Partner mit Produktionstiefe in der Edelmetallverarbeitung und Kontakttechnologie

Oberflächen 10. 11. 2012
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Bericht über die Doduco GmbH in Pforzheim

Bekannt ist die Doduco GmbH vielen als Oberflächenbeschichter, anderen als Lieferant von Kontaktmaterialien, Kontaktteilen und Kontaktbaugruppen für die Elektrotechnik, Elektronik und Automobilindustrie oder Produkten für die Medizintechnik. Aber auch galvanische Verfahren können aus dem Hause Doduco bezogen werden und schließlich nimmt das Unternehmen aus Pforzheim auch Scheidegut zur Rückgewinnung von Edelmetallen an. Daraus ist ersichtlich, dass das Unternehmen einen großen Teil der Prozesskette abdeckt, von der Bearbeitung von Rohmaterialien in Form von Bändern und Stanzteilen über die Beschichtung von gestanzten Kontakten, Leiterplatten oder Dreh- und Frästeilen bis hin zum Umspritzen mit Kunststoff und schließlich zum Trennen und Rückführen verschiedener Metalle aus metallischen
Abfällen.

Das Unternehmen im Wandel der Zeit – vom Edelmetall zu einem führenden Hersteller von elektrischen Kontakten

1922 gründet Dr. Eugen Dürrwächter in Pforzheim Doduco als Scheideanstalt zur Rückgewinnung von Gold, Silber und Platin. Hauptkunde ist die heimische Schmuckindustrie. Kurze Zeit später werden die ersten galvanischen Elektrolyte zur Abscheidung von Goldlegierungen in verschiedenen Farben hergestellt und die Galvanotechnik zum weiteren Geschäftszweig ausgebaut. Ursprünglich für die Schmuckindustrie angeboten werden aber schnell auch der Einsatzgebiet dieser Verfahren für die Elektrotechnik erkannt. 1930 beginnt das Unternehmen mit der Herstellung von elektrischen Kontakten, die Edelmetalle und deren Legierungen bilden dabei die Basis. Damit erfährt das Unternehmen einen raschen Aufschwung.

Nach dem Krieg wird im wieder aufgebauten Werk in Pforzheim eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung gegründet. Neben zahlreichen Neuentwicklungen, die sich in Patenten und Gebrauchsmustern niederschlagen, wird das Angebot von Doduco durch die technische Kundenberatung erweitert und die Kundenbindung verstärkt. Ab 1957 wird bei Doduco auch selbst mit der galvanischen Abscheidung als Dienstleistung begonnen. In den 1980er Jahren mit seinem dynamischen Expansionsprozess und der Internationalisierung wird das Unternehmen zu einem bedeutenden Partner in der Elektro-, Elektronik- und Automobilindustrie.

Von 1996 bis 2010 gehört Doduco zum US-amerikanischen Unternehmen Technitrol. 2010 wird die Investorengruppe Tinicum Capital Partners II und JP Asia Partners neuer Eigentümer des Unternehmens. Die Konzentration liegt dabei auf dem Ausbau der Marktanteile sowie der Entwicklung von neuen Produkten und Technologien.

Breites Spektrum an Technologien

Für Branchen wie die Elektro-, Elektronik- und Automobilindustrie werden in breitem Umfang und hohen Stückzahlen Kontaktteile gefertigt. Hierfür werden je nach Kundenwunsch unterschiedliche Fertigungsstufen durchlaufen. Solche Präzisionsstanzteile können beschweißt, belotet, nietbestückt, galvanisch beschichtet, plattiert, montiert oder mit Kunststoff umspritzt sein. Die Auslieferung erfolgt beispielsweise als Einzelteile, am Band, in Kammform oder im Blistergurt. Eine Spezialität des Unternehmens ist das Aufschweißen von Kontakten auf die Stirnkante. Damit wird eine hohe Edelmetalleinsparung gegenüber einer Plattierung erreicht und zugleich eine breite Werkstoffauswahl ermöglicht.

