Die Stahlbaubranche erhält ein neues Qualitätszeichen. Das DSTV-Gütesiegel wird zukünftig an Fachbetriebe verliehen, die bei bauforumstahl organisiert sind, ihre hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards dokumentieren und sich regelmäßig weiterbilden. Zunächst werden Stahlbau- und Montagefirmen das Gütesiegel führen, eine Ausweitung auf Stahlhandelsunternehmen, Stahlhersteller sowie im Stahlbau tätige Architektur- und Ingenieurbüros ist geplant. Die ersten Gütesiegel wurden auf dem Deutschen Stahlbautag in Hannover am 29. November 2014 von Verbandsgeschäftsführer Volker Hüller überreicht.
Wir wollen das DSTV-Gütesiegel zu einem festen Qualitätszeichen der Branche verankern, um Qualitätsverlusten vorzubeugen, so Volker Hüller. Das DSTV-Gütesiegel gebe Auftraggebern die Sicherheit, dass ein qualifizierter Fachbetrieb beauftragt wird, der den aktuellen Stand der Technik sicher beherrscht und darüber hinaus die Weiterentwicklung des Stahlbaues mit prägt, also Vorsprung durch Technik – sichergestellt durch das DSTV-Gütesiegel. Damit hätten Bauherren und Auftraggeber die Sicherheit, auf einen verlässlichen Baupartner zu treffen. Geiz sei im Stahlbau nämlich nicht geil, sondern einfach nur dumm und teuer, wenn dabei nicht auf Qualität geachtet werde. Hierfür gibt es nach seinen Worten aus der Vergangenheit zahlreiche, leidvolle Beispiele und davor wolle man die Auftraggeber schützen.
Betriebe, die das DSTV-Gütesiegel führen, erfüllen alle bauaufsichtlichen Forderungen hinsichtlich der EU/CE-Zertifizierung nach DIN EN 1090-1, haben das Schweißzertifikat oder vergleichbare Qualifikationen und erfüllen höchste Qualitäts- und Sicherheitsstandards, die sie regelmäßig dokumentieren. Darüber hinaus werden die Mitarbeiter durch verbandsinterne Schulungen und Ausschüsse zu vielfältigsten Themen konsequent weitergebildet, um Qualitätsprodukte für den Stahlbau anbieten zu können.
Die technischen Entwicklungen im Stahlbau der letzten Jahre sind rasant. Der Stahlbau ist dank neuer Fertigungs- und Montagetechnologien und neuer Stähle zu einer Hightech-Branche geworden. Auch die Zulieferer haben beispielsweise mit neuen Brandschutzbeschichtungen oder beim Korrosionsschutz durch Feuerverzinken das Bauen mit Stahl durch Innovationen vorangebracht. Die Nutzung von 3D-Modellen bei der CAD-Darstellung, die Übertragung von NC-Daten aus der Konstruktion an die Fertigung und die elektronische Begleitung der Montage sind inzwischen oft geübte Praxis. Im Stahlbau ist Building Information Modeling (BIM) nach den Worten von Volker Hüller seit vielen Jahren fest verankert. Doch nur wenn BIM über alle Gewerke hinweg zum Einsatz komme, könne es bei der Nutzung zu einem echten und nachhaltigen Mehrwert kommen.
Bauforumstahl
Bauforumstahl (BFS) fördert das Bauen mit Stahl und ist ein Forum rund um Architektur, das ressourceneffiziente und wirtschaftliche Planen und Bauen sowie das Normenwesen. BFS repräsentiert rund 500 Mitglieder entlang der gesamten Prozesskette: Stahlhersteller, Stahlhändler, Stahlbauer, Zulieferer, Feuerverzinkungsbetriebe, Rohstoffanbieter und Hersteller von Brandschutzbeschichtungen, Planer sowie Vertreter der Wissenschaft. Die Gemeinschaftsorganisation bietet unabhängige Beratung und Wissenstransfer und ist eine offene Plattform für vielfältigste Aktivitäten.
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Text zum Titelbild: Dr. Armin Franke (re., stv. Vorsitzender bauforumstahl) mit den Vertretern der Stahlbaufirmen, die auf dem 37. Deutschen Stahlbautag in Hannover das neue Gütesiegel verliehen bekommen haben / Bildquelle: bauforumstahl/Andrei Dorian Gavrila