Intelligente Prozesssteuerung mit Lab-on-a-Chip und KI-basiertem Smart Drying

Werkstoffe 09. 06. 2026
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Reinigungs- und Trocknungsqualität sowie Ressourcenverbrauch und Kosten automatisch im Griff

Eine stabil hohe Prozessqualität sowie Einsparungen bei Energie, Ressourcen und Betriebskosten – Forderungen, denen wasserbasierte Reinigungsprozesse heute gerecht werden müssen. Um diese Ansprüche sicher und effizient umzusetzen, hat Ecoclean das innovative Lab-on-a-Chip-System entwickelt. Es hält die Qualität der Reinigungs- und Spülstufen durch automatisierte Analysen auf Basis verschiedener Messverfahren auf einem optimalen Level. Die neue Smart-Drying-Technologie ermöglicht die KI-gestützte, intelligente Steuerung und Optimierung von Trocknungsprozessen mit Warmluft und Vakuum.

Steigende Ansprüche an die Bauteilqualität führen zu komplexeren Reinigungsprozessen. Vorgegebene Sauberkeitsspezifikationen müssen dabei stabil und reproduzierbar eingehalten werden. Verbunden ist dies immer häufiger mit höheren Dokumentationspflichten der Prozessparameter. Gleichzeitig steht die Anforderung im Raum, energie- und ressourcenschonender zu reinigen, um den CO2-Fußabdruck und Kosten zu verringern. Dem gegenüber steht der Mangel an Fachpersonal mit entsprechender Ausbildung und Reinigungskompetenz.

Ecoclean reagiert auf diese Situation mit ­innovativen Entwicklungen wie dem Lab-on-a-Chip (LOC)-System und der Smart-Drying-Technologie für die automatisierte Überwachung und intelligente Steuerung der Reinigungsqualität. Diese Lösungen stellen sicher, dass Reinigungs- und Trocknungsprozesse optimal ablaufen und erfüllen durch die konstante Erfassung der Parameter auch Dokumentationsvorgaben.

LOC – umfassende Medienanalysen mit nur einem System

Für die Analyse der Konzentration von Reini­gungs- oder Passivierungsmedien sowie der Verschmutzung der Lösungen sind bisher verschiedenste Sensoren erforderlich, die abgestimmt auf das jeweilige Medium beziehungsweise den Prozess eingesetzt werden. Die Messungen erfordern darüber hinaus üblicherweise zahlreiche manuelle Eingriffe. Die aufwändige Ermittlung der Medienqualität führt nicht selten dazu, dass Reinigungsmedium unabhängig vom Verbrauch nachdosiert wird. Ebenso werden Medienwechsel nach wie vor teilweise zeitabhängig durchgeführt. Beides kann zu einer nicht optimalen Qualität der Medien sowie zu einer Ressourcenverschwendung führen.

Dies ändert sich mit dem neuen LOC-System, das sowohl in Mehrstufentauch- als auch in Kammeranlagen integriert werden kann. Die Kombination von verschiedenen Messverfahren in nur einem System eröffnet eine enorme Bandbreite bei der Reiniger- und Medienanalyse. Und das, ohne jede Stufe mit verschiedenen Sensoren auszustatten sowie unabhängig vom eingesetzten Reinigungs- oder Passivierungsmedium und Prozess. Die Probennahme erfolgt bei den anlagenintegrierten Systemen automatisch aus den jeweiligen Stationen, die mit der Auswerteeinheit verbunden sind.

Für die Ermittlung der Reinigerkonzentration stehen die Verfahren Titration, pH-Wert, Leitfähigkeit und erstmals auch die Messung der Oberflächen­spannung zur Verfügung. Letztere ermöglicht bei ­modularen Reinigungssystemen den im Medium vorhandenen Tensidanteil separat zu bestimmen und ermöglicht dadurch die ­gezielte Nachdosierung dieser Komponente. Die Verunreinigung der Stufen kann mittels Fluoreszenz- und Leitwertmessung erfolgen. Diese Messmethoden ­werden zukünftig durch Verfahren zur Ermittlung der Total ­Organic Contamination (TOC) und der Partikelmessung ergänzt. Welche Messungen mit der aus dem Medium gezogenen ­Probe durchgeführt werden, lässt sich über die ­Anlagensteuerung eingeben. Zwischen der Probennahme sorgt eine automatische Spülung dafür, dass die Ergebnisse unverfälscht auf dem Display angezeigt und bei Bedarf entsprechende Aktionen, beispielsweise die Nachdosierung von Medium oder Wasser beziehungsweise ein Mediumwechsel, initiiert wird.

