Lasersysteme und -anlagen – kompakter, flexibler, schneller, präziser

Werkstoffe 10. 06. 2014
  • Autoren dieses Artikels
  • 1293x gelesen

Gesamte Anwendungsbreite des Lasers wird auf der Fachmesse LASYS in Stuttgart präsentiert

Bearbeitungsallrounder für die Lasermaterialbearbeitung stehen im Fokus der LASYS 2014 vom 24. bis 26. Juni in Stuttgart. Sie hat sich mit 200 erwarteten Ausstellern, davon rund 30 Prozent aus dem Ausland, zum unverzichtbaren Ereignis für ein zielgerichtetes internationales Publikum entwickelt, vor allem für Laseranwender aus der Industrie. Abgebildet wird die gesamte Anwendungsbandbreite des Lasers in der Materialbearbeitung, von der Mikro- und Makrobearbeitung, über spezielle Einsatzfelder, bis hin zu neuen Einsatzgebieten.

Zusätzliche Freiräume beim 5-Achs-Laserschweißen

Der LASYS-Aussteller Schunk Lasertechnik baut das Einsatzspektrum seiner PSM 400 Laserbearbeitungsmaschinen weiter aus. Ab sofort gibt es sowohl die für das teil­automatisierte Auftrags-, Verbindungs- und Reparaturschweißen konzipierte PSM 400 Premium als auch die für schwer schweißbare, rissanfällige Werkstoffe ausgelegte PSM 400 Plus mit vollständig integrierter vierter und fünfter Achse. Damit entsteht nach Aussage von Michael Schneider, Geschäftsbereichsleiter Schunk Lasertechnik, zusätzlicher Raum für die Werkstücke und für die Achsbewegungen. Insbesondere bei der Bearbeitung rotationssymmetrischer Teile bietet das neuartige Maschinendesign deutlich mehr Flexibilität als vergleichbare Maschinen.

Durch eine integrierte Schwenkachse können Werkstücke stets in einer ergonomischen Arbeitshöhe platziert werden; eine optimale Zugänglichkeit in bequemer Körperhaltung erlaubt ein ermüdungsfreies Arbeiten / Bild: Schunk Lasertechnik

Hochpräzises Schweißen, Schneiden, Bohren, Strukturieren und Markieren

Premiere feiert Rofin mit dem neuen Laser-Arbeitsplatz Select Fiber auf der LASYS. Er wurde mit einem hochwertigen, servogesteuerten Achssystem und komplett überarbeiteter CNC-Steuerung ausgerüstet und ist ab sofort auch mit Faserlaser erhältlich. Außerdem ist die MPS-Familie der modularen Laserarbeitsstationen für hochpräzise Schweiß-, Schneid-, Bohr- oder Strukturieraufgaben durch drei Systeme für einen kleinen Stellplatzbedarf, einen mit Rundschalttisch sowie einen für die hochpräzise Bearbeitung bei großen Verfahrwegen erweitert worden. Als weiteres Highlight präsentiert das Unternehmen eine kompakte und kostengünstige Anlage für Markierlösung.

Feinste Strukturen markieren

Neben Schneiden von Materialien gehören Markieren und Gravieren zu den mit am häufigsten vorkommenden Aufgaben, die Laser derzeit erledigen. Mit einem neuen Markierlaser-System hat zum Beispiel Trumpf eine All-in-one-Lösung konzipiert und vereint Faserlaser, Scanner, Steuerung und interne Fokuslagensteuerung in platzsparender Bauweise. Ein separates Versorgungsgerät wird nicht benötigt. Mit seiner infraroten Wellenlänge markiert das System Metalle, Kunststoffe und organische Materialien. Insbesondere bei Tiefengravuren liefert der Faserlaser nach Aussage von Klaus Löffler, Leitung Zentralvertrieb Lasertechnik bei Trumpf, hochwertige Bearbeitungsergebnisse. Damit lassen sich anspruchsvolle Markieraufgaben wirtschaftlich erfüllen und aufgrund der hervorragenden Strahlqualität auch sehr feine Strukturen realisieren.

