Mit Energiemanagementsystem und Blockheizkraftwerk in eine energieeffiziente Zukunft

Oberflächen 08. 05. 2015
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Benseler investiert in Energieeffizienz

Tag für Tag arbeiten an den acht Standorten der Benseler-Firmengruppe in Deutschland weit über 120 Produktionsanlagen. Sie beschichten oder entgraten, sie reinigen, sortieren, befördern und verpacken Bauteile aller Art – von der kleinsten Schraube bis zum metergroßen Schwergewicht. Der Energieaufwand dafür ist groß, in Zeiten knapper werdender Rohstoffe eine ­Herausforderung. Deshalb hat Benseler in Zusammenarbeit mit einem externen Energieberatungsunternehmen ein standortübergreifendes Energiemanagementsystem eingeführt. Das Ziel: Einsparpotenziale zu identifizieren. Zugleich hat die Firmengruppe am Standort in Bogen in ein erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk investiert.

Die Entscheidung, ein Energiemanagement­system einzuführen, fiel bereits Ende 2012. Die Zertifizierung nach ISO 50001 fand schließlich im Oktober 2014 statt. Die Benseler-Firmengruppe hat damit die Basis geschaffen, Strom und Gas künftig nachhaltig einzusetzen, bei energieintensiven Prozessen Rohstoffe einzusparen und nicht zuletzt auf diese Weise die Wirtschaftlichkeit in der Produktion halten zu können.

Eine besondere Herausforderung bei der gruppenweiten Einführung bestand vor allem darin, dass alle Standorte ihre Energiedaten erheben und einen energetischen Planungsprozess durchlaufen mussten. Dazu gehörte unter anderem das exakte Aufspalten des Stromverbrauchs für jede Anlage und deren Untereinheiten, das Identifizieren von individuellen Einsparmöglichkeiten sowie deren Umsetzung bis hin zur abschließenden Messung.

Bei diesen dokumentarischen Arbeiten ergaben sich durch das bereits im Jahr 2009 eingeführte Umweltmanagementsystem einige Synergieeffekte. So konnten aufgrund der ähnlichen Struktur Dokumente­ teilweise übernommen werden oder es ­waren lediglich kleinere Anpassungen und Ergänzungen nötig. Aufwendig aber war nach Aussage von Patrick Schmidt, Leiter Technik bei Benseler Sachsen in Frankenberg, die vielschichtigen Forderungen der Zertifizierung zu erfassen und praxisnah innerhalb bereits bestehender Systeme umzusetzen. Ein Prozess, der von einem 20-köpfigen Team umgesetzt worden sei.

Bogen setzt auf ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk

Nicht nur mit dem neuen Energiemanagementsystem investierte die Firmengruppe in den vergangenen Monaten in eine energieeffiziente Zukunft: In Bogen ging dafür im Herbst 2014 auch ein erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW) ans Netz. Dieser Schritt wollte jedoch laut Martin Greifenstein, Verantwortlicher für technische Projekte bei Benseler Beschichtungen Bayern, gut geprüft sein: Denn in der Vergangenheit hätten andere Benseler-Standorte vergleichbare Planungen wieder verworfen, da sich ein BHKW für deren spezifische Bedarfe als nicht geeignet herausgestellt habe. Der Grund hierfür war, dass sie höhere Grundtemperaturen von bis zu 200 °C benötigten. Das Heizsystem in Bogen hingegen arbeite mit einer Kerntemperatur von 95 °C – optimale Anforderungen für den effizienten Einsatz eines BHKW.

Parallel zum Bau des Kraftwerks, das eingehaust wurde, um das unmittelbar angrenzende Wohngebiet vor Lärm zu schützen, modernisierte Benseler auch die inzwischen in die Jahre gekommene Heizungsanlage. Insgesamt 13 Wochen dauerten die Erdarbeiten, das Verlegen der Leitungen, das Zusammenführen und Modernisieren zweier bestehender Heizungsanlagen sowie der Bau des BHKW. An zwei Samstagen wurde das Kraftwerk in die vorhandene ­Hydraulik integriert, sodass der Werksbetrieb nicht beeinträchtigt war.

Verstärkung für den Winter, Alleingang im Sommer

Auf 6,20 m x 3,20 m x 3,20 m erzeugt das Kraftwerk eine elektrische Leistung von 205 kW/h und eine thermische Leistung von 330 kW/h. In den Übergangs- und Sommermonaten liefert das BHKW damit – ohne Unterstützung durch die Heizungs­anlage – die komplette, für die Produktion­ benötigte Wärme. So sind beispielsweise­ im Entlackungsbad zu jeder Jahreszeit Temperaturen von bis zu 80 °C notwendig, um Beschichtungen zuverlässig zu entfernen. Da in den Sommermonaten aber viele Anlagen ohne Zusatzwärme arbeiten und auch die Hallenbeheizung entfällt, fallen Überschüsse an, die ein 20 000 Liter fassender Pufferspeicher auffängt. So läuft das Blockheizkraftwerk auch an heißen Tagen mindestens zwei bis drei Stunden, was die Grundvoraussetzung für die Rentabilität des Kraftwerks ist.

Über Benseler

Benseler ist kompetenter Dienstleister und Partner für technisch anspruchsvolle Lösungen in den Bereichen Beschichtung, Oberflächenveredelung, Entgratung und elektrochemische Formgebung von Serienteilen. Die Benseler-Firmengruppe mit Sitz in Markgröningen bei Stuttgart besteht aus den drei Geschäftsbereichen Organische Beschichtungen, Dünnschichtkorrosionsschutzsysteme sowie Entgratungen. Das Unternehmen entwickelt seine Kernprozesse stetig weiter, ergänzt sie um vor- und nachgelagerte Prozesse und pflegt Systempartnerschaften mit seinen Kunden. Sieben Standorte in Deutschland und Unternehmensbeteiligungen in Tschechien und der Schweiz stellen auch die räumliche Nähe zum Kunden sicher.

Die Benseler-Firmengruppe erzielte im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von rund 130 Millionen Euro. Derzeit sind über 950 Mitarbeiter beschäftigt. Nachhaltigkeit und soziales Engagement prägen neben technischer Expertise das Handeln des seit über 50 Jahren bestehenden Familienunternehmens.

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Der 20 000 Liter fassende Pufferspeicher nimmt Wärmeüberschüsse in den Sommermonaten auf

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