In unserer hochtechnisierten Welt sind wir es gewohnt, dass zahlreiche Entwicklungen und Neuerungen mit hohem finanziellem und technischem Aufwand verbunden sind. Entwicklungen sind damit in immer stärkerem Maße von entsprechenden betriebswirtschaftlichen Planungen, aber auch von Koordination zwischen Entwicklungspartnern begleitet. Wir suchen nach Trends oder setzen Trends, um Planungen und Entwicklungskoordination besser vornehmen zu können oder auch Branchen sowie ganze Volkswirtschaften bei ihren Handlungen zu unterstützen. Neben technischen Entwicklungen spielen für wissenschaftlich-technische Trends weltweit auch gesetzliche Vorgaben und Veränderungen eine erhebliche Rolle, unter anderem für die Förderung der einen oder Verbannung einer anderen Technologie.
Dr. Uwe König führt eine derartige Betrachtung für die Oberflächentechnologie durch und stellt in seinem Beitrag (Seite 7 in der gedruckten Ausgabe der WOMag sowie in voller Länge für Abonnenten auf www.womag-online.de) erste Ergebnisse vor. Auch hierbei zeigt es sich, dass die Oberflächentechnik eng an die Werkstoffe gekoppelt ist, entsprechend dem mit WOMag verfolgten Konzept. Als eine wichtige Quelle von Markttrends in Oberflächentechnologie und Materialentwicklung ist die IKB Deutsche Industriebank AG. Sie ist ein wichtiger Ansprechpartner für Industrieunternehmen, wenn es darum geht, sich weiter zu entwickeln und in neue Produkte und Produktionsbereiche zu investieren. Die IKB befasst sich seit vielen Jahren mit der Oberflächentechnik und hat bereits vor mehr als 10 Jahren eine Untersuchung veröffentlich, in der die Oberflächentechnologie als einer der interessantesten Wachstumsbereiche der deutschen Industrie gesehen wurde. Diese Einschätzung wird auch in einer neueren Untersuchung aus dem Jahr 2009 beibehalten. Interessant ist hier die Mitbetrachtung von Bereichen wie Stahlerzeugung, Erzeugung von Nichteisenmetallen oder Gießereiindustrie. Zwar wird der Oberflächentechnologie ein stark regionaler Charakter zugeschrieben, was aber für die hier lebenden Fachleute positiv gesehen werden kann. Neben den positiven Ansätzen sieht die IKB allerdings einen erhöhten Druck zur Konsolidierung, was Marktteilnehmer durchaus
bestätigen können.
Die guten Chancen für die deutsche Oberflächentechnologie und die Materialherstellung und -verarbeitung hilft den Unternehmen bei Investitionen und unserer Jugend bei der Entscheidung für den Lebensweg. Unter dem Aspekt der guten Zukunftschance kann mit gutem Gewissen auf eine Ausbildung an der Technischen Universität Ilmenau hingewiesen werden: der einzige Masterstudiengang in Elektrochemie und Galvanotechnik in Deutschland. Den dort abgehenden Fachleuten steht eine außerordentliche breite Auswahl an Hochschulen und Unternehmen für die spätere Berufswahl zur Verfügung, die den Einschätzungen der IKB zufolge ja gute Zukunftschancen besitzen. Werkstoffkunde und Oberflächentechnik sind also nach wie vor eine gute Wahl: interessant und zukunftsträchtig!