Seit vielen hundert Jahren erfreuen vor allem Haushaltswaren aus unterschiedlichen Keramiken die Menschen. Auch wenn sie relativ empfindlich gegen Schlagbeanspruchungen waren, haben sie doch aufgrund der ungewöhnlichen Beständigkeit gegen viele Chemikalien, Licht oder auch reibende Beanspruchungen eine von den meisten Metallen kaum erreichbare Beständigkeit. Dadurch können wir uns heute noch an den Gegenständen erfreuen, die bereits einige hundert Jahre ohne die geringste Beeinträchtigung überstanden haben.
Vor einigen Jahren hat nun die Industrie Keramiken als Alternative zu Metallen entdeckt. Durch Weiterentwicklung ist es gelungen, auch schlagfeste keramische Werkstoffe herzustellen und der Formenvielfalt sind aufgrund moderner Herstelltechnologien kaum Grenzen gesetzt. Mit modernen Werkzeugen können Keramiken zum Teil in der selben Art und Weise bearbeitet werden, wie wir das von Metallen oder Holz gewohnt sind.
Mit galvanotechnischen Verfahren gelingt es darüber hinaus, den Keramiken eine metallische Hülle zu verschaffen. Solche Beschichtungen sind von Keramikleiterplatten her schon bekannt. Dort sorgt das Keramiksubstrat für die Stabilität, vor allem bei hoher Umgebungstemperatur. Eine neue Anwendung ist Herstellung von Haftunterlagen für das Löten als Verbindungstechnik zwischen Bauteilen aus Keramik oder Metall. Umgekehrt lassen sich aber auch auf Metallen wie Aluminium, Titan oder Magnesium – beziehungsweise Legierungen solcher Metalle – durch elektrochemische oder Plasmaverfahren sehr beständige Oxidschichten erzeugen; und solche Oxidschichten sind nichts anderes als Keramiken. Durch diese Art eines Verbundwerkstoffs kann die Verschleiß- und Korrosionsbeständigkeit stark erhöht werden. In der vorliegenden Ausgabe werden einige Beispiele für die Herstellung oder den Einsatz von Keramiken vorgestellt. Sie geben Anregungen für neue Anwendungen oder auch für Lösungen von Herausforderungen, die bisher noch nicht zufriedenstellend gelöst sind.
Solche Beispiele zeigen aber auch, dass Entwicklungen im Bereich der Werkstoff- und Oberflächentechnik auch in Zukunft sehr gefragt sind. Die Perspektiven für diesen technischen Fachbereich sind außerordentlich gut und werden durch die Bemühungen zur Einsparung von Energie und Rohstoffen weiter verbessert. Darüber hinaus sind wir beispielsweise in Deutschland in der glücklichen Situation, unserem Nachwuchs ein breites Spektrum an Ausbildungsstätten für die Arbeit mit Werkstoffen anbieten zu können. Einblicke in die Ausbildungsmöglichkeiten und guten Berufsaussichten sind in diesem und den nächsten Ausgaben zu finden. Vielleicht überzeugen diese den einen oder anderen Schulabgänger für eine technische Richtung – auf jeden Fall wäre dies eine gute Basis für den Start in ein erfülltes Arbeitsleben!