Wir kennen es in erster Linie von unseren Fahrzeugen: Technologien zur Erhöhung der Sicherheit, des Fahrkomforts oder der Leistung fanden ihren Ursprung fast ausschließlich im Rennsport. Während beispielsweise seit kurzem das erste Fahrzeug von BMW nahezu ausschließlich aus kohlestofffaserverstärktem Kunststoff besteht, hat dieser moderne Werkstoff bereits seit einigen Jahren seinen festen Platz als Sicherheitszelle für den Fahrer bei Rennwagen. Auch die Traktionskontrolle zur deutlichen Verbesserung der Straßenlage und damit des Fahrkomforts fand sicher seinen Anfang im Rennsport. Weitere moderne Kombinationen aus Werkstoff und Oberflächenbehandlung oder Beschichtung nahmen ihren Ursprung in der Weltraumtechnik – auch die heute schon wieder aus der Mode gekommene Teflonbeschichtung bei Kochgeräten.
Unter diesem Aspekt lohnt es sich immer, einen Blick auf diese außerhalb des normalen Lebens liegenden Bereiche zu werfen. Ein solcher Spezialbereich ist die Medizintechnik, da hier viel Geld und Know-how aufgewendet wird, um sehr spezielle Gerätschaften oder Behandlungsmethoden zur Anwendungsreife zu bringen. Dies ist in gewissem Sinne verständlich, da wir die Gesundheitsvorsorge oder -wiederherstellung als eines der höchsten Ziele des menschlichen Lebens ansehen müssen. Der Einsatz der Plasmatechnik darf hier als die wohl vielversprechendste Technologie gelten, insbesondere die bei Atmosphärendruck, da in der Regel mit vollkommen unbedenklichen Stoffen wie Sauerstoff oder Stickstoff als Ausgangsprodukt gearbeitet wird. Zudem lassen sich die Einflusszonen bei Bedarf tatsächlich auf die Oberfläche, also die äußersten Atomlagen eines Materials, beschränken. Erreicht werden dabei beispielsweise eine gute Basis für klebetechnische Belange oder eine deutlich verbesserte Haftung bei einer nachfolgenden Beschichtung. Aber nicht nur die Technologie des Beitrags auf Seite 21 an sich ist bemerkenswert – auch die Autorinnen der sehr gelungenen Abhandlungen verdienen Anerkennung. Es handelt sich um zwei Studentinnen der Hochschule Furtwangen, die eine bemerkenswerte Zusammenstellung der Möglichkeiten und zukünftigen Ziele für Plasmaquellen im Rahmen einer Semesterarbeit erstellt haben und die als mehrteiliger Beitrag in dieser und den nächsten Ausgaben der WOMag zu lesen ist.
Darüber hinaus werden weitere Anregungen zur zukunftsweisenden Kombination von Werkstoff und Oberflächenbehandlung geboten, die zeigen, dass wir auch in den nächsten Jahren die Nutzer der WOMag-Plattform mit umfangreichen Neuerungen versorgen können. Die WOTech bedankt sich für das Interesse an unserer Arbeit und wünscht allen Kunden und Nutzern von WOMag einen erholsamen Jahreswechsel.