Das vielfältige Produkt- und Leistungsspektrum von Doduco umfasst Kontaktwerkstoffe, Halbzeuge und Kontaktteile, Kontaktniete, Stanzteile, Kunststoff-Metall-Verbundteile, galvanotechnische Produkte, Beschichtungstechniken, Edelmetallrecycling und Silberpulver

Die bei Doduco hergestellten Präzisionswerkzeuge verfügen über ein hohes Integrationspotential wie Mehrfach-Schweißen, Mehrfach-Gewindeformen, Mehrfach-Einnieten und die Montage von Stanzteilen am Band. Mit der Möglichkeit einer funktionalen Integration von unterschiedlichen Fertigungsschritten in einer Produktionslinie lassen sich wirtschaftliche Gesamtlösungen auf höchstem Niveau realisieren.

Eine Erweiterung der Prozesskette stellt die Herstellung von Kunststoff-Metall-Verbundteilen dar. Gefertigt werden wichtige Komponenten für Schalt-, Steuer- und Verbindungsfunktionen in elektromechanischen und elektronischen Systemen in Kraftfahrzeugen, in der Elektrotechnik und Elektronik, in der Windkraft- und Solartechnik sowie in Hybridfahrzeugen. Solche Verbundteile bestehen aus gestanzten elektrischen Kontakten von hoher Präzision zur Übertragung elektrischer Informationen und/oder Energie.

Diese Kontakte werden beispielsweise mit Hightech-Polymeren wie LCP, PPS, PPA und hochwertige PAs und PBTs umspritzt. Verarbeitet werden hauptsächlich intern hergestellte galvanisch beschichtete oder plattierte Bänder (AlSi1) für Bond-Anwendungen. Zusätzlich können elektronische Bauelemente integriert werden, um damit ein noch höheres Niveau der Produktintegration zu erreichen. Die Verbindungstechnik zwischen der Kunststoff-Metall-Verbundbaugruppe zur Elektronik kann entweder durch das Bonden auf der ALSi1-Oberfläche, durch Löten der verzinnten Oberflächen, mittels Schweißen oder auch durch den Einsatz einer Flexiblen Einpresszone realisiert werden.

Durch die Verbindung von Stanz- und Spritztechnologie mittels Reel-to-Reel-/Bandumspritztechnik werden gestanzte Kontaktteile als funktionale Baugruppe in Kunststoff eingebettet. Bei komplexen Stanzgeometrien werden diese Leiterbahnen (Leadframes) vor dem Umspritzen vereinzelt und manuell, teil- oder vollautomatisiert in Spritzwerkzeuge bestückt. Für Anwendungen und Materialien, bei denen das Umspritzen nicht möglich ist, können halb- oder vollautomatische Montageprozesse eingesetzt werden. Verschiedene Einzelteile, wie zum Beispiel Platinen, Stanz- oder Kontaktteile und Kunststoffgehäuse, bilden neue Gesamtbaugruppen.


     

Beispiele für Produkte sowie chemische, galvanische und PVD-Beschichtungen für die Elektronik/Elektrotechnik (oben) und für die Medizintechnik

Ein besonderes Wachstum erzielte das Unternehmen in den letzten Jahren im Bereich der Leistungselektronik. Vor allem Spezialbeschichtungen für schwierig zu beschichtende Basiswerkstoffe, die als Wärmesenken in der Leistungselektronik verwendet werden, wie zum Beispiel Aluminium oder AlSiC, sind hier gefordert. Zu den neuen Verfahren der Galvanotechnik gehört die Kombination aus chemisch abgeschiedenem Nickel/Palladium/Gold, das speziell für das Golddrahtbonden entwickelt wurde. Zur Reduzierung der Steck- und Ziehkräfte wurde eine neue, anorganische Beschichtung für Silber entwi-
ckelt.

Die Leistungselektronik erlangt zunehmend Bedeutung als wichtiges Bindeglied zwischen Energieerzeugung und Energieverteilung sowie der Energiewandlung zu den Verbrauchern. Mit den neuen Anwendungsbereichen wie Hybridantriebe im Automobil, photovoltaische Solarsysteme, Brennstoffzellen, Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung und Windkraftanlagen gewinnt die Leistungselektronik weiter an Bedeutung. Für die Herstellung von Baugruppen für die Leistungselektronik ist die Beschichtung ein integraler Prozessschritt. Innerhalb dieser Baugruppen sind eine Reihe von elektrischen und thermischen Verbindungsstellen notwendig. Um diese Verbindungsstellen realisieren zu können, müssen die einzelnen Bauteile beschichtet werden, beispielsweise mit Nickel, Silber und Zinn.


