Umweltschutz und Wertschöpfung kein Widerspruch

Werkstoffe 10. 04. 2013

Spezialist für den Umgang mit Wasser in der Metallfertigung: Die Gross Wassertechnik GmbH in Pforzheim bietet Lösungen für zahlreiche Herausforderungen in der Wasser- und Abwasserbehandlung

Wasser ist einer der wichtigsten Rohstoffe­ bei der Herstellung von Produkten aller Art. Es wird beispielsweise als Lösungsmittel für Metalle, als Spülmedium bei der Reinigung oder zur Kühlung bei der mechanischen Bearbeitung von Werkstoffen eingesetzt. Heute wird in allen solchen Fällen großer Wert darauf gelegt, dass das Wasser nach Gebrauch in einem umweltverträglichen Zustand wieder abgegeben wird. Und schließlich nimmt auch das Recycling von Rohstoffen, allen voran die Metalle, einen immer wichtigeren Stellenwert ein. All das soll zu akzeptablen Kosten bei geringem Handlingsaufwand realisiert werden.

Stefan Jantzen (Betriebsleiter), Bernward Groß (Geschäftsführer) und Tobias Brahm (Vertriebsleiter) (v.l.n.r.)

In der Oberflächenbehandlung mit Metallen,­ beispielsweise der Galvanotechnik, werden hier seit langem die verschiedensten Technologien angewandt. Dazu zählen das Ausfällen von Metallen und die Rückführung der hergestellten Metallschlämme oder die Entfernung von gelösten Metallen mit Hilfe von Ionenaustauschern. Vor allem Ionenaustauscher ermöglichen es, neben den Metallen auch weitere Lösungsbestandteile zu entfernen, wodurch beispielsweise aus angereicherten Spülwässern wieder nahezu sauberes und salzfreies Wasser entsteht. Im Ergebnis werden damit unter Einsatz von optimierten Ionenaustauschersystemen Spülkreisläufe aufgebaut, die nahezu ohne die Zufuhr von Frischwasser auskommen, wodurch sich eine enorme Reduzierung des Wasserverbrauchs ergibt.

Inzwischen interessieren sich auch Unternehmen der mechanischen Werkstoffbearbeitung dafür, ihre wässrigen Medien von Inhaltstoffen zu befreien und die verbleibenden Wässer umweltgerecht zu entsorgen. Zugleich wird durch den Einsatz von Ionenaustauschern, beispielsweise beim Erodieren, die Bearbeitungsqualität deutlich gesteigert, da die Zusammensetzung der wässrigen Medien während der Bearbeitung konstant bleibt. Neben dem verbesserten Umweltschutz kommt hier also der Vorteil der Qualitätsverbesserung hinzu.

Ein Unternehmen, das im Bereich der Wasseraufbereitung und Abwasserbehandlung einen umfassenden Service anbietet, ist die Gross Wassertechnik GmbH in Pforzheim. Obwohl das Unternehmen erst am 2. September 2010 gegründet wurde, verfügt es doch durch seinen Eigentümer und die Mitarbeiter über eine langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Wasserbehandlung. Geschäftsführer Bernward Groß ist bereits seit mehr als 20 Jahren in der Planung und im Bau von abwassertechnischen Anlagen tätig und war in den letzten Jahren Prokurist bei der UT&S GmbH.

Gross Wassertechnik

Das Unternehmen hat seinen Sitz in einem neuen Firmengebäude am Stadtrand von Pforzheim, direkt an der Autobahnausfahrt Pforzheim-Nord an der A8 gelegen. Das Gebäude bietet 700 Quadratmeter Produktionsfläche und 300 Quadratmeter Bürobereich. Heute befassen sich 14 Mitarbeiter mit der Herstellung von Anlagen zur Aufbereitung von Frisch- und Abwasser; mit der Aufarbeitung von Abwasser beispielsweise aus der Regeneration von Ionenaustauschern sowie mit der Planung und Auslegung von Anlagen zur Wasseraufbereitung und Abwasserreinigung.

Zur Ausrüstung des Unternehmens gehört insbesondere ein Regenerierbereich für metall-, cyanid- und chomatbelastete Ionen­austauscher. Hierfür wurden sechs Regenerierstationen installiert, zwei Stationen für Großbehälter mit Harzvolumina bis 1500 Liter und vier Stationen für die Harz­regeneration von Austauschern mit einem Volumen bis 100 Litern. An die Regenerierstation angeschlossen ist eine Abwasseranlage mit insgesamt zwei Chargenreaktoren, die jeweils über ein Behandlungsvolumen von 15 Kubikmeter verfügen. Beide Chargenreaktoren sind mit einem konischen Boden ausgerüstet, um eine vollkommene Restentleerung zu gewährleisten. Für die Zwischenspeicherung von anfallenden Regeneraten stehen insgesamt drei Speicherbehälter mit einem Volumen von jeweils 15 Kubikmeter für saure beziehungsweise­ cyanidisch alkalische Abwässer und ein weiterer für die Aufnahme von cadmiumhaltigen Regeneraten zur Verfügung. Der Abwasseranlage nachgeschaltet sind zwei Kammerfilterpressen sowie zwei Selektivaustauscher mit vollautomatisch vorgeschaltetem Kiesfilter zur Rückspülung.

Die Gross Wassertechnik GmbH verfügt über eine wasserrechtliche Genehmigung, die alle gängigen Schwermetalle, auch cadmiumhaltige Regenerate, einschließt. Somit ist das Unternehmen in der Lage, auch Harzregenerationen aus dem Herkunftsbereich der Solarindustrie zu regenerieren und die dabei anfallenden Abwässer aufzubereiten. Zudem liegt eine Genehmigung für die ­Annahme von Fremdabwässern vor.

