Stahl bleibt ein etablierter Werkstoff mit hohem Innovationspotenzial

Werkstoffe 09. 01. 2014
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Metallurgie-Kolloquium der Technischen Universität Clausthal

Moderne Windkraftanlagen bestehen zu 80 Prozent aus Stahl. Und: Im Auto bleibt Stahl der Werkstoff Nummer eins. Mit diesen Beispielen unterstrich Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, im Eröffnungsvortrag des Metallurgie-Kolloquiums mit Alumnitreffen der TU Clausthal: Stahl ist und bleibt ein etablierter Werkstoff mit hohem Innovationspotenzial.

Kerkhoff machte in seinem Referat über die industrielle Wertschöpfung in Deutschland deutlich, dass die Regulierungen in Bezug auf die Energieversorgung der Industrie zu schaffen machen. So haben sich hierzulande die Stromkosten der Stahlbranche von rund 570 Millionen Euro im Jahr 2003 auf fast 1,2 Milliarden Euro in 2013 verdoppelt. Das energiepolitische Zieldreieck sei nicht ausbalanciert, so der Stahl-Experte. Der Umweltverträglichkeit werde im Vergleich zu Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit zu viel Bedeutung beigemessen. Grundsätzlich betonte Kerkhoff, dass die letzten drei Jahre gezeigt haben, dass sich die Länder mit einer starken Industrie wie Deutschland schneller von der Wirtschafts- und Finanzkrise erholt haben.

In Deutschland sind 1,7 Millionen Ingenieure erwerbstätig, die zusammen an einem Drittel des Bruttoinlandsprodukts beteiligt sind. Anhand dieser Zahlen stellte der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Gießereitechnik, Dr. Erwin Flender, die Bedeutung des Ingenieurberufs heraus. Aus seinem Vortrag Qualifizierte Ingenieure für die Werkstoff- und Prozessentwicklung ging hervor, dass die Energiewende und Elektromobilität ohne Ingenieure nur leere Worthülsen wären. Da es hierzulande nach wie vor mehr offene Ingenieurstellen als Bewerber gibt, muss noch mehr getan werden, um gute Fachkräfte zu gewinnen.

Einer, der in seinem Leben viel für die Bildung junger Menschen getan hat und sich noch immer engagiert um die Geschicke der Gießereitechnik bemüht, ist Professor Reinhard Döpp. Von 1983 bis zu seinem Ruhestand 1998 war er Professor für Gießereitechnik an der TU Clausthal. Noch heute geht er als Emeritus im Institut für Metallurgie (IMET) ein und aus. In diesem Sommer feierte Professor Döpp seinen 80. Geburtstag. Im Rahmen des Metallurgentreffens in der Aula wurde der anerkannte Wissenschaftler gewürdigt. Professor Hartmut Hoffmann von der TU München beschrieb in seiner Laudatio Professor Döpp als Lehrer, Forscher und Sammler. Ebenfalls gewürdigt wurde Dr. Carsten Kuhlgatz. Der Geschäftsführer der Hüttenes-Albertus GmbH, die chemische Produkte für die Gießereiindustrie herstellt, erhielt eine Auszeichnung der TU Clausthal. Er habe sich um die Universität verdient gemacht, indem er mit großem Engagement eine Vielzahl von Schülerinnen und Schülern für ein technisches Studium an der TU begeistert habe, lobte Professorin Babette Tonn, Dekanin der Fakultät für Natur- und Materialwissenschaften.

Standen am ersten Tag des Kolloquiums Vorträge vor 150 Teilnehmern – darunter Industrievertreter sowie Partner, Ehema­lige und Institutsmitarbeiter – auf dem Programm, konnten die Gäste am zweiten Tag aus fünf Themengebieten wählen: Thermochemie und Mikrokinetik, extraktive Metallurgie, metallurgische Prozesstechnik, Gießereitechnik und Werkstoffumformung. Gut kam auch der traditionelle Metallurgen­abend im Glück-Auf-Saal an, zu dem sich 180 Teilnehmer angemeldet hatten. Die gesamte Veranstaltung ist bestens gelaufen. Die Teilnehmer erhielten einen Einblick in die vielfältigen Aktivitäten des Instituts und konnten Netzwerkpflege betreiben, so bilanzierte IMET-Direktor Professor Heinz Palkowski die Veranstaltung.

Text zum Titelbild: Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, hielt den Eröffnungsvortrag des Metallurgie-Kolloquiums mit Alumnitreffen der TU Clausthal Bild: TU Clausthal

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