Nachhaltiges Bauen mit Zink durch EPDs
Im Herzen von Istanbul entstand eine 800 Meter lange Brücke über dem Zufluss des Bosporus (im Türkischen Haliç), bekannt als das Goldene Horn. Sie umfasst zwei Schrägseilbrücken und eine Drehbrücke, über die eine U-Bahn-Linie fährt. Zum Einsatz kam hier das Produkt NedZink NOVA, dessen Umwelteigenschaften in einer durch das unabhängige Institut Bauen und Umwelt e. V. geprüften EPD veröffentlicht wurden
Nachhaltiges Bauen ist das Konzept für eine ressourcenschonende Zukunft – das gilt für einzelne Baustoffe wie für gesamte Gebäude. Denn, so zeigen Zahlen des Bundesumweltministeriums, rund ein Drittel des Ressourcenverbrauchs in Deutschland wird von Gebäuden verursacht. Umwelt-Produktdeklarationen (kurz: EPD, Environmental Product Declaration) sind für die Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäuden zentrale Bausteine. Bei der Erstellung einer EPD wird jedes einzelne Bauteil über den gesamten Lebenszyklus betrachtet. Energie- und Ressourceneinsatz werden ebenso berücksichtigt wie der Herstellungsprozess, die Nutzung und das Recycling. Eine EPD wird durch unabhängige Dritte geprüft – erst dann ist sie offiziell gültig. In Deutschland wird diese Prüfung vom Institut Bauen und Umwelt e. V. (IBU) vorgenommen. Führende Hersteller von Zinkerzeugnissen haben bereits EPDs für ihre Titanzinkprodukte erstellt, die bei zahlreichen Bauanwendungen – zum Beispiel Bedachung, Fassadenbekleidung oder Dachentwässerung – zum Einsatz kommen. Jetzt wurden auch die EPDs für die Produkte NedZink NATUREL, NedZink NOVA und NedZink NOIR der NedZink GmbH vom IBU geprüft.
Mit der Erstellung einer EPD liefern Unternehmen umfassende Informationen über die Umweltwirkungen ihrer Produkte. Die Angaben beruhen auf der seit 2012 für Bauprodukte und Bauleistungen aller Art gültigen europäischen Norm EN 15804. EPDs sind ein nicht bewertendes Instrument. Anders als andere Umweltlabel und Gütesiegel bescheinigen sie keine Umweltverträglichkeit anhand einzelner Kriterien, sondern stellen Daten zur Verfügung, die die Basis für die Nachhaltigkeitsbewertung am Gebäude bilden. Damit unterscheiden sich EPDs grundlegend von anderen Systemen, die vorrangig Endverbraucher mit einer Produkteigenschaft adressieren, während EPDs quantitativ umfassende Informationen für den Profibereich – Planer, Architekten und Auditoren – liefern, so IBU-Geschäftsführer Dr. Burkhart Lehmann.
Für die Erstellung einer EPD werden in einem mehrmonatigen Prozess Daten erhoben und durch ein unabhängiges Institut geprüft und verifiziert. Zugrunde liegt eine umfassende Betrachtungsweise: Der gesamte Lebenszyklus eines Produkts wird genau unter die Lupe genommen. Dabei sind Umwelt-Produktdeklarationen nicht auf die Baubranche beschränkt, allerdings haben sie in diesem Bereich die größte Bedeutung – besonders durch die eigene europäische Normungsreihe im CEN/TC 350 zum nachhaltigen Bauen, betont Dr. Burkhart Lehmann: „In Deutschland und auch in Europa hat die Baustoffindustrie mit EPDs einen bislang einzigartigen Standard geschaffen, der enorme Relevanz in der Praxis erlangt hat und den es so in anderen Industriezweigen kein zweites Mal gibt. Die Offenlegung der produktbezogenen Umweltwirkungen mit einer Vielzahl von Indikatoren in der Bauindustrie ist bislang weltweit einzigartig. Das ist unter anderem auf die Eigenart von Bauprodukten als Halbfertigprodukte zurückzuführen, die ihre Qualitäten und Umweltwirkungen erst in der konkreten Einbausituation im Gebäude entwickeln, sodass eine Bewertung am Produkt in der Regel nicht zielführend ist. Den Unternehmen der Zinkindustrie empfiehlt Dr. Burkhart Lehmann, weitere Deklarationen für Zinkprodukte zu erstellen, um die Produktqualität bezüglich der Umweltleistungen darzustellen.
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