Auf der diesjährigen Hannover Messe 2013, Welt der Oberfläche, liegt der Schwerpunkt der Walter Lemmen GmbH in den Bereichen Galvanotechnik und Leiterplattentechnik sowie Metallrückgewinnung und Spülwasseraufbereitung. Ausgestellt werden Anlagen zur galvanischen Oberflächenbehandlung, Edelmetallrückgewinnung und Ionentauscheranlagen.
Edelmetallrückgewinnung TG-MR
Zur Rückgewinnung von Edelmetallen und Nichtedelmetallen in mittleren bis hohen Elektrolytkonzentrationen aus galvanischen Prozessen, Stripperlösungen oder Spülwässern werden Elektrolysezellen angeboten. Bei den drei Modellen TG20 MR, TG50 MR und MRM6-System werden mehrlagige Spezialkathoden eingesetzt, wodurch ein größerer Oberflächenfaktor entsteht, der eine hohe Abscheidungsrate der Edelmetalle gewährleistet.
Die flüssigkeitsdurchlässigen Kathoden sind zusammen mit den Titanstreckmetallanoden in einer Kunststoffzelle so angebracht, dass diese aus einem Strömungsregister senkrecht zur Oberfläche an- beziehungsweise durchströmt werden. Neben der vergrößerten Kathodenfläche bewirken die Streckmetalle eine Vielzahl von Strömungswirbel, woraus ein optimaler Elektrolytaustausch mit vergleichsweise hohen Abscheidungsraten resultiert. Zudem wird das abgeschiedene Metall auf einer strukturierten Oberfläche deutlich besser verankert. Zur Elektrolytumwälzung kommt eine Magnet-Kreiselpumpe zum Einsatz.

Bei cyanidischen und schwach sauren Goldsparspülen können auf einer Kupferkathode, in DIN-A4-Format bis zu 1500 g Gold abgeschieden werden, im Bypass-Betrieb sind mittlere Metallkonzentrationen von 20 mg bis 50 mg Au/l, im Chargenbetrieb durchaus 0,05 mg bis 0,2 mg Au/l möglich. Diese Werte gelten auch für die meisten anderen Edelmetalle wie Silber, Palladium und Platin.
Für Sparspülvolumina von 200 l bis etwa 500 l empfiehlt sich der Einsatz einer externen Rückgewinnungseinheit: TG 20-MR-System, wobei vier Anoden und vier Kathoden in einer Wanne zusammengefasst sind. Die aktive Kathodenfläche beträgt hier etwa 70 dm2. Für noch größere Spülvolumina beziehungsweise zur Bearbeitung von getrennten Spülkreisläufen eignet sich die Einheit TG-50MR mit 180 dm2 Kathodenfläche und etwa 50 l Arbeitsvolumen.
Die Anlagen entsprechen dem neuesten Stand der Technik. Die Weiterbehandlung der Spezialkathoden erfolgt in der Scheideanstalt. Im Gegensatz zu Elektrolyt-Gefahrgut, stellt die Versendung der beladenen Streckmetalle als Nicht-Gefahrgut keine Sonderabwicklung dar. Bei den angelieferten Silber-, Platin- und Palladiummetallen liegt die Vergütung analog zu Gold bei 98 % bis 99 %. Zusätzlich anfallende Verarbeitungskosten (metallspezifisch) sind beim Scheidebetrieb zu erfragen.
Neben dem wirtschaftlichen Argument der Rückvergütung gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Fakten, die für den Einsatz der Elektrolyse in Form der Metallrückgewinnungsmodule sprechen:
- Elektrolysesysteme sind einfach im Aufbau und in der Handhabung. Sie sind meist problemlos in bestehende Anlagen nachrüstbar. Dadurch halten sich die Anlagen- und Installationskosten auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.
- Nach Austausch der Kathodensysteme lassen sich mit dem selben Gerät eine Vielzahl von Metallen aus den unterschiedlichsten Elektrolytsystemen ausarbeiten.
- Erhöhte Anforderungen an das Rückgewinnungssystem bezüglich Durchsatzmenge lassen sich durch Parallelschalten von Kathoden-Anodenpaketen problemlos erfüllen.
- Bei optimaler Auslegung der Elektrolyseeinheit lassen sich im Chargenbetrieb Restkonzentrationen unterhalb des mg-Bereichs erzielen. Bei nachgeschalteten Ionenaustauschersystemen sind sogar Restkonzentrationen unterhalb des ppm-Bereichs möglich.
- Bei cyanidhaltigen Lösungen kann bei erhöhter Stromdichte das Cyanid in Cyanat beziehungsweise Cyanat zu Stickstoff und Kohlendioxid umgewandelt werden.
- Ein entsprechend geringer Schlammanfall entlastet die Umwelt merklich und es entstehen geringere Entsorgungskosten.
Edelmetallrückgewinnung durch Ionentauscheranlagen
Die Ionentauscher haben im Bereich der Abwassertechnik eine sehr große Anwendung gefunden. Das Spülwasser reichert sich nach Prozesselektrolyten, wie zum Beispiel sauer Gold-, Silber- oder Palladiumelektrolyte, durch Verschleppung mit den Metallen an. In der Ionentauscheranlage, deren Säulen mit speziellen Harzen gefüllt sind, wird das Spülwasser kontinuierlich im Kreislauf geführt. Die Metallionen werden in dem Ionentauscherharz physikalisch gebunden und fallen in konzentrierter Form an. Nach der vollständigen Beladung des Harzes kann der Ionentauscher regeneriert oder verhüttet werden. Unterschieden wird grundsätzlich zwischen Kationen- und Anionenaustauscherharze, die ihrerseits wieder in stark beziehungsweise schwach saure oder basische Typen unterteilt werden.

Edelmetall-Rückgewinnungsmodul TG-MR50 – Spezialkathoden und -anoden für eine optimale Abscheidungsrate
Die Ionentauscheranlage Ionex R-AU wurde speziell zur Edelmetallrückgewinnung von Gold, Silber oder Palladium entwickelt. Der besondere Vorteil der Anlage liegt darin, dass Metalle aus den stark verdünnten Spülwässern fast vollständig entfernt und in konzentrierter Form wieder zurückgewonnen werden können. Zusätzlich wird der Spülwasserbedarf minimiert, da eine kontinuierliche Reinigung und Wiederverwendung des Wassers erfolgt. Die Grundversion Ionex R AU ist mit einer Ionenaustauschersäule von etwa 1,5 l oder 3,0 l ausgestattet. Die lieferbaren Harze sind auf die unterschiedlichsten Elektrolyttypen abgestimmt.

Ionentauscheranlage zur kontinuierlichen Reinigung und Wiederverwendung von Spülwasser aus Standspülbädern und Sparspülen
Die Prüfung des Beladezustands der Säulen erfolgt am Besten per Analyse. Die Harzsäulen lassen sich bedienerfreundlich durch neu befüllte Säulen austauschen. Neben den Standardausführungen werden individuell nach Kundenwunsch angepasste
Anlagen angeboten.
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