Mit so genannten Bandanlagen werden massive Metallbänder oder Metallbänder mit bereits gestanzten und gebogenen Bauteile, die noch nicht vereinzelt sind, in großen Stückzahlen galvanisch mit Metall beschichet. Dafür stehen zahlreiche unterschiedliche Verfahren zur Verfügung, mit denen die Metallbeschichtung anwendungsorientiert auf unterschiedliche Flächen aufgebracht werden kann, wodurch die Galvanotechnik insbesonder bei der Edelmetallabscheidung außererdentlich effizienzt wird

Ein weiterer Produktbereich sind Hybridrahmen als wesentliches Element einer mechatronischen Baugruppe. Sie ermöglichen die Übermittlung von Signalen oder die Übertragung elektrischer Energie. Der Anschluss an die Strompfade der elektronischen Schaltkreise im Innern des Gehäuses erfolgt meist durch Bonden. Die umspritzten Leadframes werden überwiegend aus aluminiumplattierten Bändern gestanzt, die zum Bonden besonders geeignet sind. Die in den Rahmen integrierten Stecker zur Kontaktierung der Strombahnen nach außen werden als Band je nach Anforderung mit Zinn, Silber oder Gold beschichtet.

Unter dem Gesichtspunkt der Schonung der natürlichen Ressourcen und der unvorhersehbaren Preisentwicklung bei Edelmetallen in den letzten Jahren nimmt die Edelmetallrückgewinnung weltweit immer mehr an Bedeutung zu. Doduco bietet mit innovativen und umweltfreundlichen Rückgewinnungsanlagen eine effiziente Aufarbeitung der Edelmetalle Silber, Gold, Palladium, Platin und Rhodium. Die Hauptaufarbeitungsverfahren Schmelztechnik mit Elektrolysen, chemische Verarbeitung und Gekrätzveraschung ermöglichen das Recycling von sämtlichen edelmetallhaltigen Scheidgütern. Dabei handelt es sich um plattierte Band- und Stanzabfälle, Legierungsabfälle, Kontaktteile und Halbzeuge aus der Elektrotechnik; verbrauchte Edelmetallelektrolyte, Harze, Filter und oberflächenveredelte Metallabfälle aus der Galvanotechnik, edelmetallhaltige Prozessoren, Transistoren und Steckerleisten aus der Elektronik sowie Legierungsabfälle und Gekrätz aus der Schmuck- und Dentalindustrie. Abgerundet wird das Aufarbeitungsprogramm durch Sondermaterialien, wie beispielsweise Silber-Wolfram- oder Silber-Indium-Legierungen.

Rundumservice mit Zukunftspotential

Den Kunden bietet Technologieunternehmen mit Hauptsitz in Pforzheim, das außer in Deutschland auch Fertigungsstandorte in Spanien und China unterhält, mit dem einzigartigen Technologieverbund qualitativ hochwertige, maßgeschneiderte und wirtschaftlich optimale Lösungen. Doduco legt bei der Bearbeitung von Aufträgen großen Wert darauf, von Beginn eines Projekts an intensiv in technische Diskussionen einzusteigen, um Funktion, Design und Kosten eines Bauteils optimal aufeinander abzustimmen. Damit liegt die komplette Qualitätsverantwortung in einer Hand. Zentral werden sämtliche Einzelprozesse durch den verantwortlichen Produktmanager von Doduco koordiniert. Fehleranfällige Schnittstellen zu Drittlieferanten sowie zusätzliche Transportwege entfallen. Mit dieser zielorientierten Kooperation werden die Durchlaufzeiten minimiert.

Mit seiner hohen Fertigungstiefe profiliert sich Doduco nicht nur als wichtiger Hersteller elektrischer Kontakte, sondern auch als Partner für zukunftsweisende, hocheffiziente und umweltgerechte Technologien. Vor allem im Bereich der Edelmetalle ist dies eine Vorgehensweise, die sich für den Kunden in hohem Maße auszahlt.

Doduco hat das Wissen und die Mitarbeiter für eine erfolgreiche Partnerschaft.

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