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 Verbände 08. 06. 2017
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Zentralverband Oberflächen­technik e. V. (ZVO)

ZVO-Oberflächentage 2017

Programm und Anmeldung für die diesjährigen ZVO-Oberflächentage, den jährlichen Kongress des Zentralverbandes Oberflächentechnik e. V., vom 13. bis 15. September in Berlin, sind unter

www.oberflaechentage.zvo.org

freigeschaltet. Die Internetseite des Kongresses präsentiert sich mit neuem Design und neuen Funktionalitäten.

Die Behandlung von Oberflächen ist eine Schlüsseltechnologie zur technisch-wissen­schaftlichen, ökonomischen und ökologischen Lösung aktueller Probleme bei der Entwicklung von innovativen Produkten. Die jährlich im September stattfindenden Oberflächentage des ZVO leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Zehn Tage vor der diesjährigen Bundestagwahl macht der Kongress mit der 56. DGO-Jahrestagung wieder in der Bundeshauptstadt halt. Veranstaltungsort ist das Estrel Hotel, das größte Kongresszentrum Deutschlands. Aus rund 110 Vortragsvorschlägen hat das Komitee ein kompaktes und hochaktuelles Kongressprogramm erstellt.

Vornehmliches Ziel der ZVO-Oberflächentage ist die gezielte Vernetzung von Forschung und Praxis zum Thema Galvano- und Oberflächentechnik sowie die Unterstützung der branchenübergreifenden Kommunikation. Das Erschließen von neuen Anwendungsbereichen für galvanische Beschichtungen und die steigenden Anforderungen an beschichtete Oberflächen sowie der Umgang mit neuen gesetzlichen Vorschriften auf EU- und Bundesebene sind dabei die Kernthemen der Oberflächentage. Von deren Praxisorientierung profitiert besonders das Fachpublikum aus Entwicklung, Konstruktion, Design und Fertigung.

Mit zuletzt 625 Teilnehmern in Garmisch-Partenkirchen haben sich die jährlichen ZVO-Oberflächentage zu einem der führenden Oberflächenforen für Anwender, Abnehmer von Oberflächen, Wissenschaftler, Entwickler, Konstrukteure, Einkäufer, QM- sowie Vertriebsmitarbeiter aus allen industriellen Wirtschaftsbereichen etabliert. Auch in Berlin erwartet der ZVO wieder zahlreiche internationale Teilnehmer.

National und international anerkannte Fachleute aus Forschung und Praxis geben in den Vorträgen einen Überblick über ihr jeweiliges Fachgebiet. Junge Kollegen erhalten darüber hinaus alljährlich die Gelegenheit, ihre Abschlussarbeiten einem breiten Publikum zu präsentieren. Aufgrund der hohen Resonanz von über 110 Vortragsvorschlägen ist das Programm des ­Oberflächenkongresses in diesem Jahr erstmals komplett fünfzügig aufgebaut. Diese hohe Resonanz auf den Vortagsaufruf des ZVO beweist eindrucksvoll sowohl die Leistungsfähigkeit als auch die Relevanz des ZVO-Kongresses und der Galvano- und Oberflächentechnik. Der ZVO erwartet wie im vergangenen Jahr in Garmisch Partenkirchen eine weitere Steigerung des Anteils von Teilnehmern aus dem Kunden- und Abnehmerkreis von Oberflächen.

Die Themen der diesjährigen Oberflächen­tage sind:

  • Alternativen zur Verwendung chromsäurebasierender Prozesstechnologien
  • Legierungsschichten (funktioneller Korrosionsschutz, dekorativer Korrosionsschutz, Verschleißschutz)
  • Entwicklungen und Trends anwendungs­naher Oberflächentechnologien
  • Galvanotechnik in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Anwendungsnahe Zukunftstechnologien
  • Verschleißschutz
  • Energieeffizienz, Materialeffizienz und Nachhaltigkeitsstrategien in der Galvano- und Oberflächentechnik
  • Anwendungsnahe Oberflächentechnologien
  • DIN informiert
  • Industrielle Bauteilreinigung mit Fokus auf Grundlagen zur Vorbehandlung in der Galvanotechnik
  • Industrie 4.0 in Galvanotechnik und Bauteilreinigung
  • Junge Kollegen berichten aus der Forschung
  • Von der Prozessüberwachung zur Produktqualität

In diesem Jahr präsentiert sich der ZVO-Kongress erstmals mit einem eigenen Logo, das neben einem prägnanten OT für Oberflächentage auch den jeweiligen Veranstaltungsort und -termin führt.

