Der Trend zur Einsparung von Rohstoffen und Energie liefert stets auch Gründe zur Entwicklung von neuen Oberflächentechnologien. Dabei bedeutet Oberflächentechnologie nicht nur die Verfahren zur Beschichtung mit Metallen, anorganischen Verbindungen oder Lacken. Auch durch Gefügeumwandlungen lassen sich Festigkeiten und Verschleißeigenschaften von Werkstoffen verändern, beispielsweise durch die Erzeugung von intermetallischen Verbindungen oder durch schnelles Abkühlen und Bildung von Martensit bei Eisenwerkstoffen. Die Verfahren werden allgemein unter Wärmebehandlungen zusammengefasst. Eine Methode, die vor allem bei großen Bauteilen deutliche Energieeinsparungen bietet und zugleich die Härtung auf lokal eingegrenzte Bereiche beschränkt, wird in der vorliegenden Ausgabe der WOMag vorgestellt. Die Eigenschaften dieser Methoden werden am Beispiel großer Kurbelwellen erläutert. In einem weiteren Beispiel wird gezeigt, wie bereits bei der Entwicklung eines Werkstoffs dessen Verarbeitungsverfahren auf ein Optimum bei Festigkeit, Zähigkeit und Verschleißfestigkeit ausgerichtet werden. Dabei tragen die Auswahl der Zusammensetzung, die Verarbeitung durch Gießen sowie eine Wärmebehandlung, beispielsweise durch Auslagern, zum Gesamtergebnis bei.
Für den Einsatz von Edelmetallen bieten die Beschichtungsverfahren den großen Vorteil, dass mit geringen Massenanteilen große Flächenbereiche mit einem ansehnlichen Aussehen, guter Korrosions- und Oxidationsbeständigkeit oder besonderen chemischen Eigenschaften ausgestattet werden können. Edelmetalle sind für Katalysatoren zur Abgasreinigung ebenso unentbehrlich wie für Elektroden in Brennstoffzellen oder als Bond- und Lötuntergrund bei elektronischen Bauteilen. Beim Einsatz im dekorativen Bereich wird das Augenmerk in erster Linie auf das Erscheinungsbild in Form von Farbe und Glanz gerichtet. Daneben müssen aber sowohl die wirtschaftlichen Aspekte – also geringer Materialeinsatz für die geforderte Lebensdauer – als auch die Anforderungen im Hinblick auf den Gesundheitsschutz erfüllt werden. Letzteres erfordert heute den weitgehenden Verzicht auf Nickel oder Kobalt, die beide als Auslöser von Allergien angesehen werden. In der neuen Rubrik Praxisratgeber wird an einem eindrucksvollen Beispiel dargestellt, welche Parameter beim Einsatz von Edelmetallschichten berücksichtigt werden sollten, damit ein Gesamtsystem aus Grundwerkstoff und Beschichtung die geforderten Eigenschaften erfüllt.
Alle, die bisher Chromschichten, vorzugsweise funktionelles Hartchrom, hergestellt und eingesetzt haben, werden mit großem Interesse das Ergebnis der Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht in Berlin am 16. Januar zur Kenntnis nehmen. Einen kurzen Bericht hierzu finden die interessieren Leser auf den Seiten 32 bis 34. Das Ergebnis lässt hoffen, dass für weite Bereiche des Fahrzeug- und Maschinenbaus die Produktionssicherheit in Europa wieder deutlich gestiegen ist.