Bei einem Kundentag hat die Heinrich Georg Maschinenfabrik die neue Walzenschleifmaschine ultragrind 700 R vorgestellt. Mit einer Spitzenweite von 5000 Millimeter und einem Schleifdurchmesser bis zu 700 Millimeter bearbeitet sie Walzen mit einem Gewicht von bis zu zehn Tonnen. Die automatisch arbeitende Maschine zeichnet sich besonders durch hohe Schleifqualität sowohl beim konventionellen als auch beim CBN-Schleifen aus. Mit einer Vielzahl konstruktiver Details, einer besonders stabilen Struktur und innovativer Messtechnik erzielt die Maschine höchste Präzision und gleichzeitig kurze Rüst- und Bearbeitungszeiten.
Mehr als 70 Fachleute aus den Walzenschleifereien führender Stahl- und Aluminiumhersteller sowie Experten von mehreren Walzenherstellern und Ingenieurbüros waren nach Kreuztal gekommen, um die neue Maschine kurz vor der Auslieferung an den chinesischen Kunden Baosteel im Einsatz zu begutachten. Georg zeigte zunächst das konventionelle Schleifen einer Arbeitswalze und wenig später das CBN-Schleifen. Ausgestellt war auch eine HSS-Arbeitswalze aus einem Warmwalzwerk mit CVC-Profil und 1,85 Millimeter Profilhöhe, die Georg kurz vorher mit einer CBN-Scheibe geschliffen hatte.
Bei den Vorführungen konnten sich die Besucher von der hohen Qualität der Anlage überzeugen. Die Oberflächen der geschliffenen Walzen waren nach einhelliger Meinung der Besucher perfekt; es waren weder Kommas noch Vorschubmarken zu erkennen. Die Besucher spürten während des Schleifens auch keinerlei Vibrationen oder Schwingungen an der Maschine; die Maschine läuft sowohl beim konventionellen als auch beim CBN-Schleifen sehr ruhig.
Mit einer Vielzahl von konstruktiven Maßnahmen werden exzellente Schleifergebnisse, kurze Handling- und Bearbeitungszeiten sowie eine lange Lebensdauer der Maschine erzielt. Dazu zählen zum Beispiel der im Ganzen verfahrbare Spindelstock mit stehender Hauptachse und der ebenfalls verfahrbare Gegenhalter, die hydrostatische Lagerung der Schleifachse und des Schleifsupports, die hochgenaue U-Achse mit einer Auflösung von 0,01 Mikrometer, die U1-Achse für die exakte horizontale Ausrichtung der Walze und schließlich die umfangreiche Ausstattung mit Mess- und Prüftechnik.
Mehrere Vorträge rundeten das Programm ab. Dr. Severin Hannig, Geschäftsführer der Aachener planlauf GmbH, stellte neue Methoden zur Berechnung und Simulation von Werkzeugmaschinen vor, die Georg bei der Konstruktion der neuen Maschine angewandt hatte. Hannes Moser (Tyrolit Schleifmittelwerke) und Gerrit Burkhard (Theleico Schleiftechnik) sprachen zum optimalen Einsatz von Schleifscheiben. Beide gingen speziell auf den Einsatz von CBN-Schleifscheiben ein, die bei der zunehmenden Verwendung von HSS-Walzen trotz zunächst höherer Beschaffungskosten in vielen Fällen wirtschaftlicher als konventionelle Scheiben sein können.

Die neue Walzenschleifmaschine ultragrind 700 R
Text zum Titelbild: Dr.-Ing. Wieland H. Klein, der Leiter des Geschäftsbereichs Werkzeugmaschinen bei Georg, erläutert die Merkmale der neuen Maschine