Chrom(VI)elektrolyte sind durch ihre mutagene und kanzerogene Wirkung von der ECHA (Europäische Chemikalien-Agentur) im April 2013 offiziell im Annex XIV der REACh-Verordnung als SVHC-Verbindung (substance of very high concern) klassifiziert und zum Verbot aufgenommen worden. Zwar kann durch eine aufwendige Autorisierung eine Verwendung auch nach August 2017 erreicht werden, einigen Industriezweigen, wie zum Beispiel der Luftfahrtindustrie – die sehr lange Entwicklungs- und Produktzyklen aufweisen –, ist dies jedoch zu ungewiss. Auch erste Unternehmen, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben und hierzu auch ihre Lieferanten verpflichten, schauen sich vermehrt nach alternativen Lösungen um.
Für Anwendungen wie beispielsweise Armaturen, Buchsen oder Grubenstempel bietet die MTV Metallveredlung mit ihrer Bronzebeschichtung bereits seit vielen Jahren einen exzellenten Chromersatz, mit deutlich höherer Korrosionsbeständigkeit und verbesserten Notlaufeigenschaften. In Kombination mit der vor einigen Jahren entwickelten Legierung MProtect als Top Coat wird mit NiL35 sogar eine Seewasserbeständigkeit erreicht, die viele Offshore-Anwendungen ermöglicht.
Nicabor wurde von der MTV Metallveredlung für Anwendungen mit starker Verschleißbeanspruchung entwickelt und wird sehr erfolgreich für die Schutzbeschichtung von beispielsweise Druckzylindern oder großen Kolben und Walzen in Stahlwerken eingesetzt. Bei vielen Anwendungen übertreffen Nicabor-Schichten dabei selbst aufwendige und kostenintensive Claddings und Spritzschichten.
Um auch für herkömmliche Anwendungen der funktionellen Hartverchromung seinen Kunden und Partnern zukünftig alternative Beschichtungsverfahren anbieten zu können, hat die MTV Metallveredlung ihre Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung verstärkt und plant, diese noch weiter auszubauen. So wurde bereits im Sommer des vergangenen Jahres mit der Entwicklung eines Hartchromersatzes begonnen, welches auch von der Bundesregierung gefördert und finanziell unterstützt wird. In den nächsten Monaten wird hierzu das Forschungs- und Entwicklungslabor der MTV am Standort Solingen erweitert und entsprechend neue Mitarbeiter gesucht.
Auf der Messe O&S vom 24. bis 26. Juni in Stuttgart wird die MTV Metallveredlung in Halle 9, Stand B28/25 über den aktuellen Stand der Entwicklungsarbeiten berichten und erste Ergebnisse von Labortests und Feldversuchen präsentieren.
MTV Metallveredlung GmbH & Co. KG
Höhscheider Weg 25, D-42699 Solingen
Text zum Titelbild; F&E-Labor der MTV in Solingen