Vielfältige Materialien schneiden oder markieren

Präzises Markieren, Gravieren und Schneiden unterschiedlichster Materialien zeichnet die Flachbett-Lasertechnologie von Trotec aus. Beispielsweise erreicht der Anwender einen haptisch erlebbaren Effekt bei der Lasergravur von Textilien. Auf der Messe stellt das Unternehmen einen Teil ihres Beschriftungslaserportfolios vor, vom Einsteigermodell bis hin zur maßgeschneiderten Sondermaschine. Selbst bei kleinsten Auflagen kann der Anwender mit der Technologie auf Kundenwünsche eingehen und bleibt dabei profitabel, so Natalie Eichner, Marketingleiterin Deutschland bei Trotec. Das Unternehmen bietet in diesem Jahr auch die Gelegenheit, sein komplettes Gravurmaterialprogramm kennenzulernen – etwa Details zu Materialarten, Bearbeitungsmöglichkeiten, Anwendungsbereichen.

Schnell, vollautomatisch und präzise bei Laser-Mikrobearbeitung

Die Laser-Mikrobearbeitung ist ein aufstrebender Sektor. Ein Hersteller für modulare, flexible, hochpräzise Mikrobearbeitung, wie das vollautomatische Schneiden, Bohren und Schweißen von Präzisionsteilen, ist swisstec micromachining. Der Aussteller präsent Anlagen, die mit der Schnittgeschwindigkeit von 50 mm/s bei 0,1 μm Auflösung zu den derzeit schnellsten und kompaktesten modularen Lasermikrobearbeitungsanlagen zählen, wie Eduard Fassbind, CEO von swisstec, betont. Als Schnittspaltbreite können 8 μm bis 50 μm bei Fiberlasern und 5 μm bis 25 μm bei Ultrakurzpulslasern erzielt werden. Die Maschinen zeichnen sich zudem durch eine hohe Verwindungssteifigkeit, thermische Stabi­lität und Schwingungsfreiheit aus.

Scan-System für höchste Präzision

Bei einer Laseranlage kommt es nicht allein auf den Laser an, welche Qualität das Endergebnis zeigt, sondern etwa auch auf die Scantechnologie. Arges präsentiert die nächste Generation des für hochpräzise Bohrapplikationen konzipierten 3D-Scan­kopfes. Der auf Ultrakurzpulslaser abgestimmte Scankopf mit bis zu sieben Achsen wurde in der neuesten Generation um zusätzliche Funktionen erweitert, um noch komplexere Anforderungen in der Mikrobearbeitung erfüllen zu können. Durch die höhere Trepaniergeschwindigkeit von bis zu 20 000 Umdrehungen pro Minute und die Abstimmung auf eine zusätzliche Wellenlänge von 343 nm bis 355 nm setzt diese Generation nach Ansicht von Barbara Gößwein, Marketing- und Kommunikationsmanagerin bei Arges, neue Maßstäbe für Ultra­hochpräzisionsanwendungen.

Rundtische mit hoher Momentsteifigkeit, Plan- und Rundlaufgenauigkeit

Die Handhabungstechnik einer Laseranlage, wie etwa ein Rundtisch zur Positionierung von Präzisionsbauteilen, ist ebenso stark für ein hochwertiges Endprodukt verantwortlich, wie der Laser selbst. Föhrenbach Positionier-Systeme stellt auf der Messe innovative Rundtische vor, die sich durch eine kompakte Bauart mit integrierter Präzisionswälzlagerung und Schneckentrieb auszeichnen. Hohe Momentsteifigkeit, hohe Plan- und Rundlaufgenauigkeit sowie die große Durchlichtöffnung sind weitere vorteilhafte Eigenschaften. Die Rundtische sind abgedichtet und können in allen Einbaulagen betrieben werden. Sie wurden für anspruchsvolle Anforderungen der Laser- und Handhabungsindustrie entwickelt.

Blechteile fertigen mit viel Erfahrung

Auch Dienstleister, wie der Lohnfertiger BLC Blech Laser Center, sind auf der LASYS­ präsent. Das Unternehmen hat weitreichende Erfahrungen bei der Verarbeitung von Serienblechteilen, Prototypen, Forschungs- oder Versuchsobjekten. Zum Portfolio gehören das Erstellen des 3-D-Modells mit Funktionsanimation und Fertigungszeichnung, die Abwicklung der Einzelteile sowie das Schreiben des Maschinenprogramms – ferner alle Bearbeitungsschritte eines Blechbauteils wie das Zuschneiden, Schweißen, Bohren, Schleifen, Montieren, Lackieren auch Verpacken und Liefern. Die Maschinen des Unternehmens sind nach Aussage von Michael Maier, CEO bei BLC, mit den größtmöglichen Laserleistungen ausgerüstet. Dadurch kann auch bei den Blechstärken bis an die Grenzen des Möglichen gegangen werden. So ist die Bearbeitung von Stahl bis zu 25 mm, Edelstahl bis zu 20 mm, von Aluminiumteilen bis zu 12 mm und Verarbeitungsgrößen sind bis zu 3000 mm x 1500 mm möglich.

