Edelmetalle | Technologiemetalle – Von der Tradition zu Innovationen

Werkstoffe 05. 11. 2017
6. Pforzheimer Werkstofftag präsentiert das Know-how der Region

Mit großem Zuspruch von 150 Tagungsteilnehmern präsentierte sich am 28. September 2017 der 6. Pforzheimer Werkstofftag im CongressCentrum Pforzheim. Er bot entsprechend seiner Tradition ein etabliertes Forum zum Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse und industrieller Innovationen; Schwerpunktthema dieses Jahr waren Edelmetalle | Technologiemetalle. Die Veranstalter, das Institut für Werkstoffe und Werkstofftechnologien (IWWT) der Hochschule Pforzheim und der städtische Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) mit seiner Cluster-Initiative Hochform begrüßten zwölf Referenten aus Forschung und Wirtschaft.

Passend zum diesjährigen großen 250 Jahr-Goldstadt-Jubiläum wartet auf Sie zum Thema ‚Edelmetalle | ­Technologiemetalle’ eine gute Mischung aus der Werkstoffkunde, Werkstofftechnik und Werkstoffprüfung, mit diesen Worten begrüßte Professor Dr.-Ing. Norbert Jost als Leiter des IWWT die Gäste aus Industrie und Forschung. Der erste Bürgermeister der Stadt Pforzheim Dirk Büscher betonte in seinem Grußwort, wie wichtig dieses Branchentreffen mit seinem fachspezifischen Angebot für den Standort Pforzheim ist. Es sei ein wichtiges Format, um Gegenwart und Zukunft darzustellen, um mit der atemberaubenden Geschwindigkeit der Entwicklungen auf dem Gebiet der Präzisionstechnik Schritt zu halten. Professor Dr. Ulrich Jautz, Rektor der Hochschule Pforzheim, freute sich, dass der Pforzheimer Werkstofftag so großen Anklang findet, denn unter den Werkstoffen sind seinen Worten zufolge auch die Edelmetalle und Technologiemetalle aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften in der modernen Welt ­nahezu unverzichtbar geworden. Deshalb sei es wich-
tig, immer neue Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Industrie zu schaffen und damit den Wissenstransfer niederschwellig zu halten. Im Anschluss an die Begrüßung folgten elf Fachbeiträge zu allgemeinen Themen rund um Werkstoffe und ihre Verarbeitung.

Die traditionelle Schmuckindustrie der Region Pforzheim hat sich im Zuge des Strukturwandels in ihrem Schwerpunkt verändert. Waren viele Firmen früher ausschließlich Zulieferer für die Schmuckindustrie, steht heute durch frühzeitige und mutige ­Innovationen die technische Anwendung in der Präzisions­technik im Vordergrund. Werkstoffentwicklungen, additive Fertigungstechniken und zerstörungsfreie Verfahren in der Werkstoffprüfung gehören genauso dazu wie das ­Recycling von Metallen und die ethische Frage über die Beschaffung von (Edel-)Metallen.

Gold, Silber und Platinmetalle haben in der Stadt Pforzheim eine lange Tradition. Sie zählen zu den klassischen Edelmetallen, die sich durch ihre korrosionsbeständigen Eigenschaften, das heißt, dass sie bei Raumtemperatur an Luft entweder gar nicht oder nur sehr langsam und in sehr geringem Umfang reagieren, auszeichnen. Sie faszinieren die Menschheit seit Jahrhunderten. Wie wichtig aber der sorgsame Umgang mit der Herkunft dieser edlen Metalle ist und wie sie die Reputation eines Unternehmens beeinflussen kann, welchen Organisationen man vertrauen kann, dafür wurden die Teilnehmer der Tagung sensibilisiert. Eine sehr breite und dabei immer wichtiger werdende Werkstoffgruppe sind die Technologiemetalle. Ob nun Legierungen mit besonders hohen Schmelztemperaturen, wie sie für thermisch sehr anspruchsvolle Einsatzgebiete benötigt werden oder so genannte seltene Erden, die unter anderem auch bei hochleistungsfähigen Dauermagneten ihren Einsatz finden und deren Recycling nun wiederum ein ganzes neues Technologiefeld darstellt – auch diesen Themen nahm der Werkstofftag sich an. Neue Fertigungsverfahren, die material- und energieschonend, aber präzise und komplexe Bauteile hervorbringen, sind ein Innovationsmotor für die Präzisionstechnik. Neuerungen bei Verschleißschutzkonzepten für Stanz­werkzeuge, neue Goldlegierungen durch additive Fertigungsmethoden wie auch modernste Verfahren durch Filamentdruck oder lithographiebasierte additive Fertigung sind hochaktuelle Themen in Wissenschaft und Industrie.

Eng verbunden mit der Gewinnung von neuen innovativen Technologiemetallen und der entsprechenden Fertigungsverfahren ist die Werkstoffprüfung. Auch sie geht mit dem Wandel der Technologie mit und setzt mehr und mehr auf zerstörungsfreie Untersuchungsmethoden. Vorgestellt wurde auf dem Pforzheimer Werkstofftag unter anderem das noch recht junge, aber hochinteressante Gebiet der Photothermie, mit der für den Praktiker wichtige physikalische Größen gemessen beziehungsweise visualisiert werden können.

Alle Beiträge der Veranstaltung sind im Tagungsband zum 6. Pforzheimer Werkstofftag zu finden, der über die E-Mail-Adresse ­werkstofftag@hs-pforzheim.de bezogen werden kann.

Neben den Fachvorträgen bietet der Marktplatz auf rund 400 Quadratmetern eine Plattform, auf der sich branchenrelevante Firmen präsentieren und Teilnehmer mit potenziellen Partnern vernetzen können. Er gab den Besuchern der Veranstaltung auch dieses Jahr wieder die sehr gern offerierte Möglichkeit, die Produkte und Dienstleistungen der ausstellenden Firmen kennenzulernen. Erneut wurde der Pforzheimer Werkstofftag durch Partner aus der Industrie unterstützt (Ferd. Haecker KG, Wieland Edelmetalle GmbH, G. Rau GmbH & Co. KG, Heimerle + Meule GmbH), die im Rahmen der Veranstaltung nicht nur ideell und finanziell, sondern auch als Aussteller präsent waren. Kooperationspartner des diesjährigen Werkstofftages waren die bw-i/Baden-Württem­berg International GmbH, die Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald, die Handwerkskammer Karlsruhe sowie das Unternehmernetzwerk INNONET Kunststoff.

Mit der großen Resonanz der nun insgesamt sechs Veranstaltungen hat sich die Veranstaltungsreihe Pforzheimer Werkstofftag ihren Platz in der Fachwelt gesichert und wird auch zu ihrer siebten Ausgabe in 2018 (voraussichtlich Ende September/Anfang Oktober) wieder spannende und innovative Informationen rund um das Thema Werkstoffe bereithalten.

  • www.hochform-pforzheim.de

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