Wasserreinigung als Dienstleistung

Der optimale Einsatz von Anlagen zur Wasserbehandlung erfordert eine fachmännische Planung der Stoffströme, die Berücksichtigung der Anforderungen an die Wasserqualität oder der fachlich personellen Gegebenheiten beim Kunden. Deshalb steht die Konzeptionierung des Wasser­managements in Produktionsbetrieben mit der Herstellung von Anlagen und Einrichtungen zur Wasseraufbereitung und Abwasserbehandlung bis hin zur Regeneration von ­Ionenaustauschern sowie der Aufarbeitung von Abwasserchargen im Mittelpunkt der Aufgaben. Der angebotene Regenerationsservice wird durch einen eigenen Lieferservice vervollständigt, um beladene Ionenaustauscher beim Kunden abzuholen und regenerierte wieder auszuliefern.

 

Beispiel für den Einsatz von Ionenaustauschern

Das Hauptaugenmerk der Gross Wassertechnik GmbH liegt in der Regeneration von extern belasteten Ionenaustauschern, die im Betrieb in Pforzheim regeneriert werden. Herkunftsbereiche sind sowohl die klassi­sche Galvanikindustrie als auch die Bodensanierung, die pharmazeutische Industrie sowie in zunehmendem Maße auch die mechanische Materialbearbeitung. Bei den ­Ionenaustauschersystemen steht heute die Anforderung nach optimierten und auf den jeweiligen Einsatzzweck zugeschnittenen Systemen im Vordergrund. Dies betrifft sowohl das zu reinigende Volumen an Wasser, beispielsweise für die Spülstufen eines galvanischen Prozesses, als auch die in den wässrigen Lösungen enthaltenen Stoffe. Hier stehen unterschiedliche Harztypen zur Verfügung, um sowohl eine höchstmög­liche Quote für das Entfernen von Stoffen als auch eine hohe Standzeit der Harze bei einfachster Bedienung der Anlage zu gewährleisten. Die Gross Wassertechnik kann hierbei auf ein umfangreiches Know-how und eine jahrelange Zusammenarbeit mit Harzherstellern zurückgreifen, um für die jeweilige Aufgabe das am besten geeignetste Harz auszuwählen.

Mobile Einheit der Gross Wassertechnik zur Wasser- und Abwasserbehandlung

Beim hauseigenen Anlagenbau liegt der Schwerpunkt im Bereich Wasseraufbereitungs- und Abwasserbehandlungsanlagen. Hier werden zum Beispiel Umkehrosmoseanlagen für die Frischwasseraufbereitung hergestellt. Neben dem Angebot, mobile­ Ionenaustauschersysteme im eigenen Haus zu regenerieren, werden aber auch stationäre Ionenaustauscheranlagen errichtet, die extern beim Kunden regeneriert werden können. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Kreislaufführung von galvanischen Spülwässern und auf der Schlussreinigung von anfallenden Abwässern mit Hilfe von selektiv arbeitenden Ionenaustauschern. Der Anlagenbau umfasst außerdem die Planung und den Bau von Abwasserbehandlungsanlagen mittels konventioneller Chargenbehandlung.

Guter Service als erfolgreiches Geschäftsmodell

Die Überzeugung, eine zukunftsträchtige­ Technologie anzubieten, hat Bernward Groß durch die Investitionen in sein Unternehmen klar unterstrichen. Vor allem die derzeit verstärkte Suche nach Einsparmöglich­keiten bei Materialien verschafft der Technologie der Abwasserbehandlung mit dem Ziel, Metalle, Edelmetalle und sonstige Roh­stoffe soweit wie möglich zurückzugewinnen, seine ungebrochen hohe Attraktivität. Insbesondere die heutigen Möglichkeiten des Einsatzes von spezialisierten Ionenaustauschern und das Angebot der zentralisierten Aufarbeitung von Metallen, wie sie die Gross Wassertechnik GmbH anbietet, sind eine vielversprechende Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft.

Station zur Harzregeneration

Die Technologie der Ionenaustauscher bevorzugt mit kleinen Einheiten und deren Optimierung auf den jeweiligen Einsatzfall zeichnet sich immer mehr als eine optimale Lösung für viele Anwendungsgebiete ab. Dem kommt entgegen, dass die heute gebräuchlichen wassersparenden Einsatztechnologien nur noch geringe Mengen an Abwasser liefern. Dadurch werden die konventionellen Behandlungsmethoden, beispielsweise die Chargenanlagen in der Galvanotechnik, immer unwirtschaftlicher. Mobile Ionenaustauscheranlagen, die auch von fachfremden Mitarbeitern problemlos betrieben werden können, gewinnen an Attraktivität. Dies hat die Gross Wassertechnik erkannt und trägt mit ihrem Angebot bei den Unternehmen zur Wirtschaftlichkeit und einem hohen Maß an Umweltfreundlichkeit bei ihren Kunden bei.

Im Bereich der Drahterosion und des Werkzeugbaus besteht eine enge Koorperation mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) in Berlin. Bei einem Forschungsprojekt wurde in den vergangenen Monaten gemeinsam eine kompakte Deionisiereinheit speziell für die Anwendung an Startlochbohrmaschinen entwickelt, welche auf dem 20. Innovationstag Mittelstand am 16. Mai 2013 in Berlin zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wird.

GROSS Wassertechnik GmbH
Carl-Gruner-Straße 8, D-75177 Pforzheim

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