In den letzten Jahren war an einigen Neuheiten erkennbar, dass Fortschritte in der Werkstofftechnik oftmals durch Kombination von bestehenden Verfahren oder durch die Kombination altbekannter Werkstoffe mit neuen Teilen zu Fortschritten führen. Aber auch neue Verknüpfungen von bewährten Dingen führen häufig zu neuen Erkenntnissen. Dabei ist nicht in erster Linie die Kombination aus Grundwerkstoff und Beschichtung zu verstehen, bei der inzwischen hinlänglich bekannt ist, dass sie das klassische System zur Erweiterung der Bauteileigenschaften dar-
stellt.
Vielmehr ist festzustellen, dass beispielsweise bei den Werkstoffen durch immer komplexere Zusammensetzungen von Legierungen oder die Beimischung von Fasern Verbesserungen und Optimierungen zu erzielen sind. Bei den Beschichtungen lassen sich heute beispielsweise beim Anodisieren mit Unterstützung durch Plasmaverfahren besonders harte und verschleißfeste Oberflächen erzeugen. Auch bei den durch PVC erzeugten Beschichtungen ist es längst Standard, dass als Untergrund eine galvanisch abgeschiedene Schicht den wirklichen Durchbruch für die Schichtkombination bringt.
Eine weitere, erfolgversprechende Kombination ist die Auftragung von Aluminium auf einem metallischen Substrat und deren anschließende Anodisation, wie sie Dr. Scharf und Kollegen der TU Chemnitz in der aktuellen WOMag vorstellen. Durch Einsatz des Verfahrens der Plasmaanodisation lässt sich so Aluminiumoxid beispielsweise auf Stahl oder Messing erzeugen und die guten Eigenschaften des Aluminiumoxids können auch für diese Werkstoffe genutzt werden.
Durch die Verwendung von Nanopartikeln mit Silber- oder Kupferverbindungen haben Forscher des Leibnitz-Instituts für Neue Materialien INM die positiven Eigenschaften von Kupfer und Silber so modifiziert, dass bei geringstem Materialeinsatz eine keimtötende Wirkung mit Langzeiteffekt erreicht wird (Beitrag Seite 33). Damit können diese relativ
kostenintensiven Werkstoffe bei bestmöglicher Wirkung in breiterem Umfang beispielsweise in Krankenhäusern oder in der Lebensmittelverarbeitung zum Einsatz kommen. Bleibt nur zu hoffen, dass die dafür verwendeten Nanopartikel nicht über kurz oder lang in Verruf kommen – auch dies sind Hemmnisse, die in vielen Bereichen der heutigen Hochtechnologie zu überwinden sind.