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Phosphatieren

2018-07-28T07:53:32

Phosphatieren ist die Herstellung eines Oberflächenfilms auf einem metallischen Grundwerkstoff. Dabei reagiert der Grundwerkstoff mit Phosphat aus einer verdünnten Phosphorsäure oder Phosphatlösung. Geringe Mengen des Grundwerkstoffes müssen hierbei abgelöst werden. Phosphatschichten bestehen in der Regel aus mikroskopisch feinen, plättchen- oder nadelförmigen Kristallen. Die Kristalle führen zu einer sehr feinen, aber starken Vergrößerung der Oberfläche, die einen sehr guten Haftgrund für eine aufgebrachte organische Beschichtung darstellt. Phosphatierungen werden daher als Haftvermittler zwischen Lack und Metall verwendet. Sie eignen sich aber auch zur Aufnahme von Schmierstoffen an Metalloberflächen und stellen zudem einen temporären Korrosionsschutz dar. 

Eine dem Phosphatieren ähnliche Beschichtung wird auf Implantaten im medizinischen Bereich angewandt. Hierbei werden Calciumphosphatschichten auf Metalloberflächen erzeugt, die sich durch eine gute Anbindung an Gewebe, beispielsweise im Knochenbereich, auszeichnen. 

Struktur unterschiedlich hergestellter Phosphatschichten (Quelle: Prof. Lampke/TU Chemnitz)