Wertschöpfung durch Reinigen

Werkstoffe 10. 06. 2013

Vor etwa zehn Jahren hat die stark steigende Nachfrage nach Einspritzsystemen für Dieselmotoren erstmals einem breiteren Kreis an Fachleuten bewusst werden lassen, dass die Reinigung von Bauteilen nicht ausschließlich eine Domäne der Beschichtungstechnik ist. Beim Beschichten von Werkstoffen – gleichgültig ob es sich um das Lackieren von Kunststoffen, das Vakuumbeschichten von Silizium oder das galvanische Vernickeln von Stahl handelt – muss seit jeher dafür gesorgt werden, dass eine reine Werkstoffoberfläche vorliegt. Sowohl Arbeitsmedien aus der Vorbearbeitung (Ziehöle oder Schmierkühlstoffe), lose anhaftende Reste einer mechanischen Werkstoffbearbeitung, Staub und Schmutz aus der Umgebung, Korrosionsprodukte oder auch Handfett des Werkers müssen von einer Oberfläche direkt vor dem Auftragen der Beschichtung entfernt werden.

Bei den für die Common Rail-Systeme von Dieselmotoren eingesetzten Hochdruckpumpen ist jedoch nicht die Beschichtung das Kriterium für Reinheit. Das komplexe Bauteil mit seiner hochpräzise gefertigten Bohrung bei großer Länge und sehr kleinem Durchmesser ist bei Vorliegen kleinster Verunreinigungen in der Bohrung funktionsunfähig. Zudem versagen die klassischen Reinigungsverfahren wie Tauchen in Reinigungslösung, Einsatz von Spül- und Spritzverfahren oder Ultraschallanwendung auf Grund der besonderen Geometrie vollständig. Die zuverlässig funktionierende Reinigung entscheidet also darüber, ob die Herstellung in den notwendig hohen Stückzahlen und hoher Qualität überhaupt möglich ist. Seither hat die Reinigung einen stetig steigenden Stellenwert in der Produktion von Bauteilen erreicht.

Inzwischen sind zunehmend angepasste Systeme entstanden, welche die Besonderheiten des jeweiligen Produkts berücksichtigen. Da mit einer solchen Anpassung des Reinigungssystems auch gleichzeitig der anfallende Aufwand – und damit der Kostenanteil für den Prozessschritt – steigt, muss der Prozessschritt Reinigen optimiert werden. Es gilt die Prämisse, nur soviel Reinigen, wie notwendig und nicht soviel wie möglich.

Die vorliegende Ausgabe der WOMag bietet einen Einblick in die Vielfalt der Reinigungstechnik. Die vorgestellten Verfahren verbessern die Qualität von Erzeugnissen und helfen dabei, die Herstellkosten so gering wie möglich zu halten. Dafür werden sowohl Reinigungsmedien an die Reinigungsaufgaben angepasst, als auch die Vorgaben des Arbeits- und Umweltschutzes berücksichtigt. Auf jeden Fall tragen sie aber zur Wertschöpfung in der Prozesskette vom Rohmaterial zum fertigen Produkt bei.

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