Ein Messebesuch, der sich lohnt

Die LASYS 2014 hat ein breit gefächertes Zielgruppenspektrum: vom Maschinenbau über die Automobilindustrie, die optische Industrie, die metallbe- und -verarbeitende Industrie, den Anlagen- und Apparatebau, die Elektro- und Elektronikindustrie, Präzisions- und Feinwerktechnik, die Kunststoff- sowie Halbleiterindustrie als auch die Medizintechnik. Besucher finden in Halle 4 auf rund 10 000 Bruttoquadratmetern einen kompakten Überblick zur Materialbearbeitung. Zur schnellen Orientierung gibt es für die Besucher, die sich für Trendthemen wie Laser additive manufacturing oder Robotics & Automation interessieren, erstmals zwei Parcours. Aussteller signalisieren durch entsprechende Kennzeichen am Stand, ob sie in diesen beiden Bereichen tätig sind. Zudem gibt es zum Thema Robotics & Automation noch einen gleichnamigen Themenpark.

Bohrlaser für innovative Bohrlochgeometrien eröffnet in vielen Bereichen, wie zum Beispiel der Strömungsmechanik, neue Einsparpotenziale / Bild: Arges

Außer der praxisorientierten Ausstellung erwartet die Besucher noch ein attraktives Rahmenprogramm. Allem voran die Stuttgarter Lasertage (SLT), die am 24. und 25. Juni federführend von Prof. Thomas Graf, Direktor des Institut für Strahlwerkzeuge (IFSW) der Universität Stuttgart sowie von Dr. Rudolf Weber, Leiter Verfahrensentwicklung am IFSW organisiert werden. Spannende Themen stehen im Fokus, die vor allem in der Zukunft, aber auch heute schon eine tragende Rolle spielen: die Bearbeitung spröder Materialien wie Glas, das Fügen von Mischverbindungen, neueste Entwicklungen auf dem Gebiet der Ultrakurzpulslaser (UKP-Laser) sowie ultraschnelle Scanner und Strahlformung.

Das Forum Lasers in Action lädt zu interessanten Vorträgen der Aussteller ein, von der roboterbasierten 3D-Laserbearbeitung für die Automobilindustrie bis hin zum Einsatz des Femtosekundenlasers für die Bearbeitung von implantierbaren medizintechnischen Elementen. Der Workshop Stuttgart Laser Marketplace am 25. Juni im ICS, ausgerichtet von Dr. Arnold Mayer­ von Optech Consulting, liefert neueste Daten und Trends über regionale und internationale Märkte der Lasermaterialbearbeitung.

Einsteiger in die Lasertechnik erhalten am 25. und 26. Juni im Short Course Basiswissen Laser und Laser-Materialbearbeitung die ersten wichtigen Einblicke. Die Initiatoren Prof. Andreas Ostendorf, Präsident der Wissensgesellschaft Laser­technik (WLT e. V.), Dr. Cemal Esen, Geschäftsführer der WLT, sowie weitere namhafte Referenten geben mit dem Short Course einen Überblick über Lasersystemtechnik und Laserstrahlquellen, führen die Teilnehmer jedoch auch in die Praxis ein – etwa wie Großbauteile mit dem Laser geschweißt, geschnitten oder beschichtet werden können oder was Präzisionslaser-Materialbearbeitung in Elektronikproduktion und Feinwerktechnik bedeutet. Schließlich erklärt das VDI Technologiezentrum, wie ein Unternehmen staatliche Förderungen bekommen kann.

 

 

Text zum Titelbild: Markieren eines Kegelrads mit einem Präzisions­lasersystem von TrumpfBild: Trumpf

 

 

Relevante Unternehmen

Video(s) zum Thema

Werbepartner

Links zu diesem Artikel

Aus- und Weiterbildung

Top