Die kürzlich stattgefundene Messe gamescom in Köln hat Rekorde gebrochen. Sie zeigt zugleich, dass die Durchdringung der elektronischen Helfer in allen Bereichen unseres Lebens nicht mehr wegzudenken ist. Der private Gebrauch von elektronischen Produkten ist dabei oftmals der Vorreiter und zugleich aber auch der Treiber für den Einsatz für alle erdenklichen Szenarien. Wir steuern in Spielen Geräte aller Art und lernen, uns in virtuellen Welten zu bewegen.
Der Besuch einer modernen Fertigung kommt dabei den virtuellen Welten von gestern nahe und der Gebrauch von modernen Maschinen besitztgroße Ähnlichkeit mit der Handhabung einer Spielekonsole. Vor allem bei der Entwicklung von neuen Geräten, Anlagen und Maschinen wird in zunehmendem Maße auf virtuelle Welten gesetzt. Damit ist es möglich, das in künstlichen Welten zu testen, was uns in der Realität erwartet. Das Ergebnis ist dann eine deutlich verkürzte Umsetzung der Planung in die Realität. Neuerungen bei Maschinen zur Herstellung von Bauteilen kommen dadurch schneller in unsere Fabriken. Sie helfen uns in Europa vor allen Dingen auch dabei, gegen die deutlich kostengünstigere Konkurrenz aus Fernost wettbewerbsfähig zu bleiben. Einige Beispiele für neue Anlagen zur mechanischen Werkstoffbearbeitung, beispielsweise durch Schleifen, sind in der vorliegenden Ausgabe der WOMag enthalten.
Um Simulationen für reale Vorgänge durchführen zu können, sind aber in der Regel umfangreiche Grundlagendaten über das Verhalten von Werkstoffen unter allen erdenklichen Bedingungen notwendig. Diese müssen in einem ersten Schritt mühsam in umfangreichen Versuchsserien ermittelt werden. Auch für den relativ komplexen Vorgang der chemischen und elektrochemischen Abscheidung von Metallschichten sollen Simulationen erstellt werden. Systeme können – so das Ziel der Forscher – dann aus einem Baukasten von Verfahren gewählt und die jeweils gewünschten Eigenschaften von Oberflächen schnell und passend erzeugt werden. Ein Baustein für das System sind beispielsweise die Zusammenhänge zwischen den Abscheideparametern und den mechanischen Eigenschaften bei der Herstellung von Zinkschichten (Aufsatz von Dr. J. Baier, Seite 7ff, und in www.womag-online.de/Fachzeitschrift für unsere Abonnenten).
Vielleicht werden in einigen Jahren unsere Kinder mit den heute ermittelten Daten auf ihren elektronischen Spiel- oder Arbeitsgeräten die Eigenschaften von Werkstoffsystemen nach ihren Bedürfnissen spielerisch anpassen können. Zumindest aber werden Sie mit den modernen Medien auf einfache Art und Weise die Realität testen können und damit vermutlich in kurzer Zeit auch technische Zusammenhänge verstehen. Sie können dies dann mit ihren Eltern während der Fahrt in ihrem autonomen Auto diskutieren, das
– so die kürzlich erfolgte Ankündigung von Nissan – ab 2020 auf unseren Straßen zu sehen sein wird. Wir werden so die Reisezeiten effektiver nutzen können, zum Spiel oder zu ernsthafter Arbeit. Für beides wird heute schon der Grundstein gelegt.