Chromoberflächen – Mitarbeit und Zusammenarbeit sind gefordert!

Werkstoffe 09. 12. 2013

Die derzeitigen Aktivitäten im Bereich der galvanischen Chromabscheidung erinnern manchen langjährigen Kollegen an die Zeit vor etwa zehn bis zwölf Jahren. Damals war es ebenfalls Chrom in der Variante des sechswertigen Chroms, das die gesamte Branche in Hektik und kontroverse Diskussionen versetzt hatte. Chromate wurden zur damaligen Zeit als praktisch unersetzbar betrachtet, da die Eigenschaften der Beschichtung als hervorragend galten und das Verfahren einfach und kostengünstig ist. Spätere Untersuchungen wie beispielsweise die Charakterisierung der Korrosionsbeständigkeit fielen aber weniger positiv aus, da bei genauer Betrachtung erhebliche Schwankungen der Messergebnisse zutage traten. Inzwischen ist vor allem in der Automobilbranche die Chromatierung praktisch ersetzt, wobei die Ersatzprodukte im Vergleich zum Chromat in vielen Beziehungen mit Vor- und Nachteilen aber deutlich abweichen.

Die derzeitigen Diskussionen in der Branche sprechen wieder davon, dass die etablierten Verfahren zur Schichtabscheidung kaum ersetzbar sind oder, falls sie durch andere Verfahren oder andere Schichtsysteme ersetzt werden sollten, deutlich aufwändiger und teurer werden. Ein Konsens ist heute noch nicht in Sicht – viel wichtiger aber ist, dass zunehmend mehr Unternehmen die Notwendigkeit zur aktiven Mitarbeit sehen und diese auch betreiben. Noch mehr als beim Ersatz von Chromat besteht im Falle der galvanischen Verchromung die Notwendigkeit, die Kunden der Beschichter in die Arbeit mit einzubeziehen. Die Kunden müssen die zu diskutierenden alternativen Schichtsysteme akzeptieren, sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Bei der Diskussion im Zusammenhang mit den Anforderungen aus REACh wird zunehmend erkannt, dass die gemeinsame Arbeit von vielen Unternehmen entscheidend zum Erfolg für alle Vertreter der Branche und zum Vorteil für die Kunden ist. Einzelaktivitäten werden bei den europäischen Behörden keinen Erfolg haben!

Durch die Zusammenarbeit ist damit ein (kleines) wichtiges Zwischenziel erreicht, das weitere gute Ergebnisse wahrscheinlich macht. In der vorliegenden Ausgabe der WOMag werden einige Aspekte sowohl technischer Art als auch im Hinblick auf den Umgang mit den Behörden angeboten, auch wenn noch einiges an Arbeit vor uns liegt. Die O&S 2014 (Rückseite dieser Ausgabe) wird eine wichtige Plattform für die nächste Darstellung der Zwischenergebnisse sein, auf der Anbieter und Kunden aufeinandertreffen, sich über die Zukunft eines entscheidenden Bereiches der Produktherstellung informieren, um gemeinsam Lösungswege zu finden.

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