Reinigen und Passivieren in einem Prozess

Werkstoffe 10. 12. 2012
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Für eine höhere Qualität und Lebensdauer chirurgischer Instrumente mit einem Reinigungssystem der Karl Roll GmbH

Hygienische Sauberkeit bis ins kleinste Detail ist bei der Herstellung chirurgischer Instrumente ein Muss. Außerdem erfordern die im Krankenhaus eingesetzten, immer aggressiveren Reinigungsmittel eine widerstandsfähige Oberfläche. Um beides effizient zu erzielten, konzipierte Roll für einen international tätigen Hersteller ein wässriges Reinigungssystem mit integrierter Passivierung.

Das Programm der Lawton GmbH & Co. KG umfasst rund 16.000 verschiedene Instrumente und Spezialprodukte für die offene und minimal invasive Chirurgie. Die Produkte wie Scheren, Klemmen, Pinzetten, Haken, Nadelhalter werden aus Titan, unterschiedlichen Spezialstählen und Keramik gefertigt und in 90 Ländern vertrieben.

Um einerseits die Kapazität zu erweitern und andererseits die Qualität weiter zu erhöhen, investierte das Fridinger Unternehmen in ein neues Reinigungssystem. Da es sich um den Endreinigungsprozess handelt, zählten die zuverlässige Entfernung der Rückstände des Polier- und Bearbeitungsmediums, eine hochwertige Ausführung und hohe Verfügbarkeit der Anlage zu den wesentlichen Vorgaben. Außerdem war eine Passivierung in die Anlage zu integrieren und der Prozess sollte vollautomatisch erfolgen. Die zusätzliche Passivierung verleiht den Oberflächen der Instrumente einen besseren Schutz gegen chemischen Angriff, dem sie durch zunehmend aggressivere, teilweise hochalkalische Reinigungsmedien ausgesetzt sind. Diese Mittel werden in Krankenhäusern eingesetzt, um Keime abzutöten.

Nach Gesprächen mit mehreren Anlagenbauern entschied sich Lawton für eine Anlage der Karl Roll GmbH, die mit wasserbasierten Medien betrieben wird. Ausschlaggebend war einerseits das Konzept der Anlage, andererseits die guten Erfahrungen des medizintechnischen Unternehmens mit zwei Reinigungssystemen von Roll.

Barcodegesteuerter Prozess

Die Mehrkammer-Tauchanlage verfügt über sechs Becken und ermöglicht einen Durchsatz von 18 Chargen pro Stunde. Das maximale Chargengewicht liegt bei 20 kg. Für die Reinigung werden die Instrumente in speziellen Warengestellen mit einer Abmessung von 550 x 300 x 400 mm (LxBxH) platziert. Die Zuführung der Gestelle erfolgt über eine Rollenbahn, die auf der Be- und Entladeseite einen Puffer von zehn Chargen ermöglicht. Um eine optimale Behandlung der unterschiedlichen Instrumente zu gewährleisten, sind in der Anlagensteuerung teilespezifische Programme hinterlegt. Die Auswahl des jeweiligen Programms erfolgt automatisch durch einen Barcode, der über ein Lesegerät an die Steuerung gemeldet wird.

Im Reinigungsprozess durchlaufen die Instrumente zunächst ein alkalisches Medium und eine Vorspülstufe, das jeweils mit einer Ultraschalleinrichtung ausgestattet ist. Nach dem anschließenden Feinspülschritt werden die Warengestelle in die Passivierungslösung transportiert. Die Passivierung und die folgende Spülstufe sind ebenfalls mit Ultraschall ausgestattet. Nach dem abschließenden Feinspülen gelangen die Instrumente in einen Warmluft-/Vakuumtrockner. Diese Kombination gewährleistet, dass auch bei sehr filigranen Instrumenten eine effektive Trocknung erzielt wird. Außerdem kommen sie kühler aus der Anlage und können schneller weiter bearbeitet und verpackt werden. Der automatische Transport der Warengestelle durch die Anlage erfolgt mit Förderrechen. Je nach Programm können die Chargen an jeder Station aus dem Prozess herausgefahren oder einzelne Stationen ausgelassen werden.

Optimale Medienpflege sichert Ergebnis

Um eine optimale Konzentration der Reiniger- und Passierkomponente sicherzustellen, wird der pH-Wert der verwendeten Lösungen permanent überwacht und die erforderlichen Medien und Komponenten bei Bedarf automatisch zudosiert. Die Feinspülphasen nach der Reinigung und Passivierung erfolgen mit voll entsalztem (VE) Wasser. Es wird im Kreislauf geführt und mindestens dreimal pro Stunde über Aktivkohle- und Mischbett-Ionenaustauscher umgewälzt. Einen wesentlichen Beitrag zur hohen Reinigungsqualität und langen Standzeit der Medien leistet auch die hochwertige Filtration, die mit Beutel- und Kerzenfiltern realisiert wurde.

 

Die Anlage mit sechs Becken ermöglicht Reinigungs- und Passivierungsprozesse mit automatisiertem WarentransportBild: Roll

 

Die Karl Roll GmbH & Co KG ist seit mehr als 50 Jahren europaweit auf dem Gebiet der industriellen Teilereinigung tätig. Dabei wurde immer ein hoher Qualitätsanspruch gepflegt, den die Ingenieure des Unternehmens in ihren Produkten zum Ausdruck bringen. Das resultierende Qualitätsniveau der Produkte wird nach DIN EN ISO 9001:2000 unter Beweis gestellt.

Das Produktprogramm umfasst sämtliche verfügbaren Techniken zur Nassreinigung von Teilen. Dazu gehören bewährte Lösemittelanlagen, sowohl für KW-Reiniger als auch für CKWs, ebenso wie eine breite Auswahl an wässrigen Anlagensystemen. Damit kann auf die vielschichtigen Fertigungsprozesse reagiert und die individuellen Erfordernisse der Teilereinigung erfüllt werden. Namhafte Großunternehmen vertrauen hierbei auf die Erfahrung und Kompetenz der Roll-Ingenieure. Der Kundenkreis verteilt sich zu 70 % auf die Automobilindustrie und deren Zulieferer. Weitere Kunden sind im allgemeinen Maschinenbau, der Metallbearbeitung, der Hydraulik-, Pneumatik-, Armaturenindustrie, der Galvanotechnik, der Schmuck- und Uhrenindustrie sowie verschiedenen wissenschaftlichen Instituten zuhause.

Neben einem standardisierten Typenprogramm mit vielfältigem Zubehör entwickelt und fertiget die Karl Roll GmbH auch Sonderkonstruktionen. In enger Zusammenarbeit mit dem Anwender werden die speziellen Bedürfnisse und Wünsche aufgegriffen und ein optimal abgestimmtes System konzipiert. Die große Fertigungstiefe im Werk Mühlacker erlaubt dabei ein Höchstmaß an Flexibilität und sichert zudem eine gleich bleibend hohe Fertigungsqualität.

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