Im November des vergangenen Jahres fand in Stuttgart der 14. Zuliefertag für den Industriebereich Automobil statt und die deutlich über 200 Teilnehmer bestätigten die Aktualität der Veranstaltung. Einer der Schwerpunkte der Tagung lag auf der Veränderung der Automobilität durch den Umstieg vom Verbrennungs- auf den Elektromotor, der noch einen hohen Bedarf an Neuentwicklungen hat. Hierbei kommt den Zulieferern eine immer wichtigere Rolle zu. So wandelt sich der Status des Zulieferbetriebs von einem reinen Empfänger an Angaben zur Herstellung eines Bauteils oder einer Baugruppe zum aktiven Entwickler. Der Automobilhersteller gibt vor allem bei den zahlreichen Ausstattungsgegenständen elektronischer Art oftmals nur noch seine Wünsche vor, bei Baugruppen wie Getrieben oder Abgasanlagen sind dies die geometrischen Eckdaten.
Alle weiteren Details zur Erfüllung der Wünsche entstehen beim Zulieferer. Dazu zählt dann auch die Auswahl von neuen Werkstoffen mit der dazu erforderlichen Oberflächentechnik. Dies erfordert eine intensive Vernetzung der einzelnen Partner im gesamten Zusammenspiel von Automobilhersteller über den Einzelteilproduzenten bis hin zu den Forschungsabteilungen der Hochschulen. Hier fördert das Land Baden-Württemberg seit vielen Jahren die Netzwerkbildung, auch in der Rolle eines Vermittlers. Unterstützt werden solche Aktivitäten zudem durch Messen, wie sie Ende Februar in Leipzig mit der Zuliefermesse stattfindet.
Ein weiterer Schwerpunkt des Zuliefertags in Stuttgart war der Globalisierung gewidmet. Obwohl die traditionelle Struktur der kleinen und mittleren Betriebe den Bereich der Zulieferer dominiert, ist auch hier eine steigende Globalisierung festzustellen. Neben Giganten wie Bosch spielen Unternehmen mit Mitarbeiterzahlen zwischen 500 und 5000 inzwischen in der internationalen Liga mit. Oftmals stehen Produktionsstandorte in Osteuropa und selbstverständlich in China an erster Stelle der Bemühungen zur Internationalisierung. Vielen Unternehmen gelingt dieser Schritt, der stets mit erheblichen organisatorischen Neuerungen verbunden ist. Häufig ist dann von solchen Unternehmen auch zu hören, dass diese Bemühungen zugleich zu einer Verbesserung der Geschäftstätigkeit bei der deutschen Muttergesellschaft geführt haben. Der oftmals gefürchtete Arbeitsplatzverlust wurde ins Gegenteil verkehrt. Wichtig ist allerdings auch hier die kooperative, partnerschaftliche Arbeitsweise.