Bei der ebenfalls verfügbaren Standalone-Variante werden die Proben manuell aus den zu kontrollierenden Medien entnommen; das weitere Prozedere erfolgt ebenfalls automatisch. Bei beiden Alternativen lassen sich die Messmethoden bedarfsgerecht kombinieren und weitere Funktionen beziehungsweise neue Messmethoden können einfach integriert werden.

Smart Drying – optimale Trocknung bei minimiertem Zeit- und Energiebedarf

Die Trocknung zählt nicht nur zu den energie­intensivsten Prozessen, sondern ist durch den Zeitbedarf auch der Flaschenhals in der Teilereinigung. Trotzdem kommt es nicht selten zu Problemen – insbesondere, wenn unterschiedliche Bauteile zu reinigen und zu trocknen sind. Um auf der sicheren Seite zu sein, werden Trocknungsprozesse häufig anhand eines Worst-Case-Teils zu lange ausgelegt, was sich durch einen erhöhten Energiebedarf mit entsprechend hohen Kosten und eine verminderte Produktivität auswirkt.

Das Ziel ist es daher, mit einem minimierten Energie- und Zeitbedarf optimal getrocknete Teile aus der Anlage zu bekommen. Es wurde von Ecoclean mit der KI-gestützten, intelligenten Smart Drying-Technologie für einen kombinierten Prozess aus Warmluft- und Vakuumtrocknung umgesetzt. Basis ist ein speziell für diese Anwendung entwickelter Feuchte-Temperatursensor, der bei verschiedenen Anlagentypen des Herstellers inzwischen zum Standard gehört.

Um die Trocknung zeit- und energieoptimiert zu steuern, wurde das KI-Modell der Smart Drying-Technologie zunächst mit ­Daten aus Tausenden Trocknungsversuchen mit unterschiedlichsten Bauteilen und Zielparame­tern angelernt. Auf Grundlage dieses Know­how bewertet die KI die Qualität des jeweils stattfindenden Trocknungsprozesses durch die Analyse der Parameter Feuchtigkeit, Temperatur und Druck in der Prozesskammer. Sie entscheidet dann, welche ­Aktion für eine optimale Trocknung als ­nächstes am sinnvollsten ist. Das kann beispielsweise bei dünnwandigen Teilen oder Werkstücken aus Kunststoff die Zuführung von Warmluft sein. Wesentlich für den Einsatz der Smart Drying-Technologie sind verfahrenstechnisch stabile, reproduzierbare Prozesse, durch die in der Prozesskammer immer gleiche Voraussetzungen herrschen. Verschlissene Dichtungen oder nicht regelmäßig kalibrierte Sensoren beispielsweise führen hier zu Veränderungen.

Zu den nächsten Entwicklungsschritten bei Ecoclean zählt, die Erkenntnisse aus dem Machine-Learning auf den Einsatz von KI für die Steuerung und Optimierung von Reinigungs- und Spülprozessen zu übertragen.

Über die SBS Ecoclean-Gruppe

Die SBS Ecoclean-Gruppe entwickelt, produziert und vertreibt Anlagen, Systeme und Services für die industrielle Bauteilreinigung und Oberflächenbearbeitung sowie maßgeschneiderte Automatisierungslösungen. Ein weiteres Geschäftsfeld ist die Entwicklung und Serienproduktion von effizienten alkalischen Elektrolysesystemen für die dezentrale Erzeugung von grünem Wasserstoff. Innovationstreiber sind die beiden in Deutschland ansässigen Kompetenzzentren, welche die globalen Gruppenunternehmen mit technischer Expertise, Forschung und wegweisenden Entwicklungen unterstützen.

Die Reinigungslösungen, die weltweit führend sind, tragen bei Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen, wie beispielsweise Maschinenbau, Halbleiter-Zuliefer­industrie, Präzisionsoptik, Medizintechnik, Automobil- und Zulieferindustrie, Mikro- und Feinwerktechnik, Luft- und Raumfahrt sowie Verbindungstechnik rund um den Globus dazu bei, in hoher Qualität effizient und nachhaltig zu produzieren. Die Unternehmens-Gruppe vereint die Marken ­Ecoclean, UCM und Mhitraa. Sie ist mit elf Produktionsstandorten in Deutschland sowie acht weiteren Ländern weltweit vertreten und beschäftigt rund 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.Doris Schulz

Text zum Titelbild: Eine stabil hohe Prozessqualität und Einsparun­gen bei Energie, Ressourcen und Betriebskosten ermöglicht das innovative LOC-System durch automatisierte Analysen der Reinigungs- und Spülstufen auf Basis verschiedener Messverfahren (Bild: Ecoclean)

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