: Martijn Slont)

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