Entgrattechnologien und Präzisionsoberflächen – Teil 2| WOTech Technical Media

Entgrattechnologien und Präzisionsoberflächen – Teil 2

 Werkstoffe 10. 06. 2017

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Bericht über die 5. Fachtagung der fairXperts in Nürtingen

Die Herstellung von Präzisionsteilen durch mechanische Verfahren oder Gießen von Metallen oder Spritzen von Kunststoffen ist stets mit der Bildung von unerwünschten Kantenverläufen oder Graten verbunden. Die Fachvorträge boten einen hervorragenden Überblick über die unterschiedlichen Technologien von den elektrochemisch basierten Verfahren über die unterschiedlichen Schleifvarianten wie Gleitschleifen oder den Wasserstrahltechniken mit abrasiven Stoffen bis hin zu Plasmaverfahren. Wie die Referenten eindrucksvoll demonstrierten, kommen die Verfahren nicht nur zum Entgraten als Abschluss einer mechanischen Fertigung zum Einsatz, sondern beispielsweise auch zur Schärfung von Schneidkanten oder zur Verbesserung der Oberflächengüte von additiv gefertigten Bauteilen. Insbesondere die durch 3D-Druck hergestellten Teile erfahren damit die notwendige Endbearbeitung, um allen Ansprüchen für einen breiten Einsatz zu ­genügen.

Chemisches und elektrochemisches Entgraten

Eine weitere Verfahrenstechnik zur Oberflächenbearbeitung stellte Jochen Blume, Poligrat GmbH, vor: das Entgraten als Tauchverfahren ohne Einsatz werkstückspezifischer Formelektroden. Als einer der großen Vorteile der Technologie gilt die Tatsache, dass keine Werkstückveränderungen auftreten, ebenso können thermische Einflüsse ausgeschlossen werden. Dabei erfolgt die Metallauflösung über das gesamte benetzte Werkstück. Zur Wirkung des Verfahrens trägt die Bildung einer Grenzschicht im Bereich von einigen Mikrometern bei, die zur Mikroglättung führt. Dies ist auch die Basis für das Entfernen von Graten oder Schuppen von der Oberfläche. Kaum eine Rolle spielen hierbei die Härte des Werkstoffs oder die Form und Größe des Teils. Das Verfahren kann darüber hinaus zum Schärfen von Schneiden herangezogen werden, sofern der Winkel der Schneiden unter 30° liegt. Im Falle von Chromstählen wird durch die Bearbeitung die Korrosionsbeständigkeit verbessert, da Chrom in der Oberflächenzone angereichert wird. Durch die Entfernung von Mikrorissen oder Mikrokerben in der Oberfläche wird die Dauerfestigkeit dynamisch belasteter Teile erhöht – im Allgemeinen kann von einer Erhöhung um den Faktor 4 bis 10 ausgegangen werden. Der dafür zu veranschlagende Abtrag liegt bei etwa 15 

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