Die Automobilindustrie ist, gemessen am Umsatz, der mit Abstand bedeutendste Industriezweig Deutschlands. Im Jahr 2008 wurden 345,9 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Maschinenbau, die zweitstärkste Branche, erbrachte einen Umsatz von 225,5 Milliarden Euro. Rund 747 000 Personen waren 2009 in der Automobilindustrie hierzulande beschäftigt. Die Branche steuert mit rund 40 Prozent den deutlich größten Anteil an den gesamten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen der deutschen Wirtschaft bei; 2009 betrugen sie circa 22,1 Milliarden Euro. Der Exportüberschuss dieser Branche macht weit über die Hälfte des gesamten Exportüberschusses Deutschlands aus. Während Japan, aber vor allem China und die USA stärker für das Inland produzieren, gehen von der deutschen Pkw-Produktion rund 69 Prozent ins Ausland, die weltweit höchste Pkw-Exportquote. – Soweit ein kurzer Auszug aus der heute gerne genutzten Wissensquelle Wikipedia, der zwar nicht mehr ganz aktuell ist, aber einen Anhaltspunkt zur Sachlage und Wichtigkeit der deutschen Automobilindustrie bietet.
Neueren Datums ist eine Randnotiz der Daimler AG, die sich, um den Herausforderungen des Klimaschutzes zu begegnen, stärker auf den Kleinwagentyp Smart konzentrieren will. Es wird daran gedacht, sowohl die Modellzahl des Smarts als auch die produzierte Stückzahl zu erhöhen. Auf den ersten Blick ein guter Ansatz, auf den zweiten Blick aber auch mit einem schmerzhaften Einschnitt verbunden. Auf längere Sicht werden damit vermutlich mehr Kleinwagen auf unseren Straßen zu finden sein. Es wird weniger Ausgangsmaterial für die Herstellung benötigt, kleinere Bauteile werden be- und verarbeitet, beispielsweise auch weniger Flächen beschichtet, ob mit Metall oder mit Lack. Einige wichtige Bereiche der Zulieferindustrie werden sich in nächster Zukunft auf diesen Wandel einstellen müssen.
Eine weitere Nachricht aus dem Volkswagen-Konzern zielt in eine ähnliche Richtung. So wurde festgestellt, dass die Zahl der Bauteilvarianten überproportional groß ist. Es gibt beispielsweise 350 Arten an Außenspiegeln und 700 verschiedene Typen an Stoßfängern. Die Konzernleitung sieht dies als Belastung für die Rendite des Konzerns und plant die Einsparung von fünf Milliarden Euro durch Bereinigung der Typenvielfalt, was natürlich auch eine Reduzierung für die Planung, Logistik und die Zulieferervielfalt bedeutet.
In beiden Fällen ist der grundsätzliche Ansatz durchaus nachvollziehbar. Trotzdem wird er für viele vorgelagerte Produktionsbereiche zu Einschnitten führen, die bei der weiteren
Geschäftsplanung zu berücksichtigen sind. Reduzierungen oder neue Entwicklungen werden also für die nächsten Jahre unumgänglich sein. Bei einigen Zulieferanten wird auch Freude aufkommen, da eine Reduzierung der Typenvielfalt eine Steigerung der Stückzahl bei den verbleibenden Typen bedeutet!