Gleichzeitig mit der Programmveröffentlichung wurde die korrespondierende Kongress-Homepage vollständig erneuert. Neben einem Responsive Design zeichnet sie sich durch neue Funktionalitäten aus: Das erstmals fünfzügige Vortragsprogramm ist übersichtlich und chronologisch angeordnet. Die Referenten werden nicht nur mit Text, sondern auch mit Bild vorgestellt.

Die Online-Anmeldung ermöglicht nun außerdem die gleichzeitige Anmeldung von bis zu fünf Personen, sofern das gleiche Profil, zum Beispiel Anmeldung zum Gesamtkongress, gewählt wird. Ferner erhöht das gewählte Double-opt-in die Sicherheit des Anmeldeverfahrens: Der Nutzer meldet sich mit seiner E-Mail-Adresse an und muss durch eine anschließende Bestätigungs-E-Mail die Anmeldung verifizieren. Bei Bedarf kann sich der Nutzer seine Anmeldedaten nun auch ausdrucken.

Nicht zuletzt wurden die 22 Sponsoren der ZVO-Oberflächentage 2017 noch prägnanter in Szene gesetzt. Neben der schon aus der ZVO-Internetseite bekannten Sponsorenlaufzeile im Footer finden sich die Sponsoren nun sowohl mit einer eigenen Rubrik als auch mit einem Slider auf der Homepage wieder.

  • www.zvo.org

REACH: Zulassungen für ­Chromsäure erfolgen nicht rechtzeitig

Das sogenannte Sunset Date, das heißt das Datum, ab dem Chromtrioxid in ­Folge der ­Europäischen Chemikalienverordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe REACh ohne gültige Zulassung nicht mehr verwendet oder in Verkehr gebracht werden darf, ist der 21. September 2017. Der Zentralverband Oberflächentechnik e. V. (ZVO) geht davon aus, dass die meisten der eingereichten Zulassungsanträge bis dahin keine Entscheidung erfahren. Die Verwendung von Chromsäure wird im Zeitraum zwischen Sunset Date und Zulassung jedoch weiter möglich sein.

REACh stellt die Galvano- und Oberflächen­technik, vor allem Mittelstandsbetriebe, vor eine Herausforderung. So tickt derzeit die Uhr für die freie Verwendung von Chromtrioxid in der EU, das eine wichtige Rolle bei der Verchromung spielt: Ab dem 21. September 2017 darf Chromtrioxid ohne gültige Zulassung nicht mehr verwendet oder in Verkehr gebracht werden. Dies gilt auch für etwaige Lagerbestände sowie für die wäss­rige Lösung des Chromtrioxids (auch als Chromsäure bezeichnet).

Zahlreiche Hersteller- und Anwender-Konsortien haben Zulassungsanträge für Chromtrioxid eingereicht. Die ECHA-Komitees (European Chemical Agencys) RAC und SEAC haben zwischenzeitlich die Genehmigung von sechs Anwendungen befürwortet. Laut ihrer abschließenden Empfehlungen sind bei einer weiteren Verwendung von Chromtrioxid in der EU die Risiken für die menschliche Gesundheit deutlich geringer als der Gesamtnutzen der Weiterverwendung.

Wenn sich die Europäische Kommission an den gegenwärtigen Empfehlungen orientiert, ist davon auszugehen, dass folgende Zeiträume bis zur ersten Überprüfung der Zulassung festgelegt werden:

  • Formulieren und Herstellen von Mischungen: sieben Jahre
  • Funktionelles Verchromen: sieben Jahre
  • Funktionelles Verchromen mit dekorativem Charakter: vier Jahre
  • Konversionsschichten für Anwendungen im Bereich Luft- und Raumfahrt: sieben Jahre
  • Konversionsschichten für Anwendungen für verschiedene Industrien: vier Jahre
  • Passivieren von Tin-Plated Steel (ETP): vier Jahre

Für die Verwendung der Chromsäure im Rahmen der Kunststoffmetallisierung (ABS-Beize) haben die ECHA-Komitees zwölf Jahre bis zur ersten Überprüfung der Zulassung empfohlen.

Nachgeschaltete Anwender, also ­Betreiber von Galvanikbetrieben, müssen ­spätestens 90 Tage nach Erteilung der Zulassung über die ECHA-Website die Zulassungsnummer zum jeweiligen Antrag sowie die voraussichtlichen jährlichen Bezugsmengen melden. Wichtig ist sicherzustellen, dass alle Rand­bedingungen aus dem offiziellen Zulassungsbescheid im Betrieb erfüllt werden.

Folgt die EU-Kommission den Empfehlungen der ECHA-Komitees, ändert sich für Abnehmer von chromsäurebasierenden Oberflächen nichts. Sie können auch nach dem 21. September 2017 noch mindestens weitere sieben Jahre beispielsweise Hartchromoberflächen und noch mindestens weitere vier Jahre beispielsweise Glanzchromoberflächen ohne Einschränkung beziehen.

Im Juni 2017 wird die EU-Kommission einen ersten Konsortial-Zulassungsantrag auf die Tagesordnung setzen. Es ist zu erwarten, dass zu diesem Zeitpunkt der erste Entwurf zur Erteilung der Zulassung an die EU-Mitgliedstaaten übermittelt wird. Bis zur Abstimmung über die endgültige Erteilung der Zulassung, für die eine Mehrheit im Komitee der Mitgliedstaaten und im EU-Parlament die Voraussetzung ist, wird es nach optimistischen Schätzungen noch weitere drei Monate dauern. Somit ist zu erwarten, dass die Zulassung erst nach dem Sunset Date am 21. September 2017 rechtsverbindlich erteilt werden wird.

Die Lieferung und Verwendung von Chromtrioxid und chromtrioxidhaltigen Mischungen und Zubereitungen im Zeitraum zwischen dem Sunset Date und dem Tag der rechtsverbindlichen Erteilung der Zulassung wird uneingeschränkt möglich sein. Dies gilt jedoch nur für Anwendungen, für die eine Zulassung beantragt wurde.

Betreiber von Galvaniken können nach Aussage von Christoph Matheis, ZVO-Hauptgeschäftsführer, für den ­wahrscheinlichen Fall, dass ihre Überwachungsbehörden in dieser Zwischenzeit Fragen zur Zulassung stellen, auf die laufenden Zulassungsanträge ihrer Lieferanten beziehungsweise ­Autorisierungskonsortien verweisen (https://echa.europa.eu/de/addressing-chemicals-of-concern/authorisation/applications-for-authorisation-previous-consultations/-/substance-rev/1).

Über den ZVO

Der Zentralverband Oberflächentechnik e. V. (ZVO) nahm seine Arbeit am 1. Januar 2000 auf. Mit steigenden Anforderungen an die Branche wurde die Interessenvertretung weiter konzentriert und der ZVO zum Wirtschaftsverband mit reinen Firmenmitgliedschaften umstrukturiert. Aktuell haben sich 213 Unternehmen dem ZVO angeschlossen, der ein starkes Wachstum verzeichnet. Insgesamt repräsentiert der Verband über seine körperschaftlichen Mitglieder BIV, DGO, FGK und FiT über 600 Mitgliedsunternehmen.

Die Galvano- und Oberflächentechnik ist eine mittelständisch geprägte Industriebranche, die europaweit rund 440 000 Mitarbeiter beschäftigt, davon 50 000 in Deutschland. Allein in Deutschland erwirtschaftet die Branche einen Umsatz von circa 7,5 Milliarden Euro. Die Struktur der Galvanobetriebe wird dabei von KMUs dominiert, nur ein geringer Anteil der Betriebe erreicht Größen von mehr als 100 Mitarbeitern. Die Oberflächenbranche ist eine Schlüsselindustrie, deren Dienstleistung Voraussetzung für die Funktionalität von Bauteilen, Geräten und Maschinen nahezu jeder anderen Branche ist.

  • www.zvo.org

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