Wettbewerb der Leichtbautechnologien

Werkstoffe 09. 09. 2013
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Experten von Carbon Composites e. V., Volkswagen und Constellium diskutierten das Leichtbaupotenzial unterschiedlicher Werkstoffgruppen und Schlüsseltechnologien für das Automobil der Zukunft

Das Automobil der Zukunft soll leichter werden; das verringert nicht nur den Kraftstoffverbrauch, sondern auch den CO2-Ausstoß. Über aktuelle Trends und Entwicklungen im automobilen Leichtbau tauschten sich Experten auf dem VDI-Fachkongress Leichtbaustrategien für den Automobilbau aus.

Die Verfügbarkeit alternativer Leichtbautechnologien eröffnet laut Heinrich Timm, fachlicher Leiter des Fachkongresses und Vorstandsmitglied des Carbon Composites e. V., die Möglichkeit, den richtigen Werkstoff in kleinster Menge funktionsabhängig am richtigen Platz einzusetzen. Nur durch eine möglichst objektive Offenheit für alle verfügbaren Prozesse und Technologien könnte die Automobilindustrie die unterschiedlichen Anforderungen im globalen Wettbewerb – beispielsweise Effizienz, Sicherheit, Funktionalität und Qualität – erreichen. Für den ehemaligen Leiter des Audi Leichtbau Zentrums ergibt sich aus diesem Wettbewerb der Leichtbautechnologien ein übergreifendes Fortschrittspotenzial: Gerade die Automobilentwicklung könne als Motor für umweltgerechte Materialentwicklungen fungieren, weil sie mit ihrem Umsatzvolumen eine enorme Hebelwirkung habe, um die notwendigen Investitionen für Technologieentwicklungen auszulösen.

Bisher galt die Regel, dass ein Mehr an Sicherheit auch ein Mehr an Gewicht bedeutet. Diese Gewichtsspirale habe Volkswagen nicht nur gestoppt, sondern umgedreht, wie Armin Plath, Leiter Werkstoffe und Fertigungsverfahren der Volkswagen Konzernforschung, unter anderem am Beispiel des neuen Golfs darstellte. Für Plath ist im intelligenten Leichtbau die Karosserie der Schlüssel zur Gewichtsoptimierung. Hilfreich seien dabei die Erfahrungen, die Volkswagen mit der extremen Leichtbauweise im technischen Grenzbereich sammeln konnte. Ziel ist es nach seinen Worten nun, Mate­rial- und Prozesskosten in der Großserie zu senken und das gewonnene Know-how umzusetzen. Der Einsatz von Hybridbauweisen sei eine vielversprechende Möglichkeit für Gewichtseinsparungen.

Leichtbaustrategien für die Automobilindustrie aus Sicht eines Aluminiumherstellers präsentierte Laurent Musy, President Packaging & Automotive Rolled Products im Constellium Headquarter. Er ist der Überzeugung, dass Aluminium im Vergleich zu anderen Lösungen in jedem Fall das beste Kosten-/Gewichtsverhältnis biete. Um die Kosten für vorgegebene Bauteile weiter zu reduzieren, sei der Materialnutzen zu erhöhen. Dies kann laut Musy durch enge Partnerschaft mit den OEMs, verbesserte Kenntnis des Produktionsabfallprofils entlang der Fertigungsstraße und auch durch den Verkauf der genau benötigten Metallmenge am Ort der Produktion erreicht werden. Insgesamt sehe sich die Aluminiumindustrie den Möglichkeiten eines exponentiellen Wachstums gegenüber.

Die wesentlichen Herausforderungen bestehen für ihn in Investitionen in angepasste Produktionskapazitäten und der Entwicklung einer Produktpalette von Legierungen und innovativen Lösungen für Leichtbauzwecke, ohne den Kosten- und Nachhaltigkeitsaspekt zu vernachlässigen.

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