Gummidickenmessung an Autoreifen

Werkstoffe 10. 04. 2014
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Von Hans F. Nix, Köln

Ein wesentliches Qualitätsmerkmal für die Sicherheit und Haltbarkeit von Autoreifen ist die Gummidicke von der Reifenoberfläche bis zum Stahlgewebe. Von großem Interesse sind dabei die Dicken der Gummischicht auf dem Laufstreifen, an der Innenseite unterhalb des Laufstreifens, an der Innen- und Außenfläche der Schultern, an den Wülsten sowie in den Rillen des Profils (Abb. 1).

Abb. 1: Querschnitt eines Autoreifens mit signifikanten Messstellen: Gummidicke innen im Schulterbereich (1, 2); Gummidicke innen unterhalb des Laufstreifens (3); Gummidicke über den Wülsten (4); Gummidicke außen im Schulterbereich (5 ); Unterprofildicke in einer Profilrille bis zum obersten Gürtelpaket (6); Gesamtgummidicke des Laufstreifens bis zum obersten Gürtelpaket (7)

Bisher wird die Gummidicke über dem Stahlgewebe sehr aufwendig stichproben­artig bestimmt – entweder zerstörend, also durch Abtrennen und Ausmessen der Gummiüberdeckung, durch Messungen an Querschnitten oder durch kostenintensive Röntgenfluoreszenzmessungen. Eine Neuheit ist die deutlich preiswertere, zerstörungsfreie Bestimmung der Gummi­dicken an allen relevanten Positionen eines Reifens mit Hilfe eines elektromagnetischen Verfahrens. Die Vermessung ist nicht nur in der Qualitätskontrolle im laufenden Produktionsprozess von Neureifen sondern auch nach einem Verschleiß-Dauerversuch an Testreifen und bei der gezielten Untersuchung der Unfallursache an Unfallreifen von höchstem Interesse.

Speziell entwickelte Hand-Messsonden der Phynix GmbH & Co. KG aus Köln erfassen einfach und genau den Abstand zwischen Gummioberfläche und Stahlgewebe. Sofort nach dem Aufsetzen der Sonde des Messgeräts Surfix Pro S (Abb. 2) an der jeweiligen Messstelle wird die Gummidicke auf 0,1 Millimeter genau angezeigt. Eine neuartige zum Patent angemeldete Kombinationssonde erlaubt nicht nur die Messung der Gummidicke auf dem Laufstreifen bis zu einer Dicke von 30 Milimeter, sondern auch der Unterprofildicke von etwa 2 Millimeter bis 10 Millimeter in den Profilrillen, deren Position in Abbildung 1 (Pfeil 6 und 7) und Abbildung (Titel) angegeben ist.

Abb. 2: Messsonde mit Messgerät Surfix Pro im Einsatz an der Innenseite eines Autoreifens

Nach umfangreichen Messreihen an zahlreichen unterschiedlichen Reifentypen konnten robuste Messsonden hergestellt werden, die sowohl für Dickenmessungen über einlagigem als auch über mehrlagigem Stahlgewebe geeignet sind. Nach einem einfachen Kalibriervorgang an einem Referenzreifen des gleichen Typs können sofort die Messungen an den Originalreifen durchgeführt werden. Die Messung erfolgt zerstörungsfrei, ein Zerschneiden oder ­Bearbeiten des Reifens ist nicht erforderlich.

Die Messwerte werden im Messgerät gespeichert und können später entweder auf einem kleinen portablen Drucker ausgedruckt oder auf einen PC übertragen und dort statistisch ausgewertet werden. Auch die Kalibrierwerte können gespeichert und später, beispielsweise nach Messungen an anderen Reifentypen, wieder aktiviert werden, ohne dass der Kalibriervorgang an dem entsprechenden Referenzreifen wiederholt werden muss.

Das beschriebene Messsystem, bestehend aus Handsonde(n) und dem Messgerät Surfix Pro S, erlaubt Messungen je nach Sonde bis zu 30 Millimeter Gummidicke mit einer Ablesegenauigkeit von 0,1 Millimeter. Das Messsystem ist sowohl bei einem der größten deutschen als auch einem der größten asiatischen Reifenhersteller mit Erfolg im Einsatz.

Phynix GmbH & Co. KG
Alexe-Altenkirch-Straße 3, D-50739 Köln

Text zum Titel: Kombi-Messsonde zur Dickenmessung von Gummi auf dem Laufstreifen und der Unterprofildicke in der Profilrille

 

 

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