Die zunehmende Verwendung von Leichtmetall, die Erhöhung der Anzugsdrehzahlen und hohe Vorspannkräfte erfordern immer bessere Topcoats – NOF Metal Coatings Europe stellt anerkannte Lösungen vor.
Die Deckschicht PLUS®VL auf einem Überzug aus GEOMET® 321 Grad A ist seit vielen Jahren eine Standardlösung in der deutschen Automobilindustrie. Sie vereint ausgezeichnete Leistungen beim Korrosionsschutz und beim Verschraubungsverhalten zu wettbewerbsfähigen Kosten. NOF Metal Coatings Group, Lieferant von Zinklamellenüberzügen mit wasserbasierter Chemie und gleichzeitig niedrigem
Lösemittelgehalt, hat bereits deutlich vor Inkrafttreten der Altautoverordnung (2000/53/CE) mit der Marke GEOMET® vollständig chrom(VI)- und chrom(III)freie Produkte angeboten.
Einsatz bei Volkswagen seit 2004
Zinklamellenschichten wurden bereits vor längerem entwickelt und laufend verbessert, um die Korrosionsschutzleistung und die Streuung der Reibwerte zu verbessern. Trotzdem hat die zunehmende Verschraubung von Teilen mit KTL-Oberflächen vermehrt Schwierigkeiten wie Stick-Slip-Effekte gezeigt. Aus diesem Grund hat die Volkswagen AG Prüfbedingungen vorgegeben, die potentielle Probleme beim Verbau besser erkennbar machen:
- Voranzug mit 200 min-1 und Endanzug mit 20 min-1
- Mehrfachanzug in direkter Folge
- Warmlösen bei 150 °C
PLUS® VL wurde von VW nach Verschraubungsversuchen auf verschiedenen Schraubenarten (z. B. Verbundkopf- oder Kombischraube) 2004 freigegeben. 2006 wurde die Prüfnorm VW 01131 veröffentlicht und bestimmte Versuchsbedingungen wurden in die Norm VSA 235-203 übernommen.

Mit GEOMET® 321 + PLUS® VLh beschichtete Verbindungselemente
Mit seinen hochqualifizierten Lizenznehmern und dem überzeugenden Qualitätssystem der NOF Metal Coatings-Gruppe wurde GEOMET® 321 + PLUS® VL eines der am häufigsten verwendeten Zinklamellensysteme in Deutschland und Europa.
Entwicklung der Werkstoffe und präzise Verschraubungsbedingungen
Eine bedeutende Zahl der eingesetzten Verschraubungen erfolgt heute mit hohen Drehzahlen, aber auch mit Drehmoment-Drehwinkel-Verfahren. Bestimmte Schraubengeometrien zeigen in Verbindung mit KTL-Oberflächen aus der Serienproduktion eine höhere Anfälligkeit für Stick-Slip. Außerdem hat der Trend zur Gewichtsreduzierung die zunehmende Nutzung von Leichtmetallen gefördert. Diese kommt sowohl als Kopfauflage aber auch als massives Gewinde mit einer Länge von > 2,5 x Durchmesser vor. Wenn bei automatisierten Produktionsprozessen die Vorspannkraft variiert oder gar außerhalb der Toleranz liegt, kann dies kritisch für sicherheitsrelevante Zusammenbauten wie Chassis- oder Fahrwerksverschraubungen werden.
Volkswagen hat daraufhin genauer gefasste Anforderungen in die letzte Ausführung der Spezifikation VW 01131-1/2 aufgenommen:
- 5-fach Anzug auf KTL-Oberflächen
- ein überelastischer Anzug auf Aluminium
- eine Liste von Referenzteilen (Schrauben, Muttern und Prüfleisten) von einem einheitlichen Lieferanten
Andere Fahrzeughersteller nutzen ihrerseits eigene Testverfahren um sicherzugehen, dass das Reibverhalten ihren anspruchsvollen Schraubfällen gerecht wird.
Die NOF Metal Coatings Group hat das Produkt PLUS® VL, das in der Mehrzahl der Fälle gute Ergebnisse aufweist, angepasst, um auch die neuen Anforderungen zu erfüllen. Die Ausführung PLUS® VLh verhindert Probleme auf KTL-beschichteten Oberflächen und zeigt vor allem hervorragende Ergebnisse bei Verschraubungen auf Aluminium oder in Aluminiumgewinden. Das Topcoat wird mit den gleichen technischen Bedingungen, Temperaturen und weiteren wichtigen Parametern aufgebracht wie sein Vorgänger. Der fertige Überzug nutzt die gleiche IMDS-Nummer, da es sich bei der vorgenommenen Optimierung nur um subtile Veränderungen des Produkts handelt. Alle Eigenschaften wie Nennreibwert, Korrosionswiderstand oder Einfluss auf Maßtoleranzen bleiben unverändert und folglich kann das neue Topcoat problemlos als vollständiger Ersatz bisheriger Lösungen verwendet werden.
Verbauversuche bei Volkswagen und Daimler haben die Verwendbarkeit des Produktes und auch seine Eignung für die kritischsten Verbaufälle nachgewiesen. Die Drehmomente bleiben im Toleranzfenster und der Drehmoment-Drehwinkel-Anzug zeigt deutlich geringere Streuung und eine bessere Wiederholbarkeit der Vorspannkraft. Seit Ende 2013 wird das Produkt nach Normen von Volkswagen (TL 245 t647) und Daimler (DBL 9440.40) eingesetzt. Andere Hersteller führen aktuell Versuche durch, um es ebenfalls nach ihren Vorgaben für Korrosionsschutz und Verschraubung freizugeben.
Einzigartige Leistungsfähigkeit auch im Kontakt mit Seewasser
Hersteller, die in Bereichen wie Offshore, Windkraft oder auch Stahlbau tätig sind, zeigen ebenfalls großes Interesse an diesem System. Die Kombination GEOMET® 321 + PLUS® VLh hat ein Zertifikat des Germanischen Lloyd erhalten, welches einen Korrosionswiderstand von 1440 h NSS entsprechend C5-M High nach der Norm DIN EN ISO 12944-6:1998 bestätigt und sogar eine Verlängerung des Salzsprühtests auf 2016 Stunden. Es zeigt somit seine exzellente Leistungsfähigkeit auch bei Anwendungen in mariner Umgebung.
PLUS® VLh wird im Netzwerk der GEOMET®-Lizenznehmer bereits weltweit eingesetzt.