Seit einigen Wochen werden die Auswirkungen der verschiedenen Unruheherde der Erde auf die Wirtschaft und den Konsum erkennbar. Die Produzenten beispielsweise in Russland werden wohl ihre Produktion drosseln, da sie von ausländischen Lieferanten nicht mehr die erforderlichen Bauteile erhalten. Umgekehrt leiden namhafte Hersteller in Europa unter dem Lieferstopp und müssen sich nach neuen Abnehmern umsehen, häufig unter Einbuße der Erlöse.
Einem vor kurzem in der Südwestpresse veröffentlichten Artikel zufolge liegen die Hauptkrisengebiete in den stark islamisch geprägten Staaten entlang der Mittelmeerküste bis nach Arabien und Indien – derzeit vor allem aufgrund der kriegerischen Aktivitäten der Gruppierung Islamischer Staat IS. Dabei wird sofort deutlich, dass es sich bei den betroffenen Staaten neben Russland um wichtige Gas- und Erdöllieferanten handelt. Es ist zu befürchten, dass in Kürze wieder die Energiepreisen stärker steigen werden. Dies wiederum kommt dann unter Umständen den Unternehmen zugute, die sich mit alternativer Energiegewinnung durch Wind- und Solarkraft befassen. Hauptschwäche waren hier bisher die fehlenden Möglichkeiten zur Energiespeicherung. Und damit ist wieder einmal die Werkstoff- und Oberflächentechnik gefragt. Moderne und zukunftsweisende Batterien basieren in erster Linie auf geeigneten elektrochemischen Oberflächensystemen – also dem Zusammenspiel von Werkstoff, Oberflächenstruktur und elektrochemischen Reaktionen. Vor allem die Fachleute der Elektrochemie werden hier zukünftig ein weites Betätigungsfeld haben.
Ein Thema, das sowohl die Werkstoffkundler als auch die Oberflächentechnik nach wie vor in Atem hält, ist REACh. Im Beitrag auf Seite 28 stellt Dirk Wiethölter ein Netzmittel ohne PFOS vor, das einen wichtigen Schritt für die Verchromungstechnologie und deren weitere Nutzung darstellte. Einen weiteren Gesichtspunkt zu REACh und den Folgen für die deutsche Industrie stellt Dr. Zimmer auf Seite 46 zur Diskussion.
Unter anderem zu diesem Thema hat der ZVO vor kurzem eine interessante Veranstaltung in Berlin abgehalten, über die auf Seite 30 berichtet wird. Vertreter von ZVO, DGO, BIV und FKG diskutierten in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft mit etwa 20 Mitgliedern des Bundestages und Mitarbeiter des Parlaments über drängende Probleme zu REACh, EEG und Seveso III. Die anwesenden Politiker zeigten sich erstaunt über die Probleme bei der Umsetzung der von ihnen mitgetragenen Verordnungen und sagten Unterstützung zu, um die für die kleinen und mittleren Unternehmen oftmals existenzbedrohende Situation zu verbessern. Allerdings forderten sie dazu auch die aktive Mitarbeit jedes einzelnen Betriebs in Form einer gemeinsamen Interessenvertretung ein. Hier sind die Unternehmen entlang der gesamten Prozesskette von der Entwicklung und Konstruktion bis zur Endmontage eines Produkts angesprochen – nur eine intensive Zusammenarbeit wird den gewünschten Erfolg bringen.
Das Angebot an Informationen entlang der Prozesskette ist die vorrangige Aufgabe der WOMag – Kompetenz in Werkstoff und funktioneller Oberfläche. Wir halten Sie deshalb auch weiterhin über wichtige Neuerungen auf dem Laufenden!