Neuer Reinraum bei NTTF Coatings
Die NTTF Coatings GmbH aus Rheinbreitbach hat vor Kurzem einen neuen Reinraum in Betrieb genommen. Damit können medizinische Implantate, die von dem Spezialisten für Oberflächentechnik beschichtet werden, direkt im Anschluss unter sterilen Bedingungen verpackt werden. NTTF Coatings hat seinen Sitz im Technologiezentrum für Oberflächentechnik Rheinbreitbach (TZO), wo das Unternehmen neben der eigenen technischen Ausrüstung auch Zugang zu weiteren modernen Labor-, Mess- und Beschichtungseinrichtungen hat.
Für die Herstellung und Verarbeitung von medizintechnischen Produkten gelten hohe Reinheitsanforderungen. NTTF Coatings beschichtet mit Hilfe neuester technologischer Verfahren medizinische Implantate verschiedenster Art. Die Produkte gelangen direkt nach der Beschichtung in den neuen Reinraum, wo sie steril verpackt werden. So werden beispielsweise die antimikrobiellen und superhydrophilen Eigenschaften einer keramischen Titanoxidbeschichtung nicht beeinträchtigt. Der Zugang zu dem circa 25 Quadratmeter großen Reinraum ist nur geschultem und zugelassenem Personal möglich.
Biokompatible Beschichtung von Implantaten
Medizinische Implantate bestehen oftmals aus metallischen Legierungen. Um allergische Reaktionen im Körper zu unterdrücken, werden die Implantate zum Beispiel mit einer Beschichtung aus Titanoxid mit einer speziellen Kristallstruktur versehen. Diese Titanoxidschicht zeichnet sich durch einen extrem hydrophilen und photokatalytischen Charakter aus. Die biokompatible Oberfläche ist dadurch selbstreinigend und antimikrobiell, aber auch gut benetzbar, was unter anderem eine wesentlich schnellere und lückenlose Benetzung des Implantats mit Blut ermöglicht. Diese speziell für Implantate entwickelte Titanoxidbeschichtung fördert und beschleunigt das komplikationslose Einwachsen des Implantats in den Körper deutlich.
NTTF Coatings – Spezialist für Oberflächentechnik
Die nach ISO 9001 und 13485 MPG zertifizierte NTTF Coatings GmbH ist Anbieter für Analyse, Entwicklung, Produktion und Beratung im gesamten Bereich der Oberflächentechnik. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über umfangreiche Erfahrungen in der Entwicklung und Produktion von medizinischen Geräten für Diagnostik und Therapie. Das operative Team besteht aus hoch qualifizierten Naturwissenschaftlern aus verschiedenen Disziplinen, wie Physik, Chemie, Mathematik und Biologie sowie Ingenieuren und Technikern aus den Bereichen Mechatronik, Elektronik und IT. Der Firmensitz befindet sich im Technologiezentrum für Oberflächentechnik Rheinbreitbach. Zusätzlich zu der eigenen technischen Ausrüstung hat NTTF Coatings im TZO Zugang zu weiteren modernen Labor-, Mess- und Beschichtungseinrichtungen.
TZO für Existenzgründer
Mit dem TZO hat sich in Rheinbreitbach eine wichtige Anlaufstelle für Existenzgründer aus dem Hochtechnologiebereich entwickelt. Das thematisch ausgerichtete Zentrum mit seiner apparativen Ausstattung, der Ansiedlung innovativer Unternehmen und universitärer Forschungsinstitute unter einem Dach sowie der Durchführung von Entwicklungsprojekten mit Partnern aus Industrie und Forschung bietet ein breites Spektrum von Problemlösungen und Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Oberflächentechnik.
Innovationscluster IMKK
Die Einbindung in den Innovationscluster Metall-Keramik-Kunststoff (IMKK) ist für das TZO von großer Bedeutung. Hier existiert eine große Bandbreite spezialisierter Unternehmen in den Bereichen Metall, Keramik und Kunststoff. Diese können auf Kompetenzen und Ressourcen des TZO zurückgreifen, die sie selbst nicht zur Verfügung haben. Darüber hinaus greift das TZO auf ein Netzwerk aus Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen der Region zu, wo die grundlegende Forschungsarbeit stattfindet.
Metall, Maschinenbau, Keramik, Feuerfesttechnologie, Kunststoff und Oberflächentechnik sind die Schwerpunktbranchen mit mehr als 250 Betrieben und 25 000 Arbeitsplätzen in den Landkreisen Altenkirchen, Neuwied und Westerwald. Mit der Einrichtung des Innovationscluster Metall-Keramik-Kunststoff hat das Land Rheinland-Pfalz ein Instrument geschaffen, um regionale Innovationsprozesse zu moderieren und den Unternehmen einen raschen, fundierten und kontinuierlichen Zugriff auf Forschungsergebnisse von Hochschulen und anwendungsorientierten Forschungsinstituten sowie auf neue Produktionsverfahren und Hightechwerkstoffe zu ermöglichen.
Innovationscluster Metall-Keramik-Kunststoff (IMKK)
c/o TechnologieZentrum Koblenz
Universitätsstraße 3, D-56070 Koblenz
- www.metall-keramik-kunststoff.de
Text zum Titelbild: Haltewerkzeug mit Knochenimplantaten während der Beschichtung / Quelle: NTTF Coatings GmbH