Werkstoffe als Produktions- und Kostenfaktor

Werkstoffe 10. 11. 2014

Bei der Bearbeitung von Werkstoffen zur Herstellung von Produkten fallen in der Regel Abfälle an, beispielsweise durch Drehen, Fräsen oder Bohren. Dies ist bei derartigen Verfahren der Formgebung nicht zu vermeiden, allerdings ist es in modernen Fertigungen heute Standard, dass die Abfälle weitgehend sortenrein gesammelt und in den Materialkreislauf zurückgegeben werden. Umgekehrt fällt beim Beschichten von Werkstoffen durch die galvanischen Verfahren nahezu kein Abfall während der Bearbeitung an. Minimale Mengen gelangen durch Verschleppung beim Spülen in das Abwasser. Dort werden die Wertstoffe entfernt und gehen ebenfalls in den Kreislauf zurück –allerdings gelingt dies weniger gut, da es sich häufig um Mischungen unterschiedlicher Stoffe handelt.

Bereits an diesem einfachen Beispiel wird klar, dass natürlich beim Recycling von Produkten die Herausforderung nochmals steigt, da eine große Zahl von unterschiedlichen Stoffkombinationen zu verarbeiten ist. Im vorliegenden Heft wird das Recycling am Beispiel von Batterien aufgezeigt. Das Batterierecycling ist insbesondere deshalb sehr interessant, weil ohne diese Speichermedien die Nutzung von alternativen Energien nahezu unmöglich ist und unsere unerlässlichen elektronischen Helfer ohne Batterien nicht denkbar sind.

Recycling und die Vermeidung von Abfällen bei der Herstellung von Produkten zählen zu wichtigen Aufgaben moderner Produktionen. Um aber den Werkstoffeinsatz bestmöglich gestalten zu können, ist eine genaue Analyse der Materialströme in Betrieben unerlässlich. Hier unterstützt die europäische Politik die kleinen und mittleren Unternehmen mit finanziellen Mitteln. Dass dies sowohl im Sinne der Ressourcenschonung als auch in betriebswirtschaflicher Hinsicht – wodurch die jeweiligen Unternehmen direkt Vorteile ziehen können – sinnvoll ist, zeigt eine Beispielrechnung von H. Arnolds und Kollegen (Materialwirtschaft und Einkauf, Springer Verlag, 2010). Nach Untersuchungen der Autoren kann bei einer Umsatzrendite von 7 % und einem Anteil an Materialeinsatz von 20 % durch eine Reduzierung der Kosten für das Material um 5 % – beispielsweise im Zuge einer Materialeffizienzanalyse und Umsetzung möglicher Einsparmaßnahmen –eine Umsatzsteigerung von 30 % erzielt werden. Solche Zahlen sind selbst in der stark wachsenden Industrienation China nicht alltäglich (näheres zu diesem Thema im Beitrag von Dr. König und Kollegen auf Seite 26ff).

Zum Jahresende wird wieder Bilanz der Geschäftstätigkeit des Jahres gezogen. Der effiziente Einsatz von Material und Energie rückt dann wieder in den Vordergrund – und das macht nach wie vor auch in den bereits sehr effizient arbeitenden Betrieben in Zentraleuropa durchaus